Juli 10, 2021
Von Chronik
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LĂŒbeck, 23. Juni 2021

Das Anarcha-queerfeministische Hausprojekt Liebig34 war wÀhrend der Zeit des eigenen Bestehens etwas einzigartiges und unvergleichbares. Die Liebig34 war ein Ort, der den patriarchalen und cis-normativen Strukturen die unsere Gesellschaft durchziehen den Kampf angesagt hat.

Bei der Liebig ging es um weit mehr als die ĂŒblichen Themen wie Gentrifizierung und VerdrĂ€ngung, die bei Hausbesetzungen aufgegriffen werden. Allzu hĂ€ufig kommt es vor, dass in selbsternannten FreirĂ€umen sich Macker und Sexist*innen breit machen und diese Orte somit ebenfalls keine FreirĂ€ume fĂŒr Flinta*s werden.

Die Liebig war ein unangefochtener Gegenpol zu diesen Tendenzen. Bis zu ihrer RĂ€umung im letzten Jahr war sie ein Ort fĂŒr Subversion, Kampf, Auflehnung aber auch fĂŒr Schutz, TrĂ€ume und Selbstentfaltung. All dieses Potenzial wurde durch Profitgier und Herrschaftsanspruch des „EigentĂŒmers“, des Staates sowie den Berliner Behörden und ihren Schergen, der Bullerei, zunichte gemacht. All das Wunderbare, was die Liebig zu bieten hatte wollte man ĂŒberziehen mit einem Mantel aus LĂŒgen, BeschĂ€mung und Degradierung seitens der Presse, diverser Parteien, den Bullen und etlichen Faschos, welche glauben durch die RĂ€umung einen Sieg verbucht zu haben.

Jetzt soll die Schikane weiter gehen, indem die Besetzer*innen ab September vor die Berliner Justiz gezerrt werden sollen. In diesem Angriff auf den örtlichen Ableger des Justizsystems bringen wir unsere Wut zum Ausdruck. Unsere Wut darĂŒber, dass unserer RealitĂ€t eines weiteren einzigartigen Freiraums beraubt wurde und darĂŒber, dass die Menschen, die diesen Raum mit Leben gefĂŒllt und verteidigt haben dafĂŒr auch noch bestraft werden sollen.

Wir scheißen auf ihre Justiz, denn mit Gerechtigkeit hat sie nichts zu tun. Sie legitimiert sich nur durch die Herrschenden und dient nur dazu die Konstrukte von Macht und UnterdrĂŒckung zu festigen.

Vor allem ist dieser Angriff aber auch eine Botschaft an die GefĂ€hrt*innen, die jetzt vor Gericht mĂŒssen. Ihr seid nicht allein! Unsere SolidaritĂ€t habt ihr immer, seid euch gewiss, dass eure KĂ€mpfe von uns und vielen anderen an allen Orten weiter gefochten werden. Lasst euch nicht von ihrer Schikane unterkriegen.

Die TrĂ€ume und Ideen der Leibig34 leben in uns weiter und beflĂŒgeln uns zu neuen Angriffen auf die Macht.

FEUER UND FLAMME DER JUSTIZ!
LIEBIG34 LEBT!

Quelle: Kontrapolis (Tor)




Quelle: Chronik.blackblogs.org