Juli 24, 2021
Von Anarchistische Bibliothek
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I

Merksatz: Man stirbt nicht mit Corona, man stirbt an Corona. Dagegen stirbt man weder an der Impfung, noch mit der Impfung, man stirbt einfach.

Viele der verstorbenen Geimpften waren ja ohnehin schon alt, da komme es vor, dass man auch einmal einfach so sterbe, habe ich jĂŒngst gelesen. Und wer will das schon bestreiten, sagt einem doch die eigene Intuition, dass an dieser Theorie etwas dran sein könnte, selbst wenn Lebensweisheiten dieser Art andernortes im letzten Jahr in Vergessenheit geraten sein mögen. Und dann gibt es da wieder diese Studien an Versuchstieren von 2012, die mit einem mRNA-Impfstoff gegen Corona (nicht Covid-19, ein anderes Coronavirus) geimpft wurden und nach einer gewissen Zeit reihenweise verstarben. Ich habe die medizinischen Details dieses Papiers nicht restlos verstanden und ich rĂ€ume ein, dass ich diesen ganzen Laborexperimenten egal ob an Pflanzen, Tieren, Menschen oder Zellkulturen Ă€ußerst kritisch gegenĂŒberstehe, aber wer kann bei all dieser Kriegspropaganda, die einem heute dies und morgen jenes erzĂ€hlt, zunehmend individualisiert dank neuester Algorithmen der Technokraten, umhin, die Wissenschaft das ein oder andere Mal doch an ihren eigenen MaßstĂ€ben zu messen.

Aber was bringt uns das Tote-ZĂ€hlen? Nach einiger Beobachtung lĂ€sst sich darĂŒber doch ohnehin nur sagen: „Die einen zĂ€hlen so – und die anderen zĂ€hlen ganz anders.“ Man mag vielleicht versucht sein, selbst zu zĂ€hlen, aber irgendwie beschleicht einen der leise Verdacht, dass man ja ein Staat werden mĂŒsste, um das zu können. Und dabei dĂ€mmert einem dann, dass es doch geradezu aberwitzig ist, worum der ganze Zahlenstreit eigentlich geht: Irgendein gut bezahlter BĂŒrokrat fĂ€lscht jeden Morgen mit einer gehörigen Portion Dilettantismus eine Statistik, die dann von denjenigen Wirrköpfen weiter verdreht wird, die glauben man wĂŒrde das Leben verstehen, wenn man es einsperrt, foltert, ermordet und in seine Bestandteile zerlegt und schließlich von einem wiederum anderen StaatsbĂŒttel zusammen mit mahnenden Worten und einem neuen Paket an Schikanen groß herausposaunt wird um von den gehirgewaschensten Hofschreiberlingen der sogenannten vierten Staatsgewalt in alle Winkel des besetzten Gebietes getragen zu werden. Und ĂŒber solch eine Zahl soll ich mich dann streiten? So eine Zahl soll irgendetwas aussagen darĂŒber was mein Leben und das von anderen betrifft?

Vielen Dank auch, das ist mir zu blöd.

