April 5, 2022
Von Anarchistische Gruppe Dortmund
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Wir haben unseren Social Media Horizont nun auch auf Mastodon erweitert.

Warum Mastodon?

Mastodon ist eine offene und unkommerzielle Alternative zu Twitter.
Durch den förderativen und Open Source basierten Ansatz kann prinzipiell jede Person einen eigenen Mastodon-Server aufsetzen – auch Instanz genannt – auf dem sich User*Innen anmelden können, welcher sich dann ohne weiteres in das Mastodon Netzwerk eingliedert. Durch diese Eingliederung kann jeder Account einer Instanz mit jedem anderen Account einer anderen Instanz interagieren. Diese Dezentralisierung sorgt dafür, dass nicht ein Konzern/Mensch/Interessensgruppe die Kontrolle über diesen Social Media Dienst hat, wie es z.B. bei Facebook, Twitter und co. der Fall ist. Dort sind alle Nutzende darauf angewiesen nach den Vorgaben und Bedingungen des jeweiligen Konzerns den Social Media Dienst zu nutzen. Auf Mastodon kann jede*r die Instanz wählen, die derjenigen Person am besten passt, und auch ein Wechsel der Instanz ist jeder Zeit ohne größerem Aufwand oder Einbußen möglich. So kann jede*r Nutzende bestimmen durch die passende Wahl der Instanz – nach welchen Vorgaben und Bedingungen – der Dienst genutzt werden soll, oder diese selbst bestimmen in dem eine eigene Instanz eröffnet wird, vorausgesetzt Knowhow und Hardware stehen dafür zur Verfügung.

Die Bedingungen für die Nutzung des Dienstes über eine bestimmte Instanz gehen für gewöhnlich nicht wie bei den herkömmlichen Diensten mit der Bereitstellung von privaten Daten der Nutzenden einher, die dann allein vom Social Media Anbieter gewinnbringend verkauft werden.
Diesen Umstand, das keine privaten Daten auf den Mastodon Instanzen gesammelt werden, will Mastodon vor allem dadurch begünstigen, dass der Mastodon Code es an sich nicht hergibt, dass Werbung geschaltet wird, die dann im Zweifel durch Sammeln und Auswerten von privaten Daten der Nutzenden personalisiert geschaltet verkauft wird.

Oft verwenden die verschiedenen Mastodon Instanzen ein Spenden Konzept: Es kann sich umsonst registriert werden und der Dienst im vollen Umfang genutzt werden, aber es wird darum gebeten, dass die, die es können und wollen, einen beliebigen Betrag zur Refinanzierung der Bereitstellung und Instandhaltung beitragen. Dieses Konzept gibt her, dass Menschen, die es sich nicht leisten können oder wollen, diesen Social Media Dienst dennoch nutzen können, ohne ihre privaten Daten, wie es in den herkömmlichen Social Media Dienste teils unwissentlich geschieht, dafür hergeben zu müssen, weil Menschen, die es können und wollen, das finanzieren.

Auch gewährleistet Mastodon ein höheres Maß an Vertrauen darin, dass der Social Media Dienst auch nur das, z.B. mit evt. gesammelten Daten oder dem Sammeln von Daten an sich, macht, was ersichtlich ist oder zugesagt wird. Durch den Open Source Ansatz kann jede Person, die es möchte, den von Mastodon bereitgestellten Code einsehen und dadurch überprüfen, was dieser Code wirklich tut. Zwar können die Instanzen diesen Code in bestimmtem Maße modifizieren, daher sollte ein bestimmtes Maß an Vertrauen für die Instanz, die genutzt werden soll, vorherrschen. Aber dadurch, dass es so viele gibt und prinzipiell jeder Mensch eine eigene Instanz aufmachen kann, wird es auch genügend vertrauensvolle Instanzen geben, die den Code nicht verdeckt in einer ungewünschten Art und Weise abändern. Dies erschwert es, z.B. etwaigen Geheimdiensten, heimliche Backdoors in den Social Media Dienst zu integrieren über welche die Nutzenden einzeln oder gesammelt ausspioniert werden könnten, weil nun nicht mehr nur eine Gruppe/Konzern/Instanz, wie bei den herkömmlichen Dienste es der Fall wäre, vorhanden ist auf die die Backdoors eingerichtet werden müssten, sondern ein gesammter Haufen potenziell Wechselnder oder bestenfalls in der Anzahl wachsender Instanzen.

Mastodon ist Teil des Fedivers

Neben all diesen Vorteilen bietet Mastodon noch den Vorteil, dass es Teil des Fedivers ist. Das Fedivers ist ein Netzwerk von (u.a. Social Media) Diensten, die potenziell alle miteinander interagieren können. Hierfür verwenden die jeweiligen Dienste ein gemeinsames Interaktionsprotokoll, zumeist das ActivityPub, um miteinander kommunizieren zu können.
Das bedeutet, dass alle Nutzende von Mastodon mit allen anderen User*Innen all derjenigen Dienste des Fedivers interagieren können, welche auch das ActivityPub Protokoll verwenden, was der überwigende Teil der Dienste des Fedivers ist. Diese anderen Dienste sind zum Teil, aber nicht ausschließlich, Alternativen zu anderen herkömmlichen (Social Media) Diensten.
So kann ein Mastodon Nutzender z.B. einem Nutzenden der YouTube Alternative folgen und sehen, wenn dieser Nutzende ein neues Video raus gebracht hat.




Quelle: Agdo.blackblogs.org