MĂ€rz 13, 2021
Von Indymedia
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Prenzlauerberg steht exemplarisch dafĂŒr, was VerdrĂ€ngung bedeutet und wie in mehreren Wellen ihre Anwohner:innen ihres Zuhauses beraubt werden. Die Next Estate* ist nur eine von vielen privaten, international agierenden Immobilienagenturen, die dazu beigetragen hat, dass viele Ecken der Stadt – insbesondere in Pberg um den Helmholtzplatz und den Kollwitzplatz – zu elitĂ€ren, versnobten Orten wurden. Die Next Estate agiert seit 2009 in Berlin und verhökert luxussanierte Altbauten fĂŒr fast 6500 Euro/mÂČ. FĂŒr Neubauten sollen bis zu 8800 Euro/mÂČ hingeblĂ€ttert werden.

Wir finden: Wohnraum darf keine Ware sein!

Inzwischen wird im Fall Prenzlauerberg von Super-Gentrifizierung gesprochen. So mĂŒssen inzwischen sogar gut situierte Öko-GroßstĂ€dter:innen um ihren Wohnraum bangen (kein Mitleid an dieser Stelle :D) Zuvor sind viele Rentner:innen und Arbeiter:innen aus dem Kiez verdrĂ€ngt worden und ganze Pflegeheime werden unter VorwĂ€nden geschlossen und anschließend teuer saniert. Die Akademiker:innen Quote liegt inzwischen bei 75%. Hier begann auch der Trend, Lebensraum in Privat-Eigentum zu verwandeln, da sich die Mieten nicht noch weiter in die Höhe haben treiben lassen.

Wir haben uns bewusst in diesen Bezirk begeben, um auf seine Entwicklungen hinzuweisen. Denn diese weisen auf die wohnungspolitische Zukunft anderer Teile Berlins hin, die sich ganz Ă€hnlich zu verĂ€ndern drohen. Auch bspw. in Friedrichshain ist die VerdrĂ€ngung schon lĂ€nger und immer mehr spĂŒrbar. Ganze StraßenzĂŒge wurden von Privatinvestor:innen aufgekauft und somit fĂŒr Geringverdiener:innen und Hartz IV- EmpfĂ€nger:innen unbezahlbar.

Dabei haben Prenzlauerberg und Friedrichshain eine bewegte politische Vergangenheit, die von selbstorganisiertem Wohnen geprÀgt war. WÀhrend in Pberg jedoch mittlerweile davon nichts mehr zu sehen ist, stehen in Fhain noch wenige HÀuser aus der Zeit der Besetzungen der 90er Jahre. Die Rigaer94 ist eines dieser HÀuser, welches jedoch auch droht zerstört zu werden.

Staatliche Maßnahmen wie der Mieter:innen- und Milieuschutz verhindern nur in den wenigsten FĂ€llen, dass Menschen ihr Zuhause verlieren. Wenn es 100 Wege gibt, ein Gesetz zu umgehen, wird es damit unbrauchbar.

Das bestĂ€rkt uns darin, den Kampf um das Recht auf Wohnraum und Selbstbestimmung militant zu fĂŒhren und nicht auf den „rettenden Staat“ zu warten, der mittels der Bullen unseren Kampf ebenso versucht zu ersticken. Jede RĂ€umung hat ihren Preis!

Wenn Geisel und seine Schergen die Rigaer94 rĂ€umen, werden wir Rache nehmen. Wenn uns alle Orte genommen werden, gibt es keinen Grund dafĂŒr, nicht die gesamte Stadt kaputt zu machen.

* Next Estate hat im Übrigen einen Blog und wertet u.a. auch politisches Geschehen aus: https://www.next-estate.de/de/blog/




Quelle: De.indymedia.org