Oktober 11, 2021
Von FAU Flensburg
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Seit einigen Monaten kĂ€mpfen die Rider:innen bei Gorillas fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen, dabei kam es immer wieder zu wilden Streiks. Der unbefristete Streik fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen wurde nun durch das Management auf harte Weise angegriffen. Warum sollten wir uns mit Arbeiter:innen aus anderen Branchen solidarisieren und ihre KĂ€mpfe tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzen?

1. Wir alle bekommen Prekarisierung, Lohndumping & schlechte Arbeitsbedingungen zu spĂŒren.

PrekĂ€re BeschĂ€ftigung ist im Kapitalismus keine Seltenheit, sondern die Regel. Um Produktionskosten zu drĂŒcken, kommt es zu niedrigen Löhnen, Outsourcing, flexiblen ArbeitsvertrĂ€gen und anderen Angriffen auf unsere Arbeitsbedingungen. Die Gorillas Workers sind nur ein Symbol fĂŒr die prekĂ€re BeschĂ€ftigung, die in vielen anderen Unternehmen ganz Ă€hnlich ablĂ€uft und doch unsichtbar bleibt. Umso wichtiger ist es, ArbeitskĂ€mpfe zu unterstĂŒtzen, die aufzeigen, unter welchen prekĂ€ren Bedingungen wir arbeiten mĂŒssen und die auch zeigen, dass wir Verbesserungen erkĂ€mpfen können. SektorĂŒbergreifende SolidaritĂ€t zeigt nicht nur die Parallelen der verschiedenen ArbeitskĂ€mpfe auf, sondern gibt auch Kampfkraft. Ein Beispiel dafĂŒr sind die Streikenden der Deutschen Bahn, die sich mit Gorillas-Lieferant:innen solidarisiert haben und praktisch durch Spenden die Streikkasse unterstĂŒtzten.

2. Gib Union Busting keine Chance, egal in welcher Branche.

Wenn Arbeiter:innen Widerstand gegen ihren unmenschlichen Arbeitsalltag leisten, scheuen deren Chefs vor keiner Möglichkeit zurĂŒck, sie zu schwĂ€chen. Bei jedem Arbeitskampf setzen sie legale und illegale Praktiken ein, um die Organisierung der Arbeiter:innen zu verhindern. EinschĂŒchterung, Sabotage einer BetriebsratsgrĂŒndung oder KĂŒndigung der Streikenden gehören zum gĂ€ngigen Repertoire. Bei den KĂ€mpfen bei Gorillas zeigt sich das wieder einmal. Auch hier wird mit allen Mitteln versucht, die Streikenden zu stoppen. Lasst sie uns durch unsere Anwesenheit, praktische Hilfen und Öffentlichkeit unterstĂŒtzen! Denn jeder erfolgreiche Angriff darauf, uns zu organisieren und zu streiken, ist ein Angriff auf unser aller Recht.

3. Gemeinsam sind wir stÀrker!

Die systematische Ausbeutung von Arbeitskraft ist nicht nur bei Plattformunternehmen Alltag. Wir alle, die auf unsere Löhne angewiesen sind, arbeiten fĂŒr Unternehmen, die Profit aus unserer Arbeit schlagen. Zu niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen treffen wir vom Einzelhandel ĂŒber das Krankenhaus oder auch in der Gastronomie an. Besonders starke Ausbeutung trifft dabei vor allem unterdrĂŒckte Gruppen, wie die Jugend, Migrant:innen und Frauen. Überall setzen sich Arbeiter:innen gegen diese Logik zur Wehr, um fĂŒr Verbesserungen zu kĂ€mpfen. Warum also alleine kĂ€mpfen? Auch, wenn wir sehr verschiedene Jobs ausĂŒben und sich unsere Arbeitsbedingungen unterscheiden, kĂ€mpfen wir dennoch den gleichen Kampf. FĂŒr die ErfĂŒllung unserer BedĂŒrfnisse statt der ErfĂŒllung von Profitinteressen. Wir mĂŒssen  uns also zusammenschließen und uns gegenseitig unterstĂŒtzen. Außerdem können wir dabei wichtige Erfahrungen sammeln, fĂŒr die bei uns anstehenden KĂ€mpfe. Denn langfristig können wir nur gemeinsam gewinnen!

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Quelle: Fau-fl.org