November 30, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Der nachfolgende Beitrag ist eines von 85 Artikeln aus dem Buch Schwarze Saat – Gesammelte Schriften zum Schwarzen und Indigenen Anarchismus. Eine gedruckte Ausgabe kannst du hier bestellen und damit BIPOC-Strukturen und anarchistische Gefangene unterstĂŒtzen.

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Indigenous Action

Seit 1492 wehren wir uns gegen die Beherrschung, Kontrolle und Ausbeutung durch die KolonialmĂ€chte. Unregierbar zu sein bedeutet, dass wir der kolonialen AutoritĂ€t keine Treue schwören und fĂŒr unser Überleben, unsere IdentitĂ€t, unsere Zugehörigkeit und unser Wohlergehen nicht von ihren Systemen abhĂ€ngig sind.

Angesichts von COVID-19 und offenkundigem Faschismus feiern wir die kraftvollen Ausdrucksformen direkter Aktionen und Interventionen gegen Kapitalismus, weiße Vorherrschaft, Cis-Heteropatriarchat und den kolonialen Polizeistaat. Von den kraftvollen BLM-AufstĂ€nden bis hin zum Abriss rassistischer Statuen, von autonomen Zonen bis hin zu den Tausenden von Projekten der gegenseitigen Hilfe auf Turtle Island, die uns mit dem Nötigsten versorgen und unterstĂŒtzen, haben unsere Gemeinschaften seit Generationen direkt gehandelt und alternative Infrastrukturen aufgebaut, um nicht vom Staat oder von Konzernen abhĂ€ngig zu sein.

Wir versuchen, uns so direkt wie möglich an den Ursachen zu organisieren und einzugreifen, welche die unterdrĂŒckende soziale Ordnungen aufrechterhalten, wĂ€hrend wir gleichzeitig daran arbeiten, kreativ Alternativen aufzubauen und zu unterstĂŒtzen, die auf gegenseitiger Hilfe, WĂŒrde und kollektiver Selbstbestimmung jenseits des Kapitalismus beruhen. Wir sind unregierbar, und wir mĂŒssen es diesem Kolonialsystem unmöglich machen, auf gestohlenem, besetztem Land zu regieren. Baue, unterstĂŒtze und vermehre autonome Organisationen und nimm deine Rolle in diesen KĂ€mpfen an.

16 Dinge, die du tun kannst, um unregierbar zu sein:

Baue eine Bezugsgruppe auf.

Eine Bezugsgruppe ist eine kleine Gruppe von 5 bis 20 Personen, die bei direkten Aktionen oder anderen Projekten autonom zusammenarbeiten. Bezugsgruppen bestehen in der Regel aus Gleichgesinnten, die zusammenkommen, um etwas zu erreichen. Wenn du bereits eine Bezugsgruppe hast, dann vernetze und bĂŒndele diese Gruppen!

Skills steigern.

Wenn wir uns vom Kapitalismus und den kolonialen Apparaten lösen wollen, mĂŒssen wir lernen, Dinge fĂŒr uns und andere zu tun, die ĂŒber das Kaufen, Verkaufen und Arbeiten oder den Staat um Hilfe zu bitten hinausgehen. Von Selbst- und Kollektivverteidigung bis hin zu Gartenarbeit, Fahrradbau, Unschooling und gegenseitiger FĂŒrsorge — wir können eine FĂ€higkeit erlernen und eine FĂ€higkeit teilen. Wir können die WertschĂ€tzung von FĂ€higkeiten Ă€ndern und Hierarchien von Klasse und Ableismus abbauen.

Eine gute Sicherheitskultur etablieren und praktizieren.

Eine Sicherheitskultur ist notwendig, um staatliche UnterdrĂŒckung zu ĂŒberleben. Wir können eine Menge Infiltration und Desinformation verhindern, indem wir unsere Kommunikation und KonfliktbewĂ€ltigung verbessern. Wir können immer noch horizontal und transparent sein, ohne die Sicherheit zu opfern.

Praktiziere transformative und wiederherstellende Gerechtigkeit.

