August 22, 2021
Von RESolut
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Heute Morgen haben Aktivist*innen aus dem Umfeld der ausserparlamentarischen, linken Gruppierung RESolut ein Banner mit der Aufschrift: «Hier wĂ€ren 5 Âœ Jahre Zwischennutzung möglich gewesen» an den Zaun des verlassenen GebĂ€udes an der Obergrundstrasse 99 gehĂ€ngt.

Damit protestieren wir gegen den anhaltenden Leerstand und Verfall der beiden Villen an der Obergrundstrasse 99 und 101.

Vor 5 Âœ Jahren wurde das Haus an der Obergrundstrasse 99 besetzt und der Allgemeinheit zurĂŒckgegeben, die Besetzung erfreute sich grosser Beliebtheit in ganz Luzern und darĂŒber hinaus. Hunderte Personen beteiligten sich ĂŒber die wenigen Wochen an der Besetzung. Die Stadt um Manuela Jost, welche in der Sache «Bodumvillen» schon zuvor versagt hatte, hat einen geradezu historischen Fehler gemacht: Sie hat sich nicht fĂŒr die Besetzer*innen eingesetzt und stattdessen den damaligen Besitzer Jorgen Bodum hofiert und das GebĂ€ude rĂ€umen lassen.

In der Folge hat Jorgen Bodum das Dach abdecken lassen und jeglichen Unterhalt unterlassen. Über Jahre regnete es in die Villa an der Obergrundstrasse 99 hinein. Sie ist mittlerweile komplett unbewohnbar.

Wieder verhandelte die Stadt mit dem Tee-Laden-Inhaber Jorgen Bodum und wieder kamen sie zu keinem Ergebnis. Als rund ein Jahr spĂ€ter die Nachbarvilla an der Obergrundstrasse 101 besetzt wurde, wiederholte die Stadt ihren Fehler und liess auch dieses GebĂ€ude rĂ€umen, dieses Mal war es eine an BrutalitĂ€t kaum zu ĂŒbertreffende RĂ€umung durch die Sondereinheit Luchs. Es wirkte so, als wollte die Stadt mit der RĂ€umung den Besetzer*innen einen Denkzettel verpassen.

Abermals kĂŒndete Frau Jost an, dass nun Fahrt in die Sache komme, abermals passierte nichts. Bis RESolut im Januar 2020 einen Bevölkerungsantrag mit 248 Unterschriften aus der Luzerner Bevölkerung eingereicht hat, der die Enteignung der Bodumvillen forderte. Etwas spĂ€ter verkaufte Jorgen Bodum die beiden Villen an die Architekturfirma Romano & Christen.

Bei der Beantwortung des Bevölkerungsantrages bezog sich die Stadt darauf. Sie behauptete, dass durch den Verkauf eine neue Situation entstanden sei und nun endlich Fahrt in die Sache komme. Doch bis heute warten wir vergeblich darauf, dass an der Obergrundstrasse etwas ZĂ€hlbares passiert. Das Interesse an den beiden Villen in bester Lage ist nach wie vor gross. Es wird Zeit, dass diese GebĂ€ude der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht werden, damit dort dringend notwendiger Freiraum entstehen kann.

Luzern 22.08.2021, RESolut




Quelle: Resolut.noblogs.org