MĂ€rz 4, 2021
Von Indymedia
273 ansichten


Die Zeit drÀngt.

Um unsere SolidaritÀt mit dem RevolutionÀr Dimitris Koufontinas zu bekunden haben wir am 02.03.2021 das griechische Konsulat in Frankfurt am Main mit Bitumen angegriffen.

Seit dem 8. Januar 2021 befindet sich D. Koufontinas im Hungerstreik und fordert seine Verlegung in das Korydallos GefÀngnis in Athen/PirÀus.

Seit ihrer Wiederwahl 2019 versucht die Regierungspartei Nea Dimokratia eine extrem autoritĂ€re Politik durchzusetzen. Im Schatten der Coronapandemie hat sie diverse repressive Gesetze erlassen, wĂ€hrend sie versucht jeglichen Protest dagegen zu kriminalisieren und zu ersticken. Zu nennen wĂ€ren da unter anderem verstĂ€rkte Repression gegen Linke und Anarchist*innen, die Abschaffung des UniversitĂ€tsasyls, der Versuch eine Campuspolizei einzufĂŒhren, und viele mehr. Anstatt in den kaputt gesparten Gesundheitssektor zu investieren, erlĂ€sst sie lieber einen seit Monaten anhaltenden knallharten Lockdown samt Ausgangssperre und investiert massiv in die AufrĂŒstung und Ausbildung neuer Bullen und der Armee. NatĂŒrlich nicht ohne ihren Parteifreund*innen dabei in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Das Gesetz das D. Koufontinas zum Hungerstreik gezwungen hat, hat ein einfaches Rachemotiv. Die Familie des Premierministers Kyriakos Mitsotakis war selbst Ziel der Angriffe des 17N fĂŒr dessen Aktionen D. Koufontinas die Verantwortung ĂŒbernommen hat. Seit 2003 sitzt er dafĂŒr im Knast und fĂŒhrt seinen politischen Kampf dort weiter.

Das neue Gesetz besagt, dass als “Terrorist*innen” verurteilte, in HochsicherheitsgefĂ€ngnissen eingesperrt werden sollen. FĂŒr D. Koufontinas bedeutet das eine signifikante Verschlechterung der Haftbedingungen. Aus dem FarmgefĂ€ngnis Kassevetia wurde er in das HochsicherheitsgefĂ€ngnis Domokos verschleppt.

Um seine WĂŒrde zu behalten und der Isolation von seiner Familie und Freund*innen zu entgehen blieb fĂŒr ihn der Hungerstreik als letzte Option.

Der griechische Staat lehnt es ab auf diese minimalen Forderungen einzugehen obwohl das Leben des Gefangenen nach 54 Tagen im Hungerstreik jeden Moment enden könnte. Der griechische Staat macht sich einmal mehr des Mordes schuldig, wenn er nicht augenblicklich auf die WĂŒnsche des Gefangenen eingeht. Die Entrechtung die an den europĂ€ischen Außengrenzen bereits tagtĂ€glich gegen GeflĂŒchtete in den Lagern oder mittels Pushbacks durchgesetzt wird, weitet sich aus auf politisch unliebsame Gefangene die wie “menschlicher MĂŒll in elenden GefĂ€ngnissen ĂŒbereinandergestapelt werden, abgeschnitten von ihren Familien.”

Die SolidaritÀtsbekundungen und Aktionen in den letzten Wochen, nicht zuletzt die riesigen Demos in Athen, haben gezeigt, dass sich etwas tut und dass wir den Mord an unserem Genossen und die Repression nicht still hinnehmen werden.

Auch wir sehen nicht tatenlos zu. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht.

 

SolidaritÀt mit D. Koufontinas!

 

Unser Drang nach Freiheit ist stÀrker als ihre KÀfige!

English:

Attack against the Greek embassy in Frankfurt am Main, Germany

Time is running out.

On 02.03.2021 we attacked the Greek embassy in Frankfurt am Main with bitumen, to express our solidarity with the revolutionary Dimitris Koufontinas.

Since its reelection 2019, the governing party Nea Dimokratia, tries to enforce an extremely authoritarian agenda. Among the shades of the Corona pandemic, it established a variety of repressive laws, while trying to criminalize and stifle any kind of protest. Among many others are the abolition of the University Asylum, the attempt to establish a campus police force, more repression against leftists and anarchists. Instead of investing in the health sector, that got ruined by austerity measures, the government prefers to invest massively in new weapons and training of cops and the army. Of course not without favoring their own party members and friends.

The law that made D. Koufontinas start his hunger strike is simply motivated by vengeance. The family of the primary minister Kyriakos Mitsotakis was affected themselves by attacks of the 17N. Attacks that D. Koufontinas claimed responsibility for. Since 2003 he continues his political struggle in prison. The new law says that prisoners, convicted for terrorism, shall be transferred to high security prisons.

For D. Koufontinas, captivated since 2003, this means a significant worsening of detention conditions.

He was transferred from the farm prison Kassevetia to the high security prison Domokos.

To maintain his dignity and to break the isolation from his family and friends, he chose hunger strike as a last option. The Greek state denies to agree his minimum demands, although the life of the prisoner, after 54 days without eating, could end any minute. The Greek state once more will be guilty of murdering, if it does not agree to the demands of the prisoner. The deprivation of rights that is practiced every day at the European borders with pushbacks and in the camps against refugees is expanding towards unpleasant political prisoners. Treating them “like human trash in miserable hellholes, stacking them up, far away from their families”.

The solidarity claims in the last weeks from all over the world and last but not least the giant demonstrations in Athens have shown, that something is boiling and that we will not accept the murder of our comrade and the repression.

We will not stand by watching. We don’t forgive. We don’t forget.

Solidarity with D. Koufontinas!

Our passion for freedom is stronger than their cages!




Quelle: De.indymedia.org