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Aufruf zum AntiautoritĂ€ren Block auf der Demo „No War but Class War“ gegen Krieg und AufrĂŒstung.

09.04. / 14 Uhr / U Unter den Linden

[English below]

Was die Menschen in der Ukraine gerade erleben ist fĂŒr uns nur schwer vorstellbar. Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Ganze StĂ€dte sind zerstört. Sie verlieren ihr Hab und Gut, ihre Familie und Freund*innen und ihre Zukunft. Viele werden gezwungen in diesem Krieg zu kĂ€mpfen, gegen Menschen, die ihre Geschwister sein könnten. Tausende sterben. Ihr Leid, verursacht durch den russischen Staat, ist durch nichts zu rechtfertigen und wir mĂŒssen an ihrer Seite stehen.

Auch die Zeichen der Bundesregierung sind klar: sie nutzt die Situation als Vorwand fĂŒr massive AufrĂŒstung, die Deutschland weltweit von Platz 7 auf Platz 3 der RĂŒstungsausgaben bringt. Die 100 Milliarden Euro, die die Bundeswehr bekommen soll, werden den Krieg in der Ukraine nicht beenden. Geopolitische AufrĂŒstung schafft keinen Frieden, sondern treibt die Eskalation voran.

Das letzte Jahrhundert zeigt, wohin deutsche Großmachtambitionen fĂŒhren. Auch nach dem 2. Weltkrieg war die Bundeswehr mit anderen NATO-Staaten bereits Teil völkerrechtswidriger KriegseinsĂ€tze, wie in Afghanistan oder im Kosovo. Die Bundeswehr ist keine freundliche, demokratische Institution, die unsere „Werte“ verteidigt. Sie wurde von Nazi-GenerĂ€len gegrĂŒndet und weist bis heute deutliche rechtsextreme Tendenzen auf.

SolidaritĂ€t mit allen GeflĂŒchteten

Die Bundesregierung gibt sich gerade sehr großzĂŒgig, wenn es um die Aufnahme GeflĂŒchteter aus der Ukraine geht. Dabei ist es nur Monate her, dass selbige ihr Versprechen, GeflĂŒchtete aus Afghanistan aufzunehmen, gebrochen hat. Und das, obwohl sie selbst konkret mitverantwortlich fĂŒr die Situation ist, die Menschen dort zur Flucht zwingt. Es sind seit jeher westliche Staaten, die Fluchtursachen schaffen: durch ihren Kolonialismus, sei es mit kriegerischen Mitteln oder durch wirtschaftliche Erpressung, indem sie das Leben der Menschen und natĂŒrliche Ressourcen ausbeuten. Weil fĂŒr die kapitalistische, westliche Lebensweise das Klima und die Lebensgrundlagen woanders zerstört werden, werden Menschen dort zur Flucht gezwungen.

Nun zeigt sich aber, dass es sehr wohl möglich ist, hunderttausende Menschen willkommen zu heißen. Wir begrĂŒĂŸen die breite UnterstĂŒtzung GeflĂŒchteter aus der Ukraine. Aber viele Akteure, die nun SolidaritĂ€t behaupten, verfolgen eine rassistisch ausschließende Politik. Diese Politik will nur bestimmte GeflĂŒchtete willkommen heißen.

Wir fordern, diese selektive Willkommenskultur zu durchbrechen und sich fĂŒr GeflĂŒchtete weltweit einzusetzen!  Es braucht sichere Fluchtwege und die Aufnahme aller Menschen, die fliehen mĂŒssen. UnabhĂ€ngig davon was in ihrem Pass steht, wie sie aussehen, ob sie desertieren oder woher sie fliehen.

Wieso antiautoritÀr?

AntiautoritĂ€r heißt herrschaftskritisch. Das kapitalistische System an sich fĂŒhrt durch das Streben nach mehr Profit sowie Konkurrenz um AbsatzmĂ€rkte und Ressourcen unvermeidlich immer wieder zu Krieg. Ein System das auf Herrschaft basiert, in dem Einzelne fast alles besitzen und dadurch die Macht haben, ĂŒber das Schicksal der allergrĂ¶ĂŸten Mehrheit zu entscheiden, wird immer wieder die Interessenskonflikte Weniger auf dem RĂŒcken der Mehrheit austragen.

