MĂ€rz 21, 2021
Von Indymedia
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Am Vormittag des 19.03. hing die Gruppe „Bust Repression“ zwölf Poster in Moabit auf, die Polizei und Gericht kritisieren und zur solidarischen Prozessbegleitung aufrufen. Die Poster wurden entlang der Demoroute der Kampagne „Gemeinschaftlicher Widerstand“ aufgehĂ€ngt, welche in den Abendstunden gegen Repression, Polizeigewalt und Knast auf die Straße ging. Sie rufen zur solidarischen Begleitung eines Gerichtsprozesses im Zusammenhang mit einer Demo fĂŒr die Rigaer94 in 2016 auf.

Auf den Postern ist ein Polizist vor Gericht zu sehen, vor ihm liegt ein Mensch am Boden. Auf dem Plakat abgebildete Textzeilen ordnen die Szenerie ein: „Kiezdemo 2016: Erst verprĂŒgeln sie dich, dann lĂŒgen sie vor Gericht.“ Was zu tun ist, findet sich darunter: „Prozess und Kundgebung vor dem Gericht Turmstr. 91“ Der erwĂ€hnte Gerichtsprozess dreht sich um eine Demo fĂŒr die Rigaer94 aus dem Jahr 2016. Nachdem die angeklagte Person, Kikou, auf der Demo von Polizist*innen verprĂŒgelt wurde, wird ihr jetzt unter anderem „versuchte gefĂ€hliche Körperverletzung“ vorgeworfen. Der Prozess sollte ursprĂŒnglich am 26. MĂ€rz stattfinden, wurde jedoch kurzfristig auf voraussichtlich den 22. Juni verschoben. Dieses Datum findet sich auf den Plakaten. Doch damit nicht genug: Am Morgen des auf die Plakataktion folgenden Tages wurde der Termin ein weiteres Mal verschoben, dieses Mal auf den 25. Juni. „Ich kann verstehen, warum der Richter keine Lust auf den Prozess hat,“ erklĂ€rt Lilou, der Bruder des Angeklagten: „2018 wurde ich bei einem Prozess zur selben Demo in allen Punkten freigesprochen, weil die Cops sich beim LĂŒgen zu doof angestellt haben. Und jetzt lĂŒgen die selben Cops ĂŒber meinen Bruder Kikou.“ FĂŒr die Methoden hat er allerdings kein VerstĂ€ndnis: „Der soll es einfach hinter sich bringen und meinen Bruder freisprechen. Durch die Verschiebungen machen sich die Polizist*innen halt bloß zu spĂ€terem Zeitpunkt lĂ€cherlich. Wir sind auch im Juni noch da!“

Offensichtlich hat die Aktion die Polizei mĂ€chtig geĂ€rgert: Sie gingen prompt auf Schnitzeljagd und tauschten in weniger als sechs Stunden und noch vor Demobeginn alle Poster wieder mit normaler Werbung aus. Doch auch ohne Poster wurden die Teilnehmer*innen der Demonstration mit einem Redebeitrag und Flyern ĂŒber den anstehenden Prozess informiert. Und schicke Bilder von den Plakaten gibt es auch!

Weitere Infos auf https://110luegen.noblogs.org

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Quelle: De.indymedia.org