November 25, 2021
Von Indymedia
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Gestern Nacht haben wir das RĂŒstungsunternehmen OHB SE am Manfred-Fuchs-Platz im Industriepark an der UniversitĂ€t Bremen angegriffen und mehrere Autos angezĂŒndet.

Das Unternehmen OHB SE ist einer der grĂ¶ĂŸten Akteure im Bereich der Luft- und Raumfahrt mit seinem Hauptsitz in Bremen, verdient sein Geld aber an den Toten, mit denen die Bundeswehr und Frontex ihren Weg pflastern. 2001 avancierte OHB zu einem der grĂ¶ĂŸten Player der Branche Satelliten- und Raumfahrttechnik, als es die Ausschreibung eines Auftrags ĂŒber 320 Mio.€ der Bundeswehr „fĂŒr die Entwicklung, Bau, Start und Betrieb des radargestĂŒtzten AufklĂ€rungssystems SAR-Lupe“ gewann. Dieses sollte die Bundeswehr unabhĂ€ngig von Wetterbedingungen in die Lage versetzen, eigenstĂ€ndig militĂ€rische Spionageinformationen zu erlangen.

2008 erfolgte die offizielle Übernahme des Satellitensystems durch die Bundeswehr. OHB selbst sagte dazu:“Mit SAR-Lupe ist es OHB erstmals gelungen, als Hauptauftragnehmer ein Satellitenprogramm zu fĂŒhren. Das Unternehmen hat dabei das Satellitensystem entwickelt, gebaut und ist gemeinsam mit der Bundeswehr fĂŒr den Betrieb verantwortlich.“ Damit ist OHB nicht nur Zulieferer des deutschen MilitĂ€rs gewesen, sondern beteiligt sich selbst aktiv an der deutschen Kriegs- und Überwachungsmaschinerie. Im Jahr 2013 erhielt OHB erneut von der Bundeswehr den Auftrag zur Entwicklung und zum Bau des Nachfolgesystems SARah. Dieses sollte und wird ausschließlich zu militĂ€rischen Zwecken von der Bundeswehr genutzt.

Das deutsche MilitÀr steht in einer ungebrochenen, mörderischen Tradition seit dem Beginn seiner Existenz. Auch heute vergeht kaum eine Woche, in der kein rechtsextremes Netzwerk in der Bundeswehr aufgedeckt wird oder Tonnen von Munition verschwinden, um dann in eben jenen Netzwerken wieder aufzutauchen. OHB gibt diesem deutschen MilitÀr dabei nicht nur die Instrumente, die es zum Morden braucht, in die HÀnde, sondern beteiligt sich auch selbst aktiv daran.

Doch damit nicht genug; sowohl die Daten von SAR-Lupe, als auch die von SARah wurden und werden an Frontex weitergeben. Frontex nutzt die Daten der deutschen Überwachungssatelliten, sowie die des „Erdbeobachtungsprogramms“ COPERNICUS zur Überwachung möglicher Fluchtrouten, Gruppen flĂŒchtender Menschen, sowie von Booten, die Menschen zur Überquerung des Meers nutzen, um vor dem aus Europa exportiertem Krieg und Terror in ihren HeimatlĂ€ndern zu flĂŒchten, um diese anschließend anzugreifen.

Das Frontex mordet ist spĂ€testens klar, seit dem Frontex-Beamt*innen antriebslose Schlauchboote mit flĂŒchtenden Menschen auf dem Mittelmeer wieder aufs offene Meer stoßen und sogar auf die Menschen mit scharfer Munition schießt oder FlĂŒchtende an die „libysche KĂŒstenwache“ ĂŒbergibt, die seit Jahren dafĂŒr bekannt ist, mit EU-Geldern FlĂŒchtende in Libyen festzuhalten, zu foltern und zu ermorden. Diese Boote kann Frontex nur aufspĂŒren, weil es die von OHB hergestellten und zum Teil sogar betriebenen Spionagesatelliten nutzt. Somit ist OHB indirekt fĂŒr die Folter und den Tod dieser Menschen verantwortlich. Zeitgleich lĂ€sst sich die Bundesregierung von Diktatoren aus der TĂŒrkei, Belarus oder Ungarn erpressen, um bloß keine weiteren Menschen mehr aufnehmen zu mĂŒssen und lĂ€sst diese stattdessen vor der polnischen Grenze erfrieren und verhungern und baut seine Festungsmauern mit jeder Leiche jeden Tag ein wenig höher. Vor wenigen Tagen ist bereits mindestens die 13. Person diesen Winter an der EU-Außengrenze gestorben, wĂ€hrend in Deutschland munter ĂŒber das Koalitionspapier der neuen Bundesregierung geredet wird, das mit keinem Wort diese ZustĂ€nde auch nur erwĂ€hnt. Dieser Manifestierung der deutschen und europĂ€ischen Werte wollen und werden wir nicht weiter tatenlos zusehen!

Wir haben uns fĂŒr OHB als Ziel entschieden, da wir die Notwendigkeit sehen, gerade Akteur*innen, die sich in zivilem Gewand geben, wĂ€hrend sie gleichzeitig (mit-)verantwortlich fĂŒr den Tod Tausender sind, in aller Öffentlichkeit sowohl zu markieren, als auch um ihnen wirtschaftlichen Schaden zuzufĂŒgen. Gleichzeitig wollen wir der Unternehmungsleitung sowie den Arbeiter*innen bei OHB sehr deutlich signalisieren, dass wir um die VerknĂŒpfungen zur Bundeswehr und zu Frontex wissen und wollen ihnen aufzeigen, welchen Preis sie dafĂŒr zahlen mĂŒssen.

Hiermit wollen wir auch ganz explizit andere dazu aufrufen, es uns gleich zu tun! Organisiert euch, bereitet euch vor und greift Unternehmen wie OHB, aber auch Rheinmetall und KMW oder die Bundeswehr selbst an!

BekÀmpft Feuer mit Feuer!

Kein Frieden dem Krieg, kein Frieden mit Deutschland!




Quelle: De.indymedia.org