Wir stellen uns weder auf die Seite Putins und der russischen Regierung, noch auf die der NATO. Unsere SolidaritĂ€t gilt denen, die unter Kriegen leiden, und denen, die gegen sie auf die Straße gehen. Auch woanders sind es wir, die LohnabhĂ€ngigen, Erwerbslosen, Lernenden 
 die die Last des Krieges tragen.

Am 9. April wollen wir gemeinsam deutlich machen:

  • SolidaritĂ€t mit den Menschen in der Ukraine!
  • SolidaritĂ€t mit denen, die in Russland und Belarus gegen den Krieg protestieren, mit Desertierenden!
  • SolidaritĂ€t mit allen Menschen, die weltweit zur Flucht gezwungen werden!
  • Grenzregime und Kapitalismus töten. Gemeinsam und organisiert können wir sie ĂŒberwinden!
  • FĂŒr den Frieden und die klassenlose Gesellschaft!

Kommt mit uns in den antiautoritÀren Block!

No War but Class War!

Unterzeichnet von:

Perspektive Selbstverwaltung
Die Plattform
Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult
Anarchistische Bewegung Magdeburg

English Version:

at the demo „No War but Class War“ against war and rearmament

09th of April / 14 o’clock / U Unter den Linden

What people in Ukraine are experiencing right now is hard for us to imagine. Millions of people are on the run. Whole cities have been destroyed. They are losing their belongings, their family and friends, and their future. Many are forced to fight in this war against people who could be their siblings. Thousands die. Their suffering, caused by the Russian state, is unjustifiable and we must stand by their side.

The signs of the German government are clear: it is using the situation as a pretext for massive rearmament, bringing Germany from 7th to 3rd place worldwide in terms of military spending. The 100 billion euros that the Bundeswehr is to receive will not end the war in Ukraine. Geopolitical rearmament does not create peace, but drives escalation forward.

The last century shows where great power ambitions by Germany leads. Even after World War 2, the Bundeswehr, together with other NATO states, was part of war operations violating international law, such as in Afghanistan or Kosovo. The Bundeswehr is not a friendly, democratic institution defending our „values“. It was founded by Nazi generals and to this day shows clear right-wing extremist tendencies.

Solidarity with all refugees

The German government is presenting itself as very generous right now when it comes to receiving refugees from Ukraine. Yet it was only months ago that the same government broke its promise to take in refugees from Afghanistan. And this despite the fact that the government itself is partly responsible for the situation that is forcing people to flee from there. It has always been Western states that create causes of flight: through their colonialism, whether by warlike means or through economic blackmail, by exploiting people’s lives and natural resources. Because the climate and livelihoods elsewhere are destroyed for the capitalist, western way of life, people there are forced to flee.

But now we see that it is very possible to welcome hundreds of thousands of people. We welcome the broad support of refugees from Ukraine. But many actors who are now claiming solidarity are pursuing a racist exclusionary policy. These policies seek to welcome only certain refugees.

We demand to break this selective welcome culture and stand up for refugees worldwide!  There is a need for safe escape routes and the acceptance of all people who have to flee. Regardless of what their passport says, what they look like, whether they desert or where they flee from.

Why anti-authoritarian?

Anti-authoritarian means being critical of domination. The capitalist system in itself inevitably leads to war through the pursuit of more profit and competition for markets and resources. A system based on domination, in which individuals own almost everything and thus have the power to decide the fate of the vast majority, will always carry out the conflicts of interest of the few on the backs of the majority.

We do not side with Putin and the Russian government, nor with NATO. Our solidarity is with those who suffer from wars and those who take to the streets against them. Elsewhere, too, it is people like us, the wage-earners, the unemployed, the learners 
 who bear the burden of war.

On April 9, we want to make clear together:

  • Solidarity with the people in Ukraine
  • Solidarity with those who protest against the war in Russia and Belarus, with deserters!
  • Solidarity with all people who are forced to flee worldwide!
  • Border regimes and capitalism kill. Together and organized we can overcome them!
  • For peace and classless society!

Join us in the anti-authoritarian block!

No War but Class War!

Signed by:

Perspektive Selbstverwaltung
Die Plattform
Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult
Anarchistische Bewegung Magdeburg




Quelle: Glitzerkatapult.noblogs.org