II

Wie kommt es eigentlich, dass die Genetik plötzlich aus allen Lagern so viel Zuspruch erfĂ€hrt? Da prĂ€sentieren ein paar durchgedrehte Genetiker verschiedene Gentechnik-Impfstoffe und bekommen Applaus von allen Seiten, selbst von jenen, die sich in den letzten Jahren mit ihrer Gen-Ethik hervorzutun glaubten. Nun, wer der deutschen Sprache hinreichend mĂ€chtig ist, hat natĂŒrlich lĂ€ngst verstanden, dass es sich beim Gen-ethischen Netzwerk (GEN) nur um eine Genetik-Tarnorganisation handeln kann, immerhin steckt diese lautmalerische Anspielung bereits im Namen. Und natĂŒrlich: Wer in den letzten Jahren aufmerksam das Kampfblatt dieser Organisation, den Gen-ethischen Informationsdienst gelesen hat, der mag auch bemerkt haben, dass die Suche nach der richtigen Gen-ethik nichts anderes ist, als der billige Versuch, die Genetik in den Mantel einer Ethik einzukleiden. Da kommt es schon mal vor, dass sich Kirsten Achtelik dafĂŒr stark macht, PrĂ€nataldiagnostik (PND) nicht als Eugenik zu bezeichnen, weil “die kommunizier- und wahrnehmbaren gesellschaftlich legitimen Ziele [hier] in der BedĂŒrfniserfĂŒllung eines Wunsches nach Wissen und in der Vermeidung von antizipierten Leiden von werdenden Eltern und zukĂŒnftigen Kindern [bestĂŒnden]” und eben nicht darin, “den deutschen ‘Genpool’ zu verbessern oder die Bevölkerung zu optimieren”. Viel rhetorisches Blabla auf der Suche nach dem korrekten sprachlichen Begriff, der bloß nicht allzu ĂŒble Kritik ĂŒbt, weil man den ganzen Quatsch ja eben auch von der anderen Seite her betrachten mĂŒsse. Jaja, die Gen-ethik und die Genetik haben eben doch so einiges gemein. Vor diesem Hintergrund wundert es kaum, dass sich ein aktueller Flyer des Gen-ethischen Netzwerks zu mRNA-Impfstoffen eher wie eine WerbebroschĂŒre der Hersteller liest, als irgendetwas sonst. WĂ€hrend also die Gen-et(h)iker*innen den Gentechnik-Impfstoffen – zumindest den mRNA-Impfstoffen – mehr oder weniger ihre Unbedenklichkeit zu bescheinigen scheinen, ist es wohl besser, diese Genetik-Tarnorganisation von der Liste derer zu streichen, von denen man eine Kritik der derzeitigen genetischen Offensive erwarten kann.

III

Genetik, diese modernisierte Form der Kraniometrie, was muss man dazu ĂŒberhaupt sagen? Einst haben irgendwelche Wirrköpfe die SchĂ€del von Menschen vermessen, um sie nicht nur in Rassen einzuteilen, sondern auch gleich noch zu bestimmen, ob es sich bei diesen Menschen um Verbrecher, Geistesgestörte und andere subversive Elemente handeln könnte. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten dieser Wirrköpfe Eugeniker waren – auch wenn manche diesen Begriff vielleicht noch nicht kannten –, die die Gesellschaft von “minderwertigem Erbgut” erlösen wollten. Man teilte die Menschen zu diesem Zweck in Rassen ein, wobei die angebliche weiße Rasse, der nicht zufĂ€llig auch diejenigen angehörten, die nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wussten, als SchĂ€del auszugraben, zu sammeln und zu vermessen, als die höchste Form menschlicher Entwicklung galt und alle ĂŒbrigen Rassen als minderwertig galten. Was der Legitimation von Sklaverei und Genoziden ĂŒberall auf der Welt diente, geriet irgendwann in Misskredit. Die wissenschaftliche Sichtweise hatte sich unterdessen verschoben. Also musste die Eugenik sich eine andere Disziplin suchen, die ihren Bevölkerungsprogrammen und Sozialexperimenten Legitimation verleihen wĂŒrde. In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts fiel da die Wahl auf die Genetik. Denn der Mönch Mendel hatte einmal entdeckt, dass bestimmte Ă€ußerliche Merkmale bei der Kreuzung von Erbsen nach bestimmten Regeln vererbt wurden und ganz allmĂ€hlich schien diese Theorie plausibler zu sein, als dass irgendwelche SchĂ€delformen die Menschen zu Dieben und Mördern machen wĂŒrden, auch wenn zumindest die Eugenik solche und Ă€hnliche Schlussfolgerungen nun auf Gene zu ĂŒbertragen versuchte. Es folgte, was heute vielleicht den meisten im Kopf herumspuken mag, wenn sie das Wort Eugenik hören: Die Periode des nationalsozialistischen Vernichtungswahns. Die Nazis hatten exzessiven Gebrauch von sowohl Kraniometrie, als auch genetischen Erkenntnissen gemacht, um eine arische, ebenso wie eine jĂŒdische Rasse zu bestimmen. Die Kraniometrie wird fortan als pseudowissenschaft gelten. Die Genetik nicht. Nein, die Genetik kommt nach 1945 ĂŒberhaupt erst so richtig in Fahrt. Zahlreiche Mediziner, die mittel- und unmittelbar an den grausamen Menschenversuchen in KZs beteiligt gewesen waren oder deren Rassenbiologische Gutachten die Deportation und Vernichtung oder die Sterilisierung von Menschen veranlassten, erlangten unter anderem durch die Auswertung der dabei gesammelten Daten großes Ansehen in der Medizin, unter ihnen befanden sich auch einige Genetiker, etwa Otmar von Verschuher, in dessen Auftrag Josef Mengele in Auschwitz Menschenversuche vornahm. Er wurde 1951 Professor fĂŒr Humangenetik am Institut fĂŒr Humangenetik der UniversitĂ€t MĂŒnster und publizierte noch jahrelang rassenbiologische Theorien. Ganz losgesagt hat sich die Genetik bis heute nicht von derartigen Theorien. Neue polizeiliche Ermittlungsmethoden zur Ermittlung der geografischen Abstammung von Personen anhand von DNA-Untersuchungen modernisieren diese Theorien regelmĂ€ĂŸig, indem sie sie an die heute dominanten wissenschaftlichen Weltanschauungen anpassen.