Starke Gemeinschaften machen Polizei und GefĂ€ngnisse ĂŒberflĂŒssig. Wir können unsere Kultur verĂ€ndern, um Gewalt und Missbrauch zu verhindern. Wir können unsere FĂ€higkeiten ausbauen, um Konflikte zu konfrontieren und zu lösen. Wir können unsere Bindungen stĂ€rken und unsere Beziehungen entgiften, damit das Leid in unseren Gemeinschaften keinen Raum hat, um zu wachsen.

Gegenseitige Hilfe.

GrĂŒnde eine Gruppe fĂŒr gegenseitige Hilfe und biete denjenigen, die in Not sind, die notwendige UnterstĂŒtzung. Die Organisation gegenseitiger Hilfe kann sicherstellen, dass unsere Gemeinschaften nicht von Konzernen und dem Staat abhĂ€ngig sind. Verlagere deinen Ressourcenverbrauch auf Dinge, die du selbst anbauen und herstellen kannst oder die du im Widerstand von anderen erhĂ€ltst. Baue Netzwerke fĂŒr Hilfe und Ressourcen jenseits des Kapitalismus auf.

Gegenseitige Verteidigung.

Vom Waffentraining ĂŒber die Taktik auf der Straße bis hin zu EinsĂ€tzen von Sicherheitsteams — wir mĂŒssen ĂŒber die FĂ€higkeiten und Ressourcen verfĂŒgen, um unsere Gemeinschaften gegen faschistische Angriffe auf unsere Menschen, nicht-menschliche Wesen und unser Land zu verteidigen.

Konfliktinfrastruktur aufbauen und erhalten.

Konfliktinfrastruktur ist jede Struktur, die wir organisieren, um in unseren KĂ€mpfen effektiver zu sein. Eine Infrastruktur, die ĂŒber die bloße Bereitstellung von Informationen und Dienstleistungen hinausgeht und stattdessen unsere FĂ€higkeit zum tatsĂ€chlichen Widerstand stĂ€rkt. Von GemeinschaftsgĂ€rten und kollektiv koordinierten Farmen bis hin zu Infoshops und unabhĂ€ngigen Medien/Kommunikation.

Offene Hausbesetzungen fĂŒr obdachlose Menschen.

Miete ist Diebstahl. Privateigentum ist koloniale Gewalt ĂŒber das Land. Schafft Pacht und Privateigentum ab. Gebt das Land den ursprĂŒnglichen Besitzenden zurĂŒck. Schaffe RĂ€ume zum Leben jenseits von Vermieter*innen.

Verteidige und fordere das Land deiner Vorfahr*innen zurĂŒck.

Denn LandBack bedeutet, die koloniale Besetzung zu beenden und die Indigene Verwaltung unseres angestammten Landes wiederherzustellen. Unsere heiligen Beziehungen zu unseren ursprĂŒnglichen HeimatlĂ€ndern wiederherstellen, mit allem, was dies spirituell und materiell mit sich bringt. Befreie das Heilige.

EntschÀdigung.

Enteigne, was den Schwarzen und Indigenen Völkern gestohlen wurde, und hole es zurĂŒck. Eine radikale Umverteilung ist notwendig.

Schalte die Scheiße ab.

Greife in die kritische Infrastruktur an den Stellen ein, an denen Kapitalismus und Kolonialismus am verwundbarsten sind. Besetze die Straßen, Fabriken, HĂ€fen, Fracking-PlĂ€tze, Pipelines, Kraftwerke, zerschlage die Grenzen, sei schlau und kreativ! Das ist auch ein effektiver Weg, um die Industrien ins Visier zu nehmen, die den Klimawandel verursachen.

Seid kÀmpferisch intersektional.

