August 23, 2021
Von InfoRiot
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Ein 50-JĂ€hriger aus der Uckermark soll mit verfassungsfeindlichen Symbolen gehandelt haben. Vor Gericht hat er es nicht geschafft – zu krank, bescheinigte ihm sein Arzt.

Prenzlau ·

Alle Prozessbeteiligten waren da, nur der Angeklagte fehlte – und das nicht zum ersten Mal. Dabei war Udo W. mit dem Urteil des Amtsgerichts Prenzlau vom 10. Februar 2020 nicht einverstanden, genauso wenig wie die Staatsanwaltschaft, die ebenfalls gegen die Entscheidung Berufung eingelegt hatte.

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Das Amtsgericht hatte Udo W. damals wegen des Verkaufs von 34 verschiedenen Artikeln mit Kennzeichen nationalsozialistischer Organisationen, insbesondere Hakenkreuzen, zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt, die es zur BewĂ€hrung ausgesetzt hat. Udo W. soll in der Zeit von 2005 bis 2010 von der Uckermark aus ĂŒber das Internet Repliken von Orden, Abzeichen, Spangen, Koppelschlössern, Ringen und mehr aus der Zeit des Dritten Reichs vertrieben haben.

Arzt riet von Reise ab

Am Montag sollte nun das Berufungsverfahren vor der vierten kleinen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin beginnen. Wie der Verteidiger mitteilte, sei Udo W., der in Spanien lebt, nicht verhandlungsfĂ€hig. Der 50-JĂ€hrige leide an einer Herzerkrankung. Ihm drohe ein Herzinfarkt, wenn er die Reise nach Deutschland antreten mĂŒsse. Er sollte Stresssituationen meiden, habe ein Arzt bescheinigt.

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Ein Attest bestÀtigte, dass Udo W. bis zum 31. Oktober dieses Jahres nicht reisefÀhig ist. Es lag zwar eine Vollmacht vor, die den Verteidiger ermÀchtigt, seinen Mandanten in Abwesenheit zu vertreten. Staatsanwaltschaft und Gericht wollten aber nicht ohne den Angeklagten verhandeln. Nun muss ein neuer Termin festgelegt werden.

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Quelle: Inforiot.de