Oktober 6, 2020
Von Interkiezionale
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Es ist soweit. Der nĂ€chste RĂ€umunstermin steht an, diesmal soll das anarcha-queerfeministische Hausprojekt Liebig34 gerĂ€umt werden. Es ist wohl der grĂ¶ĂŸte staatliche Angriff seit Jahrzehnten auf den queerfeministischen Widerstand in der BRD. Ein erster Erfolg fĂŒr uns ist bereits, dass die Cops meinen 2500 Bullen seien nicht ausreichend um die Liebig34 zu rĂ€umen. Wasserwerfer, das SEK, Klettertrupps und viel UnterstĂŒtzung aus anderen BundeslĂ€ndern sind angefragt und es ist mit Sicherheit fĂŒr Berlin die teuerste RĂ€umung des Jahrzehnts.
Als Interkiezionale wollen wir am Abend nach der RĂ€umung, also am Tag X gemeinsam mit euch auf die Straße gehen. FĂŒr die Liebig34, fĂŒr den Queerfeminismus und fĂŒr eine andere Stadt.

Die Demo wird dieses Mal angemeldet sein. Startpunkt ist der Monbijoupark. Anbei ein paar hilfreiche Infos um euch vorzubereiten. Wir wollen mit der Demo anschließen an die Interkiezionale Dmeo vom 1. August 2020. Unsere Auswertung der Demo könnte euch dabei helfen, zu ĂŒberlegen, wie ihr euch auf die Demo vorbereiten könnt, was zu beachten ist und wie wir es schaffen können, ausdrucksstarke und kraftvolle auf der Straße zusammen zu kommen.

Aktionskarte mit vorlÀufiger Route:

Falls ihr Demo-Handys habt oder fĂŒr vor der Demo könnt ihr euch ĂŒber folgende KanĂ€le aktuelle Infos holen:
Aktionsticker: aktionsticker.org
Folgt auf Twitter: #b0910 #liebig34bleibt
Web: interkiezionale.noblogs.org oder liebig34.blogsport.de
EA/ Legal Team: +49 30 6922222

Anfahrt zur Demo:
S-Hackescher Markt, U/S-Alexanderplatz, U-Weinmeisterstraße

Bekannte Taktiken der Berliner Cops auf Demos:
Die Berliner Cops haben eine seit Jahrzehnten sich entwickelnde Taktik der AufstandsbekĂ€mpfung die zum Teil spezifisch fĂŒr Berlin ist. Die folgenden Darstellungen basieren auf Erahrungswerten aus der Vergangenheit und sind kein Vorwissen ĂŒber das Agieren der Cops an dem Tag.
Ein hĂ€ufiges Vorgehen bei Demos ist es, zunĂ€chst den Auftaktort zu kontrollieren, sodass Personen nur schwer ohne Kontrolle zum Startpunkt der Demo gelangen können. Auch, aber seltener, kontrollieren die Cops im nĂ€heren Umfeld die Zufahrtsstraßen sowie die naheliegenden U-Bahnhöfe. Es ist nicht ĂŒblich, dass die Bullen die Anfahrtsorte nach Berlin (Hbf, Ostkreuz etc.) kontrollieren.
HĂ€ufig versuchen die Cops, Demos zu kontrollieren, in dem sie nah an der Demo laufen oder sogar im Spalier direkt neben dem Demozug. Ein Extrem stellt der Wanderkessel dar, bei dem die Demo von allen Seiten dicht von Cops begleitet wird. Hier gibt es einige Verhaltensweise die es den Cops schwirieger machen zu kesseln, wie zum Beispiel zu versuchen, die ganze Straßenseite einzunehmen
Die Berliner Bullen filmen sehr viel bis durchgehend, wobei sie bei den Filmaufnahmen auch auf Details wie Schuhe oder andere Merkmale der Kleidung abzielen (Markenzeichen, bunte NĂ€hte, AufnĂ€her, etc). Ziel ist es, neben der Sicherung von „Beweismaterial“ vermeintlichen TĂ€ter*innen zu einem spĂ€teren Zeitpunkt zu indentifizieren, da Festnahmen hĂ€ufig erst dann stattfinden. Dabei warten die Cops mit der Festnahme oft bis nach der offiziellen Äuflösung der Demo oder nehmen Menschen sogar noch Stunden spĂ€ter in der NĂ€he fest. Durch Sichtschutz, Transparente oder andere Sachen und angepasste Kleidung wird es schwieriger fĂŒr die Cops, zu filmen bzw. Menschen wider zu erkennen.

Wie könnt ihr euch auf die Demo vorbereiten:
Tragt Masken & Handschuhe um euch und andere zu schĂŒtzen. Macht euch vorab mit der Route und Umgebung vertraut. Überlegt euch vorab mit euren Buddies, Freund*innen und/oder in der Bezugsgruppe, wie ihr euch in die Demo einbringen könnt um dort auch Eigeninitative zu ergreifen. Achtet auf die Menschen um euch herum sowie auf AnkĂŒndigkungen und Lautsprecher-Durchsagen. Falls ihr Festnahmen beobachtet, meldet dies dem EA/Legal Team: +49 30 6922222
Hier ein Link zum Bezugsgruppenreader fĂŒr Bezugsgruppen, die sich intensiver vorbereiten wollen.

Was solltet ihr zu Hause lassen: privates Handy, BetÀubungsmittel, GegenstÀnde die euch als Waffe ausgelegt werden könnten (Nagelschere o.À.), Hunde, FahrrÀder, Kleinkinder
Was solltet ihr mitbringen: einen Nasen-Mund-Schutz, Handschuhe
Was ist darĂŒber hinaus praktisch: ausgedruckte Aktionskarte, eigene Transparente, Regenschirm, Regenjacke bzw. Wechselkleidung, Sonnenbrillen oder Sichtschutz

Anti-Repression:
Auf der Demo wird der EA (Ermittlungsausschuss) geschaltet sein. Falls ihr Festnahmen beobachtet meldet diese bitte dem EA. Falls ihr selbst festgenommen werdet und eure Festnahme gemeldet wurde, meldet euch bitte ab, sobald ihr aus der GeSa (Gefangenensammelstelle) gelassen wurdet. Zeigt euch solidarisch mit festgenommenen Personen. Die Nummer des EA ist +49 30 6922222
Es wird Gefangenen-Support geben. Informiert euch ĂŒber den Aktionsticker, Twitter oder lokale Infopunkte um diesen zu unterstĂŒtzen oder zu erfahren, in welche Gesa menschen gebracht werden.

Niemand soll alleine bleiben mit Repression. Falls ihr festgenommen werdet, meldet euch bei uns lokal oder via Email. Auch im Falle von spĂ€terer UnterstĂŒtzung bei Strafverfahren, Post von den Bullen, Fragen oder sonstiger UnterstĂŒtzung schreibt eine Email an: interkiezionale[at]riseup.net.
Außerdem bietet die BroschĂŒre „Was tun wenn’s brennt“ der Roten Hilfe erste UnterstĂŒtzung bei Repression.
Bei Gewalterfahrungen durch die Cops auf oder abseits der Demo kann euch dieser Reader ein kleiner Wegweiser fĂŒr emotionale Erste Hilfe sein.




Quelle: Interkiezionale.noblogs.org