IV

Das GegenstĂŒck zur Entartung ist die durchschnittliche Erhöhung der TĂŒchtigkeit einer Bevölkerung. Eine solche Erhöhung, mindestens aber die Verhinderung des Gegenteils, ist das Ziel der Sozialeugenik. Das Wort Eugenik, das der griechischen Sprache entlehnt ist, enthĂ€lt den Begriff des GlĂŒcklichgeborenseins, d.h. geboren mit gĂŒnstigen Erbanlagen. Sozialeugenik ist also die Lehre von den Bedingungen, unter denen eine Bevölkerung sich gĂŒnstige Erbanlagen erhĂ€lt und sie vermehrt. Diese Lehre will natĂŒrlich nicht bloß Lehre bleiben, sondern will auch eine eugenische Praxis im Gefolge haben.

– Wilhelm Schallmayer

Entartung sagt man heute nicht mehr, auch wenn in der aktuellen Periode die Bevölkerung gegenĂŒber dem Individuum wieder erhöht wird. Auch “Volksgesundheit” sagt man nicht mehr so gerne. “Sieg Heil” sowieso nicht, aber immer mehr Briefe, E-Mails und noch neumodischere Textgattungen sind mit irgendwelchen GesundheitswĂŒnschen unterschrieben. Und angesichts dessen, was so alles gegen das Individuum verordnet wird, kann dieser meist recht individuell gehaltene Wunsch dennoch kaum ĂŒber die bevölkerungspolitischen Gesundheitsabsichten, die diesem Wunsch zugleich innewohnen hinwegtĂ€uschen. WĂ€hrend die Genetik in den letzten Jahren vor allem im Kontext von Reproduktionstechnologien darauf hingewirkt hat, die “gĂŒnstigen Erbanlagen” der Bevölkerung zu “erhalten und vermehren”, indem sie etwa erblich veranlagte Behinderungen recht erfolgreich durch Abtreibungsempfehlungen und andere genetische Selektionen ausgemerzt hat, scheint sich eine andere Sparte der Genetik heute vermehrt einem anderen Aspekt der Gesundheit zu widmen. NĂ€mlich der epidemischen Volksgesundheit.

V

Hilfe, ich glaube ich bin Impfleugner!

Immer wieder werde ich so genannt und wenn ich anfange von Coronaimpfungen und Genetik zu reden, dann verdrehen die Leute die Augen und hören mir nicht zu. Aber was ist ĂŒberhaupt ein Impfleugner? Coronaleugnung hat ja einmal bedeutet, zu leugnen, dass es das Virus ĂŒberhaupt gibt, dann aber auch, dass das Virus eine große Gefahr fĂŒr die Menschheit ist. Soetwas ist mir egal. Ich bin Egoist, was interessiert mich die Menschheit? Aber ich leugne ja gar nicht, dass es Impfungen gibt, das ist ja das Problem: Es gibt sie und alle wollen aus unerfindlichen GrĂŒnden, dass ich mich impfen lasse. Impfleugner muss also bedeuten, dass ich mir nicht irgendein Gift spritzen lassen will, in der Hoffnung, dass es mich einerseits nicht tötet und andererseits verhindert, dass ich an Corona erkranke. Ich glaube damit kann ich mich identifizieren. Ganz ehrlich: Wer will sich schon irgendein Gift spritzen lassen, dass einem mit einem Vektorvirus einen DNA-Schnipsel in die Zellen pflanzt, oder das irgendwelche RNA in meine Zellen einschleust. Da erkranke ich doch lieber an Corona.

