November 16, 2020
Von Diesela
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Anarcha-Queer-Feministisches Wagenkollektiv DieselA – HÄ?

Was meinen wir eigentlich mit
 Anarcha

Um Anarchismus ranken sich viele Mythen und 1001 Definitionen. Warum verstehen wir uns als anarchistisch?

Anarchie heißt in etwa “keine Herrschaft”. 

Das System in dem wir leben, basiert darauf, dass Menschen, Tiere und die Natur ausgebeutet werden. Wir stellen uns gegen das System indem wir im selbstverwalteten Kollektiv leben. Wir sind hierarchiekritisch, selbstbestimmt und antikapitalistisch. Wir fordern Freiheit und Autonomie nicht nur fĂŒr uns sondern fĂŒr alle Menschen. 

Und Queer? 

Queer ist der Gegensatz zur Norm. Wir brechen die Heteronorm in der Gesellschaft auf, da es mehr als zwei Geschlechter gibt,  die Eigenschaften eines Menschen von mehr als deren Geschlechtsorgangen bestimmt werden, Liebe und SexualitĂ€t viel mehr ist als Mann-Frau-PĂ€rchen und Familie vielfĂ€ltiger als Mama-Papa-Kind. FINT*-Personen, also Frauen*, Lesben*, Intersexuelle* &  NichtbinĂ€re*  sowie Transgender* Personen, wurden und werden nach wie vor systematisch diskriminiert, dagegen kĂ€mpfen wir.

Rollen, Traditionen und Stereotype sind nicht natĂŒrlich, sondern von Menschen gemacht. Wir mĂŒssen sie hinterfragen, kritisieren und neu denken. Gerade Wohnen ist oft auf die hetero-Kleinfamilie ausgerichtet – das geht auch anders! Lasst uns die Kategorien-Schubladen ausrĂ€umen, auf einen großen Haufen kippen und ordentlich durcheinander werfen!


Feministisch

Nein, der Feminismus will nicht “die Vorherrschaft der Frauen ĂŒber die MĂ€nner”. Feminismus will ein gutes Leben fĂŒr Alle. Und dazu gehören die bedingungslose Selbstbestimmung ĂŒber den eigenen Körper jedes Menschens, individuelle SelbstermĂ€chtigung und gemeinschaftliche Verantwortung. 

Ohne Feminismus setzen sich die durch, die durch das Patriarchat bevorugt werden. Feminismus nimmt besonders gesellschaftlich marginalisierte Gruppen in den Blick, dazu gehören unter anderem FLINT*, aber auch Migrant*innen, People of Colour, Menschen mit Behinderung(en)Menschen mit geringem Einkommen oder wohnungslose Personen. Deswegen stehen wir fĂŒr einen intersektionalen Feminismus.!!!

SelbstermĂ€chtigung bedeutet Erlernen von UnabhĂ€ngigkeit, dass Ausprobieren und Austauschen von Erfahrungen, EigenstĂ€ndigkeit, und WertschĂ€tzung des Selbst. Die Verantwortung in der Gemeinschaft zeigt sich im Weitergeben von Wissen und FĂ€higkeiten, Abbau von Hierarchien, Empowerment und FĂŒreinander sorgen. Care- und Reproduktionsarbeit muss sichtbar gemacht, anerkannt und fair verteilt werden.

Feminismus ist solidarisch – denn das Ziel ist nicht erreicht, wenn nur Manche ein StĂŒck vom Kuchen bekommen, sondern erst, wenn wir uns die ganze BĂ€ckerei teilen


Wagen

Das Leben wagen- im Wagen leben!

Wir haben uns fĂŒr ein Leben in Bussen, LKW, Bau- und Zirkuswagen entschieden, weil uns das glĂŒcklicher macht, als eine Wohnung. Auf einem Wagenplatz ist das Zusammenleben in grĂ¶ĂŸeren Gruppen ohne Verlust individueller FreirĂ€ume und PrivatsphĂ€re möglich. Unsere mobilen und flexiblen WohnrĂ€ume ermöglichen uns, unser Wohnkonzept dynamisch zu gestalten. Ein Wagenplatz bietet weniger Luxus als ein Haus, dafĂŒr mehr Raum zum Ausprobieren, Bauen und Basteln. Infrastruktur wird nach den Prinzipien Do-it-yourself und Do-it-together aufgebaut. 

