Mai 12, 2022
Von FAU Halle
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Auf Initiative des BUND findet am Freitag, dem 13.5., um 15 Uhr auf dem Weißenfelser Marktplatz eine Kundgebung gegen den Schlachthof von Tönnies statt.

Die Aktion steht im Kontext des Aktionstag #Freitag13, mit dem die Aktion gegen Arbeitsunrecht dieses Jahr gegen Union Busting, also die UnterdrĂŒckung gewerkschaftlicher Organisierung, bei ALDI-SĂŒd protestiert. Der BUND knĂŒpft mit der Kundgebung in Weißenfels an frĂŒhere Proteste an, bei denen Gewerkschaften zusammen mit Umweltorganisationen und Tierbefreier*innen gegen den Schlachthof auf die Straße gingen.

Tönnies betreibt in Weißenfels den grĂ¶ĂŸten Schlachthof Ostdeutschlands. Hier arbeiten Tausende Menschen, darunter eine Vielzahl aus Ost- und SĂŒdosteuropa. Tönnies steht stellvertretend fĂŒr die Kernprobleme des heutigen Kapitalismus: Umweltverschmutzung, Befeuern des Klimawandels, Ausbeutung von Menschen als Arbeiter*innen und Mieter*innen, sowie TierquĂ€lerei. Auch in Weißenfels sind diese Auswirkungen seit Langem spĂŒrbar.

Zu Beginn der Corona-Pandemie geriet Tönnies in Rheda-WiedenbrĂŒck (NRW) wegen der hohen Infektionszahlen in der Belegschaft und deren ĂŒberbelegten und zudem ĂŒberteuerten UnterkĂŒnften in den Fokus der Öffentlichkeit. Presse und Politik empörten sich ĂŒber das ausgefeilte System der Ausbeutung durch ScheinselbstĂ€ndigkeit und Subunternehmer*innen. Als die Politik reagierte und die Fleischindustrie u.a. zum eigenhĂ€ndigen Betrieb der UnterkĂŒnfte verpflichtete und WerkvertrĂ€ge (SelbstĂ€ndigkeit) verbot, schienen sich die Dinge zum Besseren zu wenden. Doch aus gewerkschaftlicher Sicht ist diese Gesetzesreform das EingestĂ€ndnis einer Niederlage: Aufgrund der geringen Organisierung in der Fleischindustrie war es bisher nirgends möglich, dass Arbeiter*innen selber VerĂ€nderungen erkĂ€mpfen. Diese SchwĂ€che wird auch langfristig einer Durchsetzung der neuen gesetzlichen Mindeststandards im Weg stehen.

Diesen Eindruck bestĂ€tigen auch die Medienberichte aus diesem Jahr: Tönnies-Partner sollen illegal SchlachtabfĂ€lle auf Feldern in Bayern entsorgt und Tönnies selber soll Sozialbetrug organisiert haben. Es gibt also weiterhin mehr als genug GrĂŒnde, gegen Tönnies auf die Straße zu gehen.

Daher unterstĂŒtzen wir die Kundgebung des BUND in Weißenfels und hoffen, dass es in Zukunft wieder mehr gemeinsame Aktionen von UmweltschĂŒtzer*innen, TierschĂŒtzer*innen und -befreier*innen und von Arbeiter*innen mit ihren Gewerkschaften geben wird.




Quelle: Halle.fau.org