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Gestern am 25.06.21 wollte die AfD Neu-Ulm ungestört in der GaststĂ€tte Gut Holz in der Schwabenstraße 35 Neu-Ulm einen Vortrag von dem sehr wertgeschĂ€tzten Dr. Rainer Rothfuß abhalten. Dem wurde spontan & deutlich widersprochen, hier ein kurzer Bericht:

Trotz öffentlicher Geheimhaltung war es recht einfach den genauen Ort herauszufinden – schließlich ist die lokale AfD aus jedem Raum den sie in den vergangen Jahren nutzte, rausgeflogen. Nach der Landtagswahl Niederlage 2021 schloss sogar der letzte öffentlich bekannte RĂŒckzugsraum: Ihr BĂŒro in Söflingen.

Nur noch das Gut Holz lĂ€sst sie wohl noch rein. Und das nicht zum ersten Mal. Im Juli 2019 waren sie schonmal da. Es wurde sehr kurzfristig und, wie man so schön sagt, „spektrumsĂŒbergreifend“ in Ulm/Neu-Ulm zum spontanen Gegenprotest aufgerufen. Wir beteiligten uns und verteilten einiges an Flyern in der Nachbarschaft.

Zu Rainer Rothfuß, der schon seit Jahren verschwörungsideologische Narrative verbreitet, findet sich mehr in z.B. diesen Artikel von AllgĂ€u Rechtsaußen.

Insgesamt waren um die 30 Personen vor Ort und damit fast doppelt so viel wie die circa 15 Personen der AfD&Co. Truppe. Darunter waren neben Rainer Rothfuß (AfD Lindau), Markus Mössle (Gemeinderatsmitglied Ulm), Franz Schmid (AfD Neu-Ulm), Marcel Patzke und natĂŒrlich auch, wie bei jeder Veranstaltung der AfD, ein Mitglied der IdentitĂ€ren Bewegung Schwaben: Nicolas Brickenstein.

Nicolas trat gestern mit weißem IB Schlauchschal und einem Make-Europe-Great-Again T-Shirt auf. Er hatte 2013 eine kurze Amateurboxer Auftritt, unterlag allerdings in seinem ersten Kampf:

WĂ€hrend des ca. 30-45min Gegenprotestes kam es wenig ĂŒberasschend zu Provokationen durch die rechte Seite in Form von Abfilmen und Aussagen, die wirklich nicht viel stumpfer hĂ€tten sein können. Die ganze Bandbreite an rechten Fantasievorstellungen wurde zum Besten gegeben. Dem wurde begegnet mit Parolen wie „Rothfuß Rainer, den braucht keiner“ und „Hurra Hurra, der BankrĂ€uber ist wieder da!“ beim Eintreffen des sehr geschĂ€tzten Gemeinderates Markus Mössles, der in den 80er Jahren organisierter Neonazi war und bewaffnete RaubĂŒberfĂ€lle zur Finanzierung von Nazi Strukturen begang.

Die schließlich eilig herbeigerufene Polizei war eher damit beschĂ€ftigt die andauernd provizierenden rechtsaußen Bande zu beschwichtigen, eine fĂŒr viele von uns zugegebnermaßen ungewohnte und erstmalige Situation.

Bei allem Spaß und Spott wollen wir aber auch kurz zwei bedrohliche Sitautionen nennen:

  • Zum einen zwei Vortragsbesuchende, die es fĂŒr eine gute Idee hielten mit ihren Autos auf mehrere Menschen mit Banner auf dem Gehweg vor dem Gut Holz Parkplatz zuzufahren. WĂ€hrend einer recht schnell kapierte, dass es hier kein durchkommen geben wĂŒrde, meinte ein anderer Kandidat mehrmals anzufahren bis sich direkt vor sein Auto gestellt wurde.
  • Zum anderen wurden mindestens zwei Personen gesehen, die sich mit Walkie Talkies und etwas, das nach Pfefferspray Kanistern aussah, in der nĂ€heren Umgebung befanden, aber sobald die erste Streife da war, schnell entfernten. Laut mehreren Berichten ist unsere aktuelle Vermutung, dass es sich hier um rechte Personen handelte. Beamte in Zivil sind nach der Personenbeschreibung, dem Verhalten und dem Timing nach auszuschließen. Es ist denkbar, dass es durch Handys schnell informierte Kameraden oder in der NĂ€he wohnende Personen handelt.

Person 1:

Person 2: kleiner und breiter als Person 1, weißes Oberteil und eine Art Weste die Ă€hnlich wie eine Schussichere Weste aussah. Haarschnitt Ă€hnlich, Seiten kurz. War „geladen“ – wirkte durch Körperhaltung u.a. breitmachen eindeutig aggresiv.

Dadurch wird wieder klar, dass jeder Mensch der sich gegen die AfD auf die Straße bewegt rechten Angriffen ausgesetzt sein könnte. Das wurde durch VorfĂ€lle ĂŒberdeutlich wie bei einem Autoangriff 2020 in Henstedt-Ulzburg oder vor kurzem in Freiburg , als ein AfD Kandidat Antifaschist*innen und Passant*innen mit Pfefferspray und Messer angegriffen hat.

Nach gut 30 Minuten verzögertem Beginn des Vortrages entschied sich ein Teil des Gegenprotestes nicht auf das Ende des Vortrages zu warten. Andere blieben aber bis zum Schluss und verabschiedeten die Vortragsteilnehmenden gebĂŒhrend.


Insgesamt konnte das Ziel spontan zu zeigen „hier trifft sich nun die AfD und das finden wir scheiße“ deutlich erreicht werden. Viele Menschen in der Nachbarschaft wurden informiert und einige zeigten spontane UnterstĂŒtzung. Die AfD wurde gestört und ihr neuer/alter/einer der wenigen Orte wo sie sich lokal treffen bekannt gemacht.

Abschließend bleibt uns nur zu sagen: Danke an alle beteiligten Personen!
Und an die alten weißen MĂ€nner: Kommt ihr wieder, tun wir es auch.




Quelle: Kollektiv26.blackblogs.org