Das Wohnen auf dem Wagenplatz ist  ressourcensparend und nachhaltig. Außerdem sind wir Geisterfahrer*innen auf der Gentrifizierungsautobahn. In einer Stadt, in der Wohnungen knapp und die Mieten unerschwinglich geworden sind leben wir unabhĂ€ngig von der Zwangsjacke ĂŒberteuerter Wohnungsmiete. Auch soll ein Wagenplatz fĂŒr GĂ€ste offen sein und dazu dienen, dass solidarische Veranstaltungen, Konzert und  Workshops stattfinden können.


Kollektiv

Wir leben in einer Gemeinschaft zusammen und fĂ€llen Entscheidungen nach dem Konsensprinzip. Wir halten nicht viel davon Eigentum nur selbst zu nutzen sondern stellen unsere Ressourcen der ganzen Gruppe (und allen anderen Menschen und Gruppen mit denen wir zusammenarbeiten) zur VerfĂŒgung. Wir teilen nicht nur unsere GemeinschaftsrĂ€ume, Lebensmittel und andere VerbrauchsgĂŒter sondern sind solidarisch mit allen Gruppenmitgliedern, klĂ€ren Konflikte in der Gruppe und UnterstĂŒtzen uns gegenseitig. 

And now in English!

Anarcha-Queer-Feminst Waggon-Collective – WHAT?

What do we mean by
 Anarcha:

There are 1001 myths and definitions of anarchism. Why do we see ourselves as anarchist? Anarchy roughly means “no hierarchies”. The capitalist system is exploiting people, animals and nature. We will not except this controlling-system by being critical of all hierarchies and capitalism, live in autonomous collectives and build networks. We want freedom and autonomy not only for us, but for all people.


Queer?

is the deviation from the norm. We break up societal hetero norms, because there are more than two genders and the biological sex  doesnÂŽt determine the characteristics of a person, love and sexuality are much more than monogamous hetero couples and family is much more diverse than mom-dad-child. FLINT * people, including females*, lesbians*, intersexuals*, non-binary*, as well as transgender* people, have been and will be discriminated by the system. We fight against this and every other form of discrimination! Gender roles, traditions and stereotypes are not natural, but constructed. We have to question, criticize and rethink them. Especially housing is designed for stereotypical hetero-normative families – but there is another way!  Let’s empty out the category-draws, put them on a big pile and mix them up. 


Feminist

No, feminism does not want “the supremacy of women over men”. Feminism wants a good life for everyone. And that includes self-determination over each person’s own body, empowerment and shared responsibility.

Without feminism, those who are already privileged by the  patriarchy win. Feminism focuses particularly on socially marginalized groups, including FLINT *, but also migrants, people of color, people with disabilities, people with a low-income or homeless people. That is why we stand for a intersectional feminism.

Empowerment means learning how to be independent, autonomous beings, appreciate ourselves,  experimenting and exchanging experiences. The responsibility in the community shows itself in the sharing of knowledge and skills, dismantling of hierarchies, empowerment and care for each other. 

Care and reproductive work must be made visible, recognized and fairly distributed.

Feminism is based on solidarity – because the goal is not achieved, when only some get a piece of the cake, but only when we share the whole bakery


Waggon

We decided to live in vans, trucks, construction trailers and circus wagons because that makes us happier than an apartment. Living in waggon spaces makes it possible for big groups to live together without losing individual freedom and privacy. Our mobile and flexible waggons enable us to modify our living concept dynamically.

A waggon space offers less luxury than a house, but more space for experimenting, building and handicrafts. Infrastructure is built according to the principles of do-it-yourself and do-it-together.

Living in the wagon space saves resources and is more sustainable. We are also ghost drivers on the gentrification highway. In a city where apartments are scarce and rents have become unaffordable, we live independently of the apartment rent straitjacket.

The space will remain open for solidarity events, workshops, concerts and guests. 


Collective

We live as a community that makes decisions based on the principle of consensus. We don’t think highly of property. We don®t just use our stuff for ourselves, we share our resources with the whole group and all the other groups and people we collaborate with. We not only share our common spaces, food and other goods, but also show solidarity with all group members, clarify conflicts in the group and support each other.




Quelle: Diesela.noblogs.org