Juni 5, 2021
Von End Of Road
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Abgeschrieben von: diym-leftspace-onion-service (Tor-Browser)

„Wir haben uns vergangene Nacht in der aufgewerteten Bremer Neustadt die Straße genommen. Dabei gingen die Scheiben von zwei ImmobilienbĂŒros und einer Bankfiliale zu Bruch. Eine brennende Straßenbarrikade sicherte unseren Abgang.

Die Rigaerstraße 94 ist erneut von einer RĂ€umung bedroht ebenso wie der Wagenplatz der KĂžpi, die Potse und einige weitere linksradikale Projekte im Großraum Berlin. Insbesondere in StĂ€dten in Deutschland, aber auch weltweit, wird Wohnraum als Ware gehandelt. Der Immobilienmarkt ist die völlig entgrenzte Spielwiese von Spekulant*innen, Makler*innen und jenen, die um ihre Altersvorsorge fĂŒrchten.
Die kapitalistischen Herrschafts- und MachtverhĂ€ltnisse zeigen sich kaum woanders so klar mit ihrem menschenverachtenden Gesicht wie in der Wohnraumfrage. UnzĂ€hlige wohnungslose Menschen (ĂŒber-)leben auf der Straße wĂ€hrend frisch gebaute Luxuslofts scheinbar völlig alternativlos leer stehen oder der nĂ€chste Eigenbedarf von Vermieter*innen angekĂŒndigt wird.

WĂ€hrend in Berlin und anderswo der sozialere Wohnungsbau und Mietdecklungen zum Stillstand gebracht werden, mĂŒssen GrĂŒnflĂ€chen, prekĂ€re Stadtteile, öffentliche RĂ€ume und linke Projekte luxuriösen Immobilienspekulationen weichen.

Diese VerhĂ€ltnisse fĂŒhren zu brutaler VerdrĂ€ngung der ansĂ€ssigen Bewohner*innen, zur Zerstörung von sozialen gewachsenen Kontexten und zu einer politisch gezielten Zerschlagung von linksradikalen Strukturen und LebensrĂ€umen. Diese Angriffe auf selbstorganisierte RĂ€ume sind Teil profitorientierter Stadtgestaltung, bei der es klare Gewinner*innen gibt, die dabei Verlierer*innen mindestens in Kauf nehmen.

Widerstand gegen die RĂ€umungen und VerdrĂ€ngungen heißt fĂŒr uns aufzubegehren gegen die Stadt der Reichen, gegen explodierende Mieten, ZwangsrĂ€umungen, gegen Immobilienkonzerne und andere Profiteur*innen des Wohnungsmarktes. Kurzum gegen die Aufwertung unserer StĂ€dte im Sinne des Kapitals.

Auf welcher Seite stehst Du?

In der Pappelstraße in der Bremer Neustadt hat nun das dritte ImmobilienbĂŒro eröffnet. Die neue Filiale des Biomarkts lĂ€dt ein zum Shoppen fĂŒr ein gutes grĂŒnes Gewissen und die Sparkasse demonstriert auf einer riesen FlĂ€che in gleich zwei Filialen ihre nichtssagende BĂŒrgernĂ€he, um weitere gute Anlagemöglichkeiten zu erlangen. Die Gegend verĂ€ndert sich. Mehr und mehr zahlungskrĂ€ftiges Publikum ist unter sich, trinkt teuren Wein, kauft sich ein Eigenheim, richtet sich in einer unbeschwerten Welt mit Latte Macchiato und verkehrsberuhigter Straße ein. Gekehrt wird ausschließlich vor der eigenen HaustĂŒr.

Wir haben keinen Bock auf diese ignorante heile Welt, die als Antwort auf die soziale Frage nur ein Achselzucken bereit hĂ€lt. Und hinnimmt, dass genau diese Welt auf den RĂŒcken so vieler Ausgebeuteter lastet, die selbst keinerlei Möglichkeit auf soziale oder materielle Absicherung haben.

„Es gibt keinen Grund das Bestehende zu verteidigen und sich auf die Seite der Profiteure des kapitalistischen Systems zu stellen. Aber es gibt genug GrĂŒnde sich gemeinsam gegen Staat und Kapital, gegen AutoritĂ€ten und ihre Verteidiger*innen zu organisieren und zu rebellieren, um fĂŒr die Prinzipien der Selbstorganisierung, gegenseitigen Hilfe, der SolidaritĂ€t und ein Leben in Freiheit und WĂŒrde zu kĂ€mpfen.[
] Wir rufen euch auf, den Angriff auf die alltĂ€gliche Ordnung der Stadt der Reichen zu unternehmen und zu intensivieren! “ (aus dem Aufruf zur Verteidigung der Rigaer 94)

Konfrontation und Militanz sind unser Ausdruck im Kampf fĂŒr das Recht auf urbanes Wohnen und Leben. Unsere Wut wird sich weder der Repression des Staates noch den Benimmregeln linker Bewegungsmanager*innen anpassen.

Jede RĂ€umung hat ihren Preis.

FĂŒr selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Leben und Wohnen ĂŒberall!

Autonome und Anarchistische Gruppen“


Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag in der Bremer Neustadt randaliert und erheblichen Schaden angerichtet. Mehrere Personen hatten gegen 2:30 Uhr MĂŒllcontainer auf die Kreuzung Pappelstraße/Bachstraße geschoben und angezĂŒndet, berichtet die Polizei. Außerdem haben sie mehrere Scheiben von zwei ImmobilienbĂŒros und einer Bank eingeschlagen. Die Polizei schĂ€tzt den Schaden auf mehr als 30.000 Euro.

Quelle: butenunbinnen.de




Quelle: Endofroad.blackblogs.org