Oktober 10, 2022
Von Die Plattform
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Am 9. Oktober 2019, heute vor drei Jahren, versuchte ein bewaffneter Faschist in eine Synagoge in Halle einzudringen. Er scheiterte an der schweren Holztür des Gebäudes, die wohl mehreren Dutzend Jüd:innen das Leben rettete.

Danach wandte sich der Attentäter von der Synagoge ab und lief durch die Straßen und zu einem Döner-Imbiss. Dort erschoss er zwei Menschen, Jana L. und Kevin S.

Der Täter handelte aus antisemitischen, rassistischen und antifeministischen Motiven. Im Netz hatte er sich in faschistischen Foren und Räumen vernetzt und radikalisiert. Er sah seinen Anschlag in einer Reihe mit anderen rechtsterroristischen Angriffen – Utøya, Christchurch waren seine Vorbilder.

Der Rechtsterror von Halle beweist drei Dinge:

1. Faschistischer Terror bleibt eine tödliche Realität und unmittelbare Bedrohung, besonders für Jüd:innen, Schwarze Menschen und People of Color.

2. Dieser Terror ist längst nicht mehr ein räumlich begrenztes Phänomen. Faschist:innen vernetzen sich weltweit. Im Internet sind Räume entstanden, in denen sich Rechte gegenseitig zur Gewalt anstiften.

3. Der Staat hat keine wirklichen Antworten auf diesen Terror. Es gab keinen Schutz für die Synagoge trotzdem es der höchste jüdische Feiertag war. Nach dem ersten Notruf schickte die Polizei einen Streifenwagen. Zwar wurde der Täter gestellt und verurteilt. Aber die Bedrohung, die von faschistischem Terror ausgeht, bleibt. Denn dieser Staat wird niemals an die Wurzeln des rechten Terrors gehen können.

Jana und Kevin zu gedenken, heißt angesichts dieser Zustände, weiter den Kampf gegen den rechten Terror und den Faschismus entschlossen zu führen. Bauen wir eine antifaschistische Bewegung auf – hier und überall. Wenn der Rechtsterror international vernetzt ist, so muss es unser Kampf gegen ihn auch sein. Tauschen wir uns weltweit aus und lernen wir zusammen zu kämpfen.

Damit Faschismus und rechter Terror irgendwann Geschichte sind!




Quelle: Dieplattform.org