Oktober 21, 2021
Von End Of Road
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Vielen werden ja schon mitbekommen haben, dass die drei Demos unter dem Motto „Alle zusammen“ fĂŒr Samstag den 23.10 in Leipzig angekĂŒndigt waren, von den sĂ€chsischen Behörden am 18.10 ersatzlos verboten wurde. Desweiteren wurden auch alle „Ersatzversammlungen“ verboten. „Weiter weist die Behörde darauf hin, dass der Aufruf zu Teilnahme an einer verbotenen Versammlung gemĂ€ĂŸ § 24 SĂ€chsVersG bestraft werden kann“ hieß es in diesem Indymedia-Artikel zum Demoverbot.

In einem aktuellen Artikel heißt es zum Verbot: „Wir wollen demonstrieren und klagen vor dem Leipziger Verwaltungsgericht, um unsere legitimen Anliegen auf die Straße tragen zu können. Denn der Verbotsvorgang ist nichts anderes als die Kriminalisierung linker Politik.“ Weiter heißt es: „Sobald wir mehr wissen, werden wir ĂŒber den Stand der Dinge informieren. Bitte verwerft eure Reise- und DemoplĂ€ne noch nicht.
Mit einer gerichtlichen Entscheidung ist unter UmstĂ€nden erst am Samstag Vormittag zu rechnen. Sollte das Gericht das Verbot kippen und eine onder auch alle drei Demonstrationen erlauben, sind wir auch in der Lage, diese wie geplant durchzufĂŒhren.“

In einem gestern anonym bei de.indymedia.org (hier der Link fĂŒr den Tor-Browser) veröffentlichten Schreiben reagieren „Autonome Gruppen“ auf das Verbot und schreiben:

„Wir mĂŒssen uns aber trotzdem darauf vorbereiten, dass es keine angemeldeten Kundgebungen und damit auch keinen noch so geringen Schutz durch ein Versammlungsrecht geben wird. Die Bullen werden so oder so an dem Wochenende ein Auge auf alles haben, was Sie fĂŒr den politischen Gegner halten.

Deshalb sollten wir uns Gedanken machen, wie wir in der Stadt unterwegs sein können und unabhÀngig davon, ob uns irgendetwas doch erlaubt wird, aktiv sein können.

Wenn es die geplanten Versammlungen nicht geben wird, bleibt uns die Möglichkeit sich unabhĂ€ngig von den ursprĂŒnglichen Auftaktorten der Demos zentrumsnah in kleineren Gruppen zu sammeln und trotzdem unsere SolidaritĂ€t nach Connewitz zu tragen.

Lasst uns zu weniger kontrollierbaren, jedoch umso entschlosseneren SpaziergĂ€ngen zusammen kommen und auf dem Weg nach Connewitz zu einer grĂ¶ĂŸeren Masse anwachsen. Im Bereich der Leipziger SĂŒdvorstadt, wo unsere Demonstrationen lang fĂŒhren sollten und vielleicht ja auch noch durchgesetzt werden, gibt es viele Straßen und Orte, an denen wir zuerst im Kleinen und dann vielleicht in grĂ¶ĂŸeren Gruppen zusammen kommen können. Wichtig wird es bestimmt sein, dass wir uns erst ein mal verteilen, damit die Bullen es nicht zu einfach haben.

Auf der Karte in diesem Post [siehe Titelbild] lÀsst sich gut erkennen, in welchem Radius es mehr oder weniger Sinn macht, sich zu Treffen um weder von Anfang an zu eng beieinander zu stehen, noch zu vereinzelt zu sein.

Wir kommen ALLE ZUSAMMEN nach Leipzig und lassen uns gar nichts verbieten. Deshalb:

1. Kommt alle nach Leipzig

2. Bringt eure Genoss*innen mit

3. Verbreitet diesen Aufruf auf allen KanĂ€len“

Eine weitere Reaktion auf das Demoverbot gab es ebenfalls bei de.indymedia.org von „Rigaer94“. Die Autor*innen schreiben: „FĂŒr den 23. Oktober wurde zu einer großen autonomen Demonstration in Leipzig aufgerufen. Eine Woche nach der RĂ€umung des Köpiplatzes, zwei Wochen nach dem Mord in Hamburg und drei Wochen nach einer massiven Entlassungswelle gegen die streikenden Gorillas.“ Das Schreiben endet mit einem Aufruf: „In den feindlichen Metropolen, in denen die Gentrifizierung jede selbstorganisierte Community angreift, wo Bullen unterdrĂŒcken und Politiker*innen das Kapital unterstĂŒtzen sind Gegenden wie Connewitz mehr als notwendig. Treffpunkte und Gegenden zu schaffen, in denen wir unsere offensiven Taktiken ausprobieren und solidarische Beziehungen in gegenseitiger Hilfe aufbauen können, sollte eine unserer PrioritĂ€ten sein. Wir brauchen Orte an denen unsere KĂ€mpfe verwurzelt sind und wachsen können.

Wir werden gegen dieses gewalttĂ€tige System in den Straßen von Leipzig sein. Gegen die Feind*innen der Gesellschaft die uns untedrĂŒcken und isolieren wollen. Wir rufen alle auf sich der Demonstration anzuschließen, um ihnen zu zeigen, dass wir uns umso hĂ€rter verteidigen wenn wir angegriffen werden und umso stĂ€rker und mehr werden, wenn wir unterdrĂŒckt werden!

Rigaer94“


Weiterlesen:

Aufruf zum feministischen Block

Aufruf von LeipzigBesetzen fĂŒr den 23.10. in Leipzig

Alle zusammen! Demonstration am 23.10.21

Aufruf aus NĂŒrnberg: United against repression! Freiheit fĂŒr Jan!

Abolish The Police: Beitrag von CopWatch Leipzig

Aufruf: Am 23. Oktober von Hamburg nach Leipzig. Autonom, widerstÀndig, unversönlich!

Anarchistische Gruppe LĂŒbeck II: Von LĂŒbeck bis nach Leipzig – Die Stadt der Reichen angreifen

Anarchistische Gruppe LĂŒbeck I: Der Staat zeigt mal wieder seine ZĂ€hne


129a-Solikreis: Aufruf zur Demonstration in Leipzig am 23.10

Aufruf West: Gegen den Ausverkauf der Stadt

Aufruf




Quelle: Endofroad.blackblogs.org