MĂ€rz 11, 2021
Von Die Plattform
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Das Komitee KlimakĂ€mpfe der Plattform hat anlĂ€sslich des 10. Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima einen kurzen Text verfasst, in dem sie erklĂ€ren, warum Atomkraft keine “grĂŒne” Alternative ist und warum es wichtig ist, dass die Umwelt- und Klimagerechtigkeitsbewegung den Kampf gegen die Atomkraft gemeinsam und energisch weiterfĂŒhren. Wir wĂŒnschen viel Spaß beim Lesen und freuen uns, wenn ihr den Text teilt!

Am heutigen Tag, den 11. MĂ€rz 2021, gedenken wir der Opfer der Atomkatastrophe Fukushima. Vor zehn Jahren, am 11. MĂ€rz 2011, kam es in den Reaktoren des dortigen Atomkraftwerks nach einem Erdbeben zu Kernschmelzen. Der sogenannte “Super-GAU” (GrĂ¶ĂŸter Anzunehmender Unfall) trat ein. In der Folge wurden Luft, Wasser und Land in der Umgebung atomar verseucht, hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden und können auch heute, ein Jahrzehnt nach der Katastrophe, immer noch nicht zurĂŒck.

Die Geschichte nuklearer Energiegewinnung, die in ihrer Geschichte immer wieder zu schrecklichen Katastrophen fĂŒhrte, ist eng verbunden mit der Konkurrenz der Staaten untereinander. Entwickelt und aufgebaut werden konnte die nukleare Energiegewinnung ĂŒberhaupt nur durch hohe staatliche Subventionen, mit dem Ziel der militĂ€rischen Nutzung. Beides, nukleare Energiegewinnung und der Aufbau von nuklearen Waffenarsenalen, rief in vielen LĂ€ndern der Welt in den vergangenen Jahrzehnten soziale Proteste hervor. In der Bundesrepublik waren diese Proteste besonders stark. Hier mobilisierte man gemeinsam mit der Friedensbewegung immer wieder zehntausende Menschen gegen die zerstörerische Form der Energieproduktion, in Whyl, Brokersdorf, Wackersdorf, Gorleben und in vielen weiteren weniger bekannten Orten. Der Protest sorgte dafĂŒr, dass die Atomenergie in Deutschland ins gesellschaftliche Aus katapultiert wurde. Doch in letzter Zeit werden immer mehr Stimmen laut, die versuchen sie angesichts der Klimakrise als als “grĂŒne” Alternative zu verkaufen.

Aber das ist falsch, von vorne bis hinten. Vom unökologischen Rohstoffabbau, fĂŒr den Menschen umgesiedelt, Menschenrechte verletzt und Trinkwasservorkommen gefĂ€hrdet werden, ĂŒber die Produktion von Unmengen an nuklearem MĂŒll hin zu den Gefahren eines atomaren Krieges oder Super-GAUs stellt die Kernenergie keine Alternative und erst recht keine erneuerbare Energie dar. Auch Deutschland, wo der Atomausstieg im Gange zu sein scheint, ist noch mitten drin – mit der Urananreicherungsanlage in Gronau, welche keine Laufzeitbegrenzung hat und dem immer noch ungeklĂ€rten Problem der Entsorgung des MĂŒlls.
Die Kernenergie steht damit auch symptomatisch fĂŒr das staatlich-kapitalistische System in dem wir leben, wo Leben weniger Wert sind als der Profit einiger Konzerne und in der Energie nicht lokal nach den BedĂŒrfnissen der Menschen gewonnen wird, sondern zentral gesteuert aus fossilen Rohstoffen ohne Mispracherecht der breiten Bevölkerung. Die Kernenergie ist nicht kontrollierbar und erzwingt einen autoritĂ€ren Überbau um ĂŒberhaupt zu existieren.

Der Kampf gegen die Atomkraft ist noch nicht vorbei, sondern er muss unbedingt weitergehen. Wir mĂŒssen achtsam sein und verhindern, dass die Herrschenden den Kampf gegen die nukleare Energiegwinnung und den Kampf fĂŒr Klimagerechtigkeit gegeneinander ausspielen. Denn letztlich gehören beide zusammen, sind beide Teil einer ökologischen Bewegung.

Statt zentralistischen und schwer kontrollierbaren Formen der Energiegewinnung brauchen wir regionale und dezentrale Energiegewinnungsformen, welche sich aus der Landschaft und den Ressourcen ergeben und unter der Kontrolle der Menschen stehen.

Don’t nuke the climate!
Remember Fukushima!

Mehr Infos dazu:
dont-nuke-the-climate.org/articles
climatejusticeagainstnuclear.noblogs.or

Kotting-Uhl, Sylvia: Klimaschutz mit Atomkraft ist von gestern
Tubbax, Leo: Atomkraft als Rettung des Klimas




Quelle: Dieplattform.org