MĂ€rz 21, 2021
Von Die Plattform
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Nachdem wir gestern bereits die freudige Nachricht von der GrĂŒndung unserer neuen Lokalgruppe in Leipzig verkĂŒnden durften, gibt es aus unserer Organisation heute gleich das nĂ€chste erfreuliche Update: In den vergangenen zwei Tagen, dem 20. und 21. MĂ€rz, sind wir, die anarchakommunistische Plattform zu unserem nun schon vierten Föderationskongress zusammengetreten.

Aufgrund der gegenwĂ€rtigen UmstĂ€nde, die durch Corona-Pandemie und massive staatliche EinschrĂ€nkungen geprĂ€gt sind, war es uns anders als noch bei den vergangenen Kongressen dieses Mal leider nicht möglich, in PrĂ€senz zusammenzukommen. Stattdessen organisierten wir den Kongress online ĂŒber Telefon- und Videokonferenzen. Obwohl das natĂŒrlich den Wegfall der direkten Begegnung und des unmittelbaren Austauschs unter Genoss*innen nicht ausgleichen konnte, war so zumindest im begrenztem Maße das GefĂŒhl, einander nah zu sein, vorhanden.

Thematisch war dieser vierte Kongress sehr breit aufgestellt. So ging es nach einer kurzer Eröffnungsrede und der Verlesung einiger Grußworte, die uns aus aller Welt erreichten (unten mehr dazu) unter anderem um die Frage, wie wir unserer bisherige Praxis in den sozialen Bewegungen der lohnabhĂ€ngigen Klasse ausbauen, wie wir die Vernetzung zu anderen Gruppe im deutschsprachigen Raum verbessern und wie wir unser kĂŒrzlich erarbeitetes Awarenesskonzept fĂŒr die Föderation praktisch umsetzen können. In allen Bereichen gelang es uns, mit Unklarheiten aufzurĂ€umen und auf viele offene Fragen wurden gemeinsame Antworten gefunden.

Auch theoretisch ging es voran: Unser organisationsinternes Komitee KlimakĂ€mpfe stellte die bisherigen Ergebnisse bei der Ausarbeitung unserer Theorie im Bereich Ökologie vor und zur Diskussion. In einer weiteren Arbeitsgruppe wurde ĂŒber die Perspektive der Organisation auf die Corona-Pandemie gesprochen. In beiden FĂ€llen zeigte sich wieder einmal der große Wert eine ĂŒberregional aufgestellten anarchistischen Organisation: Das Zusammenbringen verschiedenster Menschen aus allen Winkeln des deutschsprachigen Raums, die jeweils ihre eigene Perspektive in den gegenseitigen Austausch einbringen und so die Diskussion bereichern.

Alles in allem auch trotz des fehlenden direkten Kontakts also ein erfolgreicher Kongress, der uns alle nochmal stĂ€rker zusammengeschweißt und motiviert hat, auch im nĂ€chsten halben Jahr unser Möglichstes zu geben fĂŒr den Aufbau der Organisation und die Einmischung in die sozialen KĂ€mpfe vor Ort.

Ebenfalls motivierend: All die lieben GrĂŒĂŸe und Grußworte, die uns von unseren Genoss*innen aus aller Welt erreicht haben. Hier sei beispielhaft nur  die Nachricht aufgefĂŒhrt, die uns aus Griechenland von unseren Genoss*innen von ΑΜαρχÎčÎșÎź ÎŸÎŒÎżÏƒÏ€ÎżÎœÎŽÎŻÎ± (Anarchistische Föderation) erreicht haben:

Liebe Genoss*innen von die plattform,

im Namen der Anarchistischen Föderation aus Griechenland grĂŒĂŸen wir euch zu eurem 4. Föderationskongress und hoffen fĂŒr euch auf einige fruchtbare politische Prozesse, die eurem Kampf, unserem gemeinsamen Kampf, helfen werden.

Von Anfang an sahen wir die GrĂŒndung eurer Organisation als einen positiven und notwendigen Schritt fĂŒr den Ausgang der sozialen KĂ€mpfe und KlassenkĂ€mpfe und die anarchistisch-kommunistische politische Intervention in einer Gesellschaftsformation, die sich im Herzen des europĂ€ischen Kapitalismus befindet.

