September 17, 2020
Von Ums Ganze
192 ansichten


„Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotiven der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gĂ€nzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse.“ (Walter Benjamin)

Die Welt steht in Flammen und sie zĂŒndeln weiter. Jeden Tag graben sie die Kohle aus und verbrennen sie in ihren Kraftwerken, obwohl sie wissen, dass dies der grĂ¶ĂŸte Verursacher fĂŒr CO2 ist. Obwohl sie wissen, dass wir in den nĂ€chsten Jahren auf Kipppunkte zulaufen, die die Klimakatastrophe unumkehrbar machen wird.

Sie, das sind die RWE AG, die von der Energie abhÀngige Industrie, das sind Investor:innen, die auf das Weiter-so setzen, das ist die Bundes- und Landesregierung, es ist eine von Deutschland dominierte EuropÀische Kommission. Alle Beteiligten wissen, was Phase ist und es wird trotzdem weiter Kohle gefördert.

Die Appelle an die Politik und die Massendemonstrationen wurden von Angela Merkel und anderen freundlich aber unbeeindruckt zur Kenntnis genommen. Der Kohleausstieg soll weiterhin erst dann kommen, wenn auch wirklich das letzte StĂŒck Kohle verfeuert wurde. Denn wie Irgendwer mal sagte: Die moderne Staatsgewalt ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen GeschĂ€fte der ganzen Kapitalistenklasse verwaltet. Etwas anderes ist aber auch nicht zu erwarten, denn das fossile Kapital liefert die Energie fĂŒr die gesamte Klasse. Und das Zusammenhalten der BesitztĂŒmer und der bestehenden Ordnung wird vehement verteidigt. So sehr sich einige einen grĂŒnen Kapitalismus auch wĂŒnschen: den wird es nicht geben, denn es steht keine Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch an – das sind bloß Fantastereien. Denn die Idealistin, TrĂ€umerin, Weltfremde, das ist die herrschende Klasse.

Ihre eigenen AnkĂŒndigungen, Selbstverpflichtungen usw. hat sie alle selbst gebrochen. Alles, was sie, seit dem sie vom Klimawandel weiß, geschafft hat, ist, selbst noch die Umweltzerstörung zu exportieren. Selbst wenn in der Bundesrepublik keine Kohle mehr verbrannt wird und die Industrie sich hier sonstwie ressourcenschonend aufstellt, die Umweltzerstörung wird im Kapitalismus notfalls ausgelagert weiterbetrieben. Wie immer betroffen von Kapitalismus und seiner Umweltzerstörung sind weltweit die Menschen, die es sich nicht leisten können, sich selbst zu schĂŒtzen.

Die Verantwortlichen sind die Saboteur:innen jeglicher effektiven Klimapolitik und jeglichen menschenwĂŒrdigen Zusammenlebens, weil diese ihrem GeschĂ€ftsmodell und Wachstumszwang im Weg stehen. Sie drohen den Staaten zu klagen, wenn ihnen die Betriebserlaubnis entzogen wird. Sie drohen, die BeschĂ€ftigten in Armut zu hinterlassen und die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Sie nehmen Menschen ihre Zeit, ihre Gesundheit und die Ressourcen, die wir zum Leben brauchen. Sie werden mit ihrer Sabotage nicht von selbst aufhören, sie mĂŒssen gestoppt werden. Und wenn sie niemand anderes aufhĂ€lt, mĂŒssen wir es halt tun. Halten wir ihre Maschinen an, treiben wir die Kosten in die Höhe. So lange, bis es sich nicht mehr rechnet. Wir werden den Irrsinn dort, wo er stattfindet, stoppen. Deshalb schließen wir uns den Aktionen von Ende GelĂ€nde im Rheinland vom 23. – 27. September 2020 an.

Sabotieren wir die Saboteur:innen.
Wir sehen uns in der Grube!

Dieser Beitrag wurde unter Feature veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.



Quelle: Umsganze.org