Januar 20, 2021
Von Indymedia
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Das Statement der Rog Factory zur RĂ€umung

( Originaltext auf Englisch auf Facebook: [A] Infoshop oder Twitter)Dieser Text wurde in Eile aus dem englischen Übersetzt und kann daher Interpretationen der Üersetzer_innen enthalten,

Heute, am 19.01.21 um 7 Uhr Morgens: Angestellte der Security Firma Valina haben sich gewaltsam Zugang zu den RÀumen der autonomen Factory Rog verschafft. Gewaltvoll unter Einsatz physischer Gewalt, haben sie Menschen verletzt und das GebÀude komplett gerÀumt.

Unsere persönlichen Sachen, Tiere und wertvolles Equipment mussten wir zurĂŒck lassen, zusammen mit 15 Jahren unserer TrĂ€ume, Aktivismus, Projekten, Abenteuer und gemeinsamer Erfahrung.

Die Cops haben ZĂ€une rund ums Rog aufgestellt und haben angefangen, UnterstĂŒtzer_innen zu schlagen, die sich vor der Fabrikhalle versammelt haben. In der Halle haben die Sicherheitsleute große Teile der Struktur zerstört und Fenster im HauptgebĂ€ude zerschlagen, das unter Denkmalschutz steht. Gleichzeitig wurde das ganze Equipment von Rog an einen uns unbekannten Ort gebracht. Über 10 Leute werden gefangen genommen, unter ihnen einige Verletzte, die dringend medizinische Hilfe benötigen. Wir haben keinen Zugang zu ihnen und haben keine Informationen darĂŒber, wo sie hingebracht worden sind.

Im letzten Jahrzehnt haben Hunderte die autonome factory Rog fĂŒr Aktivismus genutzt und Tausende waren in verschiedenste Veranstaltungen involviert.

Migrant_innen, Menschen am Rande der Gesellschaft, KĂŒnstler_innen, die sich nicht dem Diktat der kapitalistischen Kultur ergeben, Skater, Graffity KĂŒnstler_innen, Zirkus Artist_innen und andere machten trotz des Drucks von Kapital, kommunalen Sicherheitsdiensten und Polizei diese Stadt lebendig und das Leben lebenswert. Seit der Öffnung der autonomen Factory Rog hat die kommunale Regierung von Ljubljana die Tatsache nicht toleriert, dass wir ihrer Gentrifizierungspolitik den Spiegel vorhalten. Ihre Agenda transformiert die Stadt in ein Disneyland fĂŒr Tourist_innen und setzt Profit ĂŒber Menschen. Das ist der Grund, warum sie uns den Krieg erklĂ€rt haben. Nach jahrelanger erfolgloser und von der breiten Öffentlichkeit nicht unterstĂŒtzter Verfolgung der Nutzer_innen haben sich die Verantwortlichen heute dazu entschieden, brutal zu rĂ€umen, alles zu zerstören und das auf rechtlich strittiger Grundlage. Und Ungeachtet der Tatsache, dass sie keinerlei Ideen oder finanzielle Mittel fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung des GelĂ€ndes haben. TatsĂ€chlich ist es nicht lange her, dass die kommunalen Verantwortlichen öffentlich verkĂŒndet haben, dass sie keine konkreten PlĂ€ne fĂŒr Rog wĂ€hrend ihres Mandats haben. Es gab keinerlei Informationen zu dieser selbstverstĂ€ndlich akribisch geplanten Attacke, nicht mal bei der letzten Regierungssitzung gestern Abend. Nach all den Jahren der Arbeit und dem BemĂŒhen um einen öffentlichen Dialog, den die Verantwortlichen vor langer Zeit verlassen haben, hĂ€tten wir wenigstens eine Deadline erwartet, um laufende Projekte abzuschließen, unsere Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen und fĂŒr eine konstruktive Diskussion ĂŒber den Plan der kommunalen Regierung zur RĂ€umung. Stattdessen hat Ljubljanas Regierung uns, die Öffentlichkeit und die gewĂ€hlten StadtrĂ€te belogen.

Die Attacke findet nicht in einem politischen Vakuum statt. In den letzten Monaten wurden wir Zeug_innen von verschiedenen Attacken auf die Zivilgesellschaft, Radio Student, Metelkova 6 und andere kritische Akteur_innen der Öffentlichkeit. In Zeiten, in denen politisches Engagement auf eine niveaulose öffentliche Bloßstellung ungehorsamer Individuen in rechten Medien reduziert wird, haben sich auch die stĂ€dtischen Behörden dazu entschlossen, betrĂŒgerische Mittel auf dem Territorium einzusetzen, das sich als sicherer Zufluchtsort gegen die Phalanx der aktuellen Regierungen darstellt. Heute hat die Kommunalregierung von Ljubljana klar gezeigt, auf welcher Seite sie wirklich steht. Die RĂ€umung von Menschen mitten in einer schwerwiegenden Epidemie ist grotesk fĂŒr eine Regierung, die kontinuierlich das Bild einer grĂŒnen, sozialen, kulturellen und solidarischen Hauptstadt verkauft. Nach seiner erfolglosen Bewerbung als europĂ€ische Kulturhauptstadt mit dem Motto „SolidaritĂ€t“ wurden alle Masken fallen gelassen.

Was könnt ihr zur UnterstĂŒtzung des Squats tun?

1. KOMMT VOR DIE AUTONOME ROG FACTORY. Lasst uns ihnen zeigen, dass wir nicht alleine sind. Wir können autonome PlÀtze nicht einen nach dem anderen fallen lassen. Eine Attacke auf einen ist eine Attacke auf alle!

2. SCHICKT EINEN PROTESTBRIEF ZUR REGIONALREGIERUNG ODER DER POLIZEI. VERÖFFENTLICHT SIE ONLINE! Sie mĂŒssen fĂŒr ihre Taten verantwortlich gemacht werden, sie mĂŒssen verantwortlich gemacht werden fĂŒr ihre Gewalt, ihre Profitgier, ihre Korruption. Wir können es nicht zulassen, dass ihre ProfitplĂ€ne und ihr zwielichtiges Handeln unter den Teppich gekehrt wird.

3. TEILE INFORMATIONEN, LADE FREUND_INNEN UND GENOSS_INNEN EIN. Wir kĂ€mpfen gerade nicht nur fĂŒr unsere WĂŒrde. Wir kĂ€mpfen dafĂŒr, in dieser Stadt existieren zu können. Wir kĂ€mpfen fĂŒr alles, das nicht kapitalistisch, gentrifiziert, privatisiert, höflich und glatt ist; fĂŒr alles, das frei atmet und das nicht erlaubt von der Profitlogik vereinnahmt zu werden, die unsere Stadt beherrscht.

Gegen die opportunistischen Synergien von Faschist_innen, Polizei, kommunalen Profiteur_innen und dem Kapital! Rettet die Factory Rog!

UPDATE: Die Gefangenen sind teilweise wieder draußen, genaueres ĂŒber oben genannte Social Media KanĂ€le




Quelle: De.indymedia.org