In der mehrmonatigen Zusammenarbeit mit euch im Rahmen der internationalen anarchistischen Koordination haben wir unsere gemeinsamen politischen UrsprĂŒnge und Auffassungen identifiziert. Die zusammenhĂ€ngende und systematische politische Zusammenarbeit der anarchistischen Kommunist*innen und die internationalistische Verbindung ihrer KĂ€mpfe ist eine notwendige Voraussetzung fĂŒr die StĂ€rkung unseres Einflusses in der Arbeiter*innenklasse und fĂŒr die Förderung ihrer KĂ€mpfe. Deshalb bewerten wir die Zusammenarbeit mit die plattform und den anderen anarchistisch-kommunistischen Organisationen, die die internationale anarchistische Koordination bilden, positiv.

Jetzt, wo die Staaten den kapitalistischen Wiederaufbau und massive, harte Angriffe auf die UnterdrĂŒckten und Ausgebeuteten starten und versuchen, die Lasten der kapitalistischen Krise und der Covid-19-Krise auf unserem RĂŒcken zu tragen, mĂŒssen wir entschlossen und beharrlich den Puls der BedĂŒrfnisse der Arbeiter*innen und der Menschen von unten fĂŒhlen und alle unsere Anstrengungen auf die Reorganisation, die Verbreiterung und die Intensivierung des sozialen Widerstands und des Klassenwiderstands richten.

Die soziale Notwendigkeit muss der Leitfaden unseres Handelns sein. Unsere Verantwortlichkeiten sind vielfĂ€ltig. Aber vom ersten Moment unserer politischen Organisierung an haben wir bewusst akzeptiert, dass der Weg, den wir gehen mĂŒssen, hart und schwierig ist. Aber es gibt keinen anderen Weg zur sozialen Emanzipation und zur Klassenemanzipation als die globale soziale Revolution.

Genoss*innen, wir versichern euch, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen werden, bis zur Erreichung universeller Gerechtigkeit, fĂŒr die wir kĂ€mpfen, bis wir gemeinsam eine libertĂ€re kommunistische Gesellschaft im internationalen Maßstab aufbauen.

Mit kameradschaftlichen GrĂŒĂŸen,
ΑΜαρχÎčÎșÎź ÎŸÎŒÎżÏƒÏ€ÎżÎœÎŽÎŻÎ± – Anarchistische Föderation

Wir senden unsere Worte des Dankes zurĂŒck nach Griechenland und auch an alle anderen befreundeten Organisationen, die uns anlĂ€sslich des Föderationskongresses ihre herzlichen GrĂŒĂŸe haben zukommen lassen. Eure Verbundenheit spendet Mut, Kraft und Zuversicht fĂŒr die kommenden KĂ€mpfe! Es lebe die grenzenlose SolidaritĂ€t!

Wir blicken weiterhin schwierigen Zeiten entgegen, die ĂŒberschattet werden von der Pandemie, den unzĂ€hligen Toten und den staatlichen Eingriffen in unsere Leben. Aber wir wissen, dass es kein Grund ist, zu verzagen und sich in die soziale Isolation zurĂŒckzuziehen, in die uns dieses System nur allzu gerne treiben will, um zu verhindern, dass wir uns gegen seine Zumutungen wehren. Es ist umso mehr ein Grund, dass wir uns zusammenschließen, dass wir uns organisieren und dass wir tun, was wir können, um die Organisation aufzubauen. Sie ist unser gemeinsames Werkzeug, das unser Handeln verbindet und ihm eine gemeinsame Richtung gibt. Wenn du dich in unseren Zielen wiedererkennst, dann schreib uns und komm auch du zur Plattform. Bau gemeinsam mit uns die Organisation auf!

Nur gemeinsam können wir unserm Ziel – eine herrschaftsfreie, klassenlose Gesellschaft – nĂ€her kommen. Lasst es uns anpacken! Lasst uns vereint voranschreiten – immer fragend, aber immer gemeinsam!




Quelle: Dieplattform.org