Denn wir werden diese alten, beschissenen Verhaltensweisen nicht mehr hinnehmen. Scheiß auf Anti-Blackness, scheiß auf Orientalismus, scheiß auf Islamophobie, scheiß auf Antisemitismus, scheiß auf Transfeindlichkeit, scheiß auf Heteropatriarchat, scheiß auf weiße Vorherrschaft, scheiß auf Imperialismus, scheiß auf Behindertenfeindlichkeit, scheiß auf Hierarchie, scheiß auf Rassismus, scheiß auf StaatsbĂŒrgerschaft, scheiß auf Privilegien, scheiß auf alles, was scheiße ist!

Radikale Selbst- und Kollektivsorge praktizieren.

Um der Macht gefĂ€hrlich zu werden, mĂŒssen wir uns um uns selbst und um die anderen kĂŒmmern. Lerne hĂ€ufige Trigger und wie du kommunizieren kannst, ohne beschissen zu sein. Lerne, deine BedĂŒrfnisse, Grenzen und WĂŒnsche effektiv und ungiftig zu kommunizieren — denke daran, dass es fĂŒr Menschen im Kampf und Widerstand am schwierigsten ist, Zugang zu Ressourcen fĂŒr mentale und spirituelle Betreuung zu bekommen. Bewegungsarbeit kann fĂŒr Menschen, die viele Erfahrungen mit Siedlerpolizeiarbeit und Gewaltauslösern gemacht haben, unertrĂ€glich sein — finde Wege, um zu kommunizieren und Gruppennormen und -grenzen auszuhandeln, die den BedĂŒrfnissen der Menschen entgegenkommen, wenn sie angemessen sind. Erkenne toxische Kommunikationsmuster und lerne/schaffe Wege, sie abzubauen und auf gesĂŒndere und weniger schĂ€dliche Weise zu kommunizieren. Sei ehrlich zu deinen Grenzen und achte auf dich und die anderen. Der christlich geprĂ€gte, kapitalisierte Kolonialstaat hat uns gelehrt, niemals auszuruhen oder zu heilen. Weise alle Versuche zurĂŒck, Menschen dazu zu zwingen, ĂŒber ihre Grenzen hinauszugehen. Radikale SelbstfĂŒrsorge macht uns sicher und unverwundbar, wenn wir uns stĂ€ndig gegen die Regierbarkeit durch den Staat auflehnen.

Mache alles fĂŒr alle zugĂ€nglich.

Wir lehnen Ableismus und die Objektivierung unseres Körpers und Lebens ab und bauen kommunale Pflegenetzwerke mit Menschen auf, die in der Lage sind, Erste Hilfe und PflegeunterstĂŒtzung fĂŒr ein breites Spektrum von BedĂŒrfnissen zu leisten. Fordere Ableismus in unserer Sprache heraus, in der Art und Weise, wie wir uns organisieren und wie wir uns gegenseitig wertschĂ€tzen. Wir sind alle genug.

Schaff die Vergewaltigungskultur ab.

Lerne ĂŒber Vergewaltigung und Vergewaltigungskultur und wie sie mit der SchĂ€ndung heiliger LĂ€nder zusammenhĂ€ngt. Transformiere unsere Kultur und Praktiken in Bezug auf Verabredungen, Humor, Beziehungen, SexualitĂ€t, Zustimmung, Partys, Sexarbeit und Spiel, um die Vergewaltigungskultur abzuschaffen. Ziehe Mactivist*innen [1], Vergewaltiger*innen, Missbrauchende, Opportunist*innen und Widerlinge zu Rechenschaft. Stelle Zustimmung und gesunde Beziehungen in den Mittelpunkt unseres Handelns.

Verbreite radikale und kÀmpferische Freude.

Wir können den ganzen Scheiß auf den Kopf stellen, wĂ€hrend wir tanzen, singen, feiern, lachen, spielen, staunen, tiefe GesprĂ€che fĂŒhren, Geschichten erzĂ€hlen, Kunst machen, Liebe machen, Magie machen, Unglaubliches machen und Spaß haben.

[1] Personen, die ihren Ruf als Aktivist*innen oder Organisator*innen ausnutzen, um andere Menschen anzumachen.

~ Burn this world to build a new. ~

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Elany



Quelle: Schwarzerpfeil.de