Januar 6, 2022
Von A-Bibliothek
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Rebellion in Chile: Informations- und Diskussionsveranstaltung zum aktuellen Prozess der sozialen KÀmpfe in Chile. Mit einer Compañera von dort.

SpĂ€testens mit den Protesten gegen eine Preiserhöhung im öffentlichen Transport, die im Oktober 2019 in der Hauptstadt Santiago ausbrachen und das ganze sĂŒdamerikanische Land in einer massiven Welle erfassten, wurden wieder vermehrt interessierte und hoffnungsvolle Blicke der emanzipatorischen Bewegungen weltweit auf Chile gerichtet.

In einer fast 17 Jahre dauernden MilitĂ€rdiktatur, die nach einem brutalen Putsch gegen die linke Regierung der Unidad Popular im Jahr 1973 installiert worden war, wurde Chile zum neoliberalen Musterland gemacht. In wenigen anderen Demokratischen Staaten ist die Schere sozialer Ungleichheit so groß wie in Chile, die Privatisierung gesellschaftlicher GĂŒter so fortgeschritten, der Repressionsapparat so gut abgesichert.

Es waren SchĂŒler:innen der Sekundarstufe, die den Stein ins Rollen brachten. Und es waren Menschen aus allen Ecken und Enden, der auf eine reiche Tradition an Organisationsformen zurĂŒckgreifenden Zivilgesellschaft, die ihren Widerstand gegen all die Widrigkeiten und fĂŒr ein wĂŒrdiges Leben auf die Straße getragen haben. Nicht zuletzt die Mapuche, native Bevölkerung Chiles, die seit der Conquista ums Überleben kĂ€mpfen und sich in den letzten Jahrzehnten insbes. gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage durch Großprojekte vorwiegend auslĂ€ndischen Kapitals und die Repression und den Rassismus des chilenischen Staates zur Wehr setzen. Es waren erfahrene militante Aktivist:innen und blutjunge Entschlossene, die die Demonstrationen in der „primera linea“ vor den dezidierten und brutalen Angriffen der chilenischen Repressionsorgane verteidigt haben.

Der in Folter geschulte Repressionsaparrat, der auch in demokratischen Zeiten nicht wesentlich verÀndert wurde, zog sÀmtliche Register und schlug mit voller HÀrte auf die Rebellierenden zu.

Über 30 Menschen kamen im Rahmen dieser Auseinandersetzungen ums Leben. Hunderten wurde von der chilenischen MilitĂ€rpolizei gezielt ins Gesicht geschossen, was unzĂ€hlige schwere Augenverletzungen, halbseitiges und auch gĂ€nzliches Erblinden von AktivistInnen zur Folge hatte.

Seitdem hat sich viel getan
Wir haben das GlĂŒck eine erfahrene Aktivistin aus Chile begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen, die ihre vielfĂ€ltigen Einblicken und verschiedene EinschĂ€tzungen zur Rebellion, Repression und der aktuellen Situation in Chile mit uns teilen und diskutieren wird.

Mit einem kĂŒnstlerisches Intro in Form der kurzer Bhuto-Intervention: „En bosque de ancestros“ („Im Wald der Ahn:innen“), danach Impulsvideos und Austausch; Übersetzung vom Spanischen ins Deutsche.

Bitte die gĂŒltigen Corona-Maßnahmen berĂŒcksichtigen

Beginn: 19:00 Vo-KĂŒ, Vortrag 19:30

*Anarchistische Bibliothek | Archiv | Institut fĂŒr Anarchismusforschung | Wien

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Quelle: A-bibliothek.org