Mai 17, 2021
Von Emrawi
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Besonders Angehörige der schiitischen Minderheiten (viele von ihnen ethnische Hazara) berichten von Familienmitgliedern und Freunden, die jetzt dabei sind, ihre Koffer zu packen. „Ob der Anschlag von den Taliban oder dem ISKP (IS-Khorasan-Provinz) verĂŒbt wurde, ist letztlich unerheblich, so oder so fĂŒrchten gerade die Hazara jetzt wieder um ihr Leben,“ schĂ€tzt Langthaler die Lage ein und verweist auf die Massaker, die von den Taliban wĂ€hrend ihrer Herrschaft an der Minderheit verĂŒbt wurden.

Sofortiger Abschiebungsstopp

„In einer solchen Situation an der fĂŒr Dienstag geplanten Charter-Abschiebung nach Kabul festzuhalten, grenzt an RealitĂ€tsverweigerung,“ zeigt sich asylkoordination-Sprecher Lukas Gahleitner-Gertz entsetzt. Der asylkoordination ist bekannt, dass einigen GeflĂŒchteten das Abschiebedatum kommende Woche von den Behörden per Bescheid mitgeteilt wurde. Am Wochenende kam es in mehreren BundeslĂ€ndern zu Festnahmen. „Unsere Forderung nach einem Stopp jeglicher Abschiebungen nach Afghanistan ist aktueller und dringender denn je: Aufgrund des beabsichtigten Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan in den nĂ€chsten Wochen rechnet sogar die deutsche Bundesregierung mit einer erheblichen Verschlechterung der Sicherheitslage.“ Statt Geld und Energie in sinnlose Abschiebungen, die Menschenleben gefĂ€hrden, zu vergeuden, wĂ€re es höchste Zeit, sich auf die Evakuierung besonders gefĂ€hrdeter Personen zu konzentrieren.

Evakuierung afghanischer Mitarbeiter*innen

Besonders gefĂ€hrdet sind jene Afghanen, die unmittelbar mit oder fĂŒr die jetzt abziehenden westlichen MilitĂ€rs und SicherheitskrĂ€fte gearbeitet haben. „Auch 14 Österreicher waren zuletzt noch vor Ort im Einsatz. Wir fordern, dass zumindest ihre afghanischen Mitarbeiter*innen – wie Dolmetscher und Chauffeure – und ihre Familien direkt nach Österreich gebracht werden,“ so die asylkoordination österreich. Es ist aber auch damit zu rechnen, dass auch aus Europa abgeschobene Personen als Kollaborateure des Westens von den Taliban verfolgt werden. Mit der sich abzeichnenden (zumindest teilweisen) MachtĂŒbernahme der Taliban verlieren vor allem gebildete Frauen und alle Menschen, die in den vergangenen zwanzig Jahren westlich geprĂ€gte Bildungssysteme durchlaufen haben, ihre Lebensgrundlage. „Der Westen ist mit seiner Interventionspolitik gescheitert, jetzt mĂŒssen die Menschen in Afghanistan die Folgen ausbaden.“

Abschiebung am 16.Mai 2021 stoppen!!!




Quelle: Emrawi.org