291 ansichten

Mai-Rede-Der-AGDo

Die erste Maidemo ist schon eine Weile her. Die Themen, die wir in unserer Rede angesprochen haben, bleiben aber aktuell, deswegen haben wir sie hier nochmal fĂŒr euch hochgeladen.

Halloooo Dortmund,

Schön, dass ihr alle da seid und im Kampf fĂŒr eine befreite anarchistische Gesellschaft an unser Seite seid. Denn dafĂŒr ist noch viel zu tun.

Hartz 4 drangsaliert und bevormundet diejenigen denen es angeblich helfen soll, weil durch Klassismus die BedĂŒrfnisse des Billiglohnsektors mehr gelten als arme Menschen.

Es ertrinken weiterhin Menschen im Mittelmeer, weil durch Parlamentarismus die WĂ€hlerstimmen des Stammtischs  mehr gelten als flĂŒchtende Menschen.

Krieg wird auf Grund des Ukrainekonflikts wieder Ernst genommen, weil es da Weiße gibt und die durch Rassismus mehr gelten als bipoc Menschen.

Die Klimakrise hingegen wird weiterhin nicht ernst genommen, weil die Gewinne von RWE und Co durch Kapitalismus  mehr gelten als Menschen.

In der Pandemie wurde wenigstens so getan als ob chronische Krankheiten und Behinderungen ernst genommen wurden, weil das Gewissen der Gesunden durch Ableismus mehr gilt als kranke Menschen

Ähnlich ging es durch Streikverbot in Kirchenbetrieben auch den PflegekrĂ€ften, weil die Machtstellung der Kirche durch Traditionalismus mehr gilt als arbeitende Menschen.

Doch was gilt und was nicht, sollten eigentlich die entscheiden, die bisher am wenigstens gelten. Die Menschen. Darum sind wir heute hier, um eine andere Welt aufzubauen!

Eine Welt ohne Rassismus,Staat, Kirche, Ableismus und Cis-Hetero-Sexismus.

Besonders zum letzten hat euch ein_e Genoss_in einiges zu sagen:

Aber auch in unseren eigenen Reihen gibt es noch viel zu tun! Es ist ein stetiger Prozess der Reflektion und des Lernens. Wir bedauern sehr, das einige aus unserer Sicht wichtige Gruppen, die stabilen und stetigen Aktivismus in Dortmund und Umgebung machen heute selber keinen Raum hatten um zu sprechen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle nochmal einige Sachen hervorheben: 

Transfeindlichkeit ist genau wie jede andere Form der Diskriminierung keine Meinung und hat in Kreisen, die sich selbst Links nennen nichts zu suchen! Es ist traurig, dass wir 2022 immer noch darauf hinweisen und dafĂŒr kĂ€mpfen mĂŒssen das Trans, Inter, NichtbinĂ€re und Agenderpersonen nicht stĂ€ndig ausradiert und ignoriert werden. 

Auch wenns manchmal schwer ist, lasst uns nicht 10 mal dieselben Fehler wiederholen wie die Bewegungen und Generationen vor uns. Es ist an der Zeit Privilegien zu hinterfragen, Betroffenenperspektiven zuzuhören, sich selbst zu reflektieren und fĂŒr eine intersektionale Herrschafts- und Systemkritik einzustehen! Denn nur Zusammen können wir das System ins wanken bringen.

Wir finden es wichtig darauf zu achten, wie es uns mit unseren Projekten geht, wie inklusiv, niederschwellig und nachhaltig wir Sachen organisieren. Außenwirkung hat fĂŒr uns einen untergeordneten Stellenwert. Revolution sollte kein Sprint sondern ein gemĂŒtliches Mittagessen bei Freund*innen sein, mit Kaffee und Kuchen im Anschluss. Denn es ist novh eine langer, krĂ€ftezehrender Weg. Es ist wichtig, dass wir unser Tempo drosseln und dabei mehr darauf achten, dass wir uns gegenseitig nicht aus den Augen verlieren, und auch versuchen alle und vorallem uns gegenseitig mit und unsere BedĂŒrfnisse ernst zu nehmen. Die Revolution braucht keine weiteren weißen cis-mĂ€nner die in der ersten Reihe laufen wollen und um Macht und Einfluss konkurrieren, sondern mehr Menschen die gegenseitig auf sich achten und so das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Ignoriert die aktuelle Wahlplakatflut in den Straßen und werdet stattdessen lieber selber aktiv!

Zum Beispiel in euren Vierteln, in der Schule, auf der Arbeit oder in Erwerbsloseninitiativen.

Denn fĂŒr eine Zukunft ohne Krisen braucht es selbstgemachte Strukturen, die sich von unten selbstorganisieren.

Es braucht Menschen die sich mit Ihren Körpern dagegenstellen, wenn demnĂ€chst LĂŒtzerath gerĂ€umt wird oder sich, wie heute Mittag, mal wieder Nazis in Dortmund treffen.

Und es braucht SolidaritÀt und gegenseitige Hilfe im Alltag, damit eine krisensichere Gesellschaft entstehen kann.

Lasst uns wieder aufeinander und uns selber Vertrauen! Nehmen wir unser Leben wieder selber in die Hand!

Deshalb sagen wir:

    tut euch zusammen,

    organisiert euch,

    hört einander zu,

    auch im konstruktiven Streit miteinander,

aber kĂ€mpft gemeinsam mit uns fĂŒr das gute Leben fĂŒr Alle und eine Zukunft ohne Krisen!

Anarchistische Gruppe Dortmund




Quelle: Agdo.blackblogs.org