Juli 4, 2022
Von Emrawi
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Am 19. Juli 2022 feiert die Revolution in Rojava ihr zehnjĂ€hriges Bestehen. WĂ€hrend des Arabischen FrĂŒhlings und inmitten des syrischen BĂŒrgerkriegs konnte diese dort zum Vorschein treten und erblĂŒhen. Die staatlichen KrĂ€fte zogen sich aus der Region zurĂŒck und die SelbstverteidigungskrĂ€fte begannen StĂŒck fĂŒr StĂŒck den sogenannten Islamischen Staat (IS) zurĂŒck zu schlagen. Gleichzeitig begannen die Menschen selbstverwaltete Strukturen aufzubauen, die alle Bevölkerungsgruppen und Glaubensgemeinschaften vor Ort miteinbezogen. Je weiter der IS zurĂŒckgedrĂ€ngt wurde, desto breiter konnte die gesellschaftliche Organisierung in Rojava werden.

Schritt fĂŒr Schritt baut die Bevölkerung der Region eine Selbstverwaltung auf, die auf der Idee des nicht-staatlichen Konzepts des Demokratischen Konföderalismus beruht.

Die drei Grundpfeiler des demokratischen Konföderalismus – Frauenbefreiung, soziale Ökologie und Basisdemokratie – stets vor Augen haltend, wurden und werden alle Bereiche des Lebens neu organisiert. Ein alternatives Bildungs-, Gesundheits- und Rechtssystem wurde geschaffen und auch ein alternatives Wirtschaftsmodell, welches den Aufbau von Kooperativen in sein Zentrum stellt, breitet sich immer weiter aus. Das Mitspracherecht aller BĂŒrger*innen, wird durch die geschaffenen Kommunen und RĂ€te sichergestellt. Nicht zuletzt ist die organisierte Selbstverteidigung ein wichtiger Faktor zum Schutz der Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien.

Die Bedeutung von Rojava geht weit ĂŒber den bewaffneten Widerstand, der in der Region geleistet wurde, hinaus. In Rojava wurde nicht nur die Welt vor dem dschihadistischen Terror geschĂŒtzt, dort wird auch ein demokratisches Modell geschaffen, das fĂŒr Menschen weltweit ein Hoffnungsschimmer ist. Denn die Revolution von Rojava hat zwar ihren Ausgangspunkt im Mittleren Osten, stellt ist aber durchaus ein System, dessen Ideen universalistischenWerte besitzen.

Es ist ein Kampf, der fĂŒr Linke weltweit eine Inspiration ist, fĂŒr Wege jenseits von Pest und Cholera, fĂŒr Wege jenseits von Staat, Macht und Gewalt.

Es ist der Kampf fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben, fĂŒr radikale Umverteilung, fĂŒr eine ökologische Wirtschaftsweise, fĂŒr Geschlechtergerechtigkeit und fĂŒr kulturelle Vielfalt in solidarischen Beziehungsweisen.

Es ist der Kampf fĂŒr genau jene Welt, die den tĂŒrkischen Faschist*innen und Islamist*innen Angst macht und gegen die der tĂŒrkische Staat weiterhin massiv ankĂ€mpft.

Wir leben heute auch weltweit in Zeiten, in der eine Krise von der nÀchsten gejagt wird. Nahezu jeden Tag scheinen neue Bedrohungen aufzukommen, die die gesamte Menschheit gefÀhrden.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich auf die Suche nach alternativen Gesellschaftsmodellen zu begeben. Die Revolution von Rojava kann hierbei ein leuchtendes Vorbild fĂŒr uns alle sein.

Bijü ƟoreƟa Rojava!



Deshalb Rufen wir am 16.07. zu einer feierlichen Demonstration mit anschließendem Fest auf. Wir wollen gemeinsam die Errungenschaften der kurdischen Freiheitsbewegung feiern und ein Zeichen setzen fĂŒr SolidaritĂ€t, Internationalismus und Feminismus.

;Kommt geimpft und wenn möglich getestet.






Quelle: Emrawi.org