April 6, 2021
Von Paradox-A
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Aurelia Rohrmann schrieb eine Arbeit mit dem Titel

« refusing the right to anyone over her body »
Geschlechterbeziehungen, SexualitĂ€t und freie Mutterschaft –
AnsĂ€tze des Anarcha-Feminismus 1860 – 1918

welche sie mir freundlicherweise fĂŒr die Veröffentlichung zur VerfĂŒgung stellte. Vielen Dank dafĂŒr. Damit liegen selbstverstĂ€ndlich alle Rechte bei der Autorin, die bei einer eventuellen Zitation zu nennen ist. (Namensnennung-Nicht kommerziell CC BY-NC)

Die historische Untersuchung ist ein Beitrag einer „Geschichte von unten“. Sie lohnt der LektĂŒre, weil in ihr nicht nur das Engagement von Anarchistinnen im benannten Zeitraum gewĂŒrdigt wird, sondern ebenso herausgearbeitet wird, welche wichtige Rolle Anarcha-Feministinnen schon in dieser Zeit spielten. Anders gesagt, dass es in der ersten Welle des Feminismus‘ einen beachtenswerten anarchistischen FlĂŒgel gab, wĂ€hrend in die anarchistische Bewegung auch nicht allein der MĂ€nnerverein war, als welcher er fĂ€lschlicherweise oftmals ĂŒberliefert wurde. Diese Darstellung ermöglicht es, die feministische Kritik an den Anarcho-Onkels auf eine fundierte Grundlage zu stellen. Dabei kann ebenfalls im Hinterkopf behalten werden, dass es offenbar damals wie heute auch vereinzelt anti-feministische und pro-feministische Positionen innerhalb der anarchistischen Szene gab – sowohl unter Frauen, wie auch unter MĂ€nnern.

Das grĂ¶ĂŸte Problem war und ist jedoch in diesem Zusammenhang anarchafeministischen AnsĂ€tzen nicht den Stellenwert zuzugestehen, den sie verdienen. Mit den Themen Geschlechterbeziehungen, SexualitĂ€t und Mutterschaft wurden von Anarchafeministinnen verstĂ€ndlicherweise solche Auseinandersetzungen gefĂŒhrt, welche FLINT ganz besonders betrafen. Hierbei fiel es vielen Genossen dann vermutlich recht leicht, diese „Frauenfragen“ wohlwollend als mitlaufende Forderungen zu akzeptieren. Ein weiterer Schritt ist es hingegen, daraus auch eine Gesellschafts- und Herrschaftskritik abzuleiten und somit auch den Zusammenhang von Staat, Kapitalismus und Patriarchat in den Blick zu nehmen.




Quelle: Paradox-a.de