Juli 30, 2022
Von Indymedia
150 ansichten

Liebe Freund*innen,
liebe UnterstĂŒtzer*innen,

am Samstag, den 27. August rufen auch wir von Aufstehen gegen Rassismus (AgR) zur bundesweiten Demonstration anlĂ€sslich des rassistischen Pogroms in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren auf. FĂŒnf Tage lang griffen Ende August 1992 hunderte Neonazis unter dem Schutz tausender applaudierender Zuschauer*innen die Zentrale Aufnahmestelle fĂŒr Asylbewerber und das so genannte Sonnenblumenhaus, ein Wohnheim fĂŒr ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, an und steckten es mit Molotowcocktails in Brand. Die Polizei schritt kaum ein und zog sich schließlich ganz zurĂŒck. Die im brennenden Haus eingeschlossenen Menschen waren schutzlos sich selbst ĂŒberlassen.

Das Pogrom von Rostock fiel nicht vom Himmel. Es war die Folge einer rassistischen Kampagne der damaligen konservativen Regierung, die nach der Wende ihre Versprechungen von „blĂŒhenden Landschaften“ in der ehemaligen DDR nicht halten konnte und zur Ablenkung auf die rassistische Karte setzte. Asylsuchende wurden zu Verantwortlichen fĂŒr Arbeitslosigkeit und leere Kassen gestempelt. Rostock war kein Einzelfall. Die „Anti-Asyl-Kampagne“ zu Beginn der 1990er Jahre schĂŒrte rassistische Einstellungen und ermutigte Neonazis zu Gewalt und AnschlĂ€gen in ganz Deutschland. Der britische Independent on Sunday kommentierte: „Die Nazi-Gangs in Deutschland sind das Produkt einer rassistisch geprĂ€gten Krise, nicht die Ursache. Sie sind das Ergebnis einer systematischen Kampagne der Regierung, die AuslĂ€nder als Problemgruppe darstellt.“

Wir mobilisieren zur Demo in Rostock-Lichtenhagen, denn heute bringt sich die AfD angesichts der steigenden Preise infolge des Ukraine-Kriegs mit einer rassistisch aufgeladenen national-“sozialen” Kampagne lĂ€ngst als Brandstifter und Brandbeschleuniger in Stellung: So heizt der heimliche AfD-Chef Björn Höcke die Sorgen der „deutschen BĂŒrger“ an, die „fĂŒr ein anderes Land im Winter frieren sollen“. Und ein AfD-Bundestagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt triumphiert: „Wenn spĂ€testens im Herbst der Unmut der Bevölkerung wieder auf die Straßen tritt, sind wir nun gut vorbereitet.“

Antirassistischer und antifaschistischer Protest heute ist umso wichtiger, da sich das rechtsoffene bis extrem rechte Lager in den letzten Jahren durch die Corona-Proteste ausgeweitet, radikalisiert und weiter vernetzt hat. Gemeinsam wollen wir in Rostock deutlich machen: Nie wieder! Unsere Alternative ist SolidaritĂ€t — unabhĂ€ngig von Herkunft, Religion, sexueller IdentitĂ€t und Geschlecht.




Quelle: De.indymedia.org