VI

Womit beschĂ€ftigt sich eigentlich die Genetik den lieben langen Tag, wenn sie gerade keine großen PlĂ€ne zur Behandlung der gesamten Menschheit mit ihren Giften ausheckt? In ihren Laboren eingeschlossen sind die Damen und Herren Genetiker Tag fĂŒr Tag etwas Großem auf der Spur: Dem Geheimnis des Lebens. Aber es ist kein Leben, wie es du oder ich vielleicht verstehen wĂŒrden. Leben, das besteht fĂŒr die Genetiker*innen aus Zellen. Wenn die Genetiker also behaupten, das menschliche Leben zu entschlĂŒsseln, dann bedeutet das, dass sie einen Menschen – zumindest theoretisch – in winzig kleine Teile zerteilen, in Petrischalen stecken und diese Leichenreste dann durch ein Mikroskop betrachten. Weil diese Teilchen sich unter bestimmten Bedingungen selbst in einer Petrischale vermehren, nennen sie diese den Grundbaustein des Lebens. Außer vielleicht den Wissenschaftler*innen selbst versteht aber nun jeder, dass dies nicht das menschliche Leben ist, sondern wenn ĂŒberhaupt, dann der kĂŒnstlich zum Leben erweckte Tod. Und um der KrĂ€nkung zu entgehen, dass jeder Laie mehr vom Leben versteht, als sie selbst, beschĂ€ftigen sich die Genetiker folglich damit, in ihren Laboren kĂŒnstliches Leben zu schaffen, Leben, das aus jenen Grundbausteinen des lebendigen Todes, genannt Zellen, besteht, und das der verwirrte Laie, der sich noch ĂŒber das KunststĂŒck wundern mag, etwas Totes in etwas zu verwandeln, das auf den ersten Blick so lebendig aussieht, nun tatsĂ€chlich fĂŒr Leben hĂ€lt. Die Genetiker dagegen, die meisten von ihnen wahre Christen, fĂŒhlen sich fortan gottgleich. Denn außer Ihnen, so wird in einem bekannten Mythos berichtet, ist es bisher nur Gott gelungen, toter Materie Leben einzuhauchen. In ihrem GrĂ¶ĂŸenwahn ĂŒbersehen auch sie, was der Laie aufgrund seines Staunens ĂŒbersehen musste: Sie haben kein Leben erschaffen, sondern bloß eine neue Art von Maschine. Manch eine*r nennt die Genetik – und nicht nur die – daher Nekrowissenschaft, also die Wissenschaft des Todes.

Mittlerweile aber stehen wir vor dem sehr realen Problem, dass das Leben, was die Genetiker*innen in ihren Laboren verstĂŒmmelt haben, nicht mehr immer elendig auf dem Experimentiertisch verreckt, sondern diesen Laboren von Zeit zu Zeit entflieht oder von den Genetiker*innen selbst in die Freiheit entlassen wird. GenverĂ€nderte Pflanzen und Tiere – und neuerdings sogar Menschen – wandeln außerhalb der Labore ihrer Peiniger*innen und sie können von uns nicht lĂ€nger als lebendige Tote betrachtet werden, sondern bestenfalls als von ihren Erzeuger*innen verstĂŒmmeltes Leben. Und um das klarzustellen: Nur ein Idiot vergeht sich an Frankensteins Monster. Wer halbwegs bei Sinnen ist, der tötet Frankstein!

VII

Aber was ist heute ĂŒberhaupt noch ein Labor? Auch wenn die Genetiker*innen das Leben gedanklich noch immer in Leichenteile zerlegen, so experimentieren sie doch lĂ€ngst mit physisch unzerteilten Lebewesen. GenverĂ€ndertes Saatgut wurde noch mit dem Zweck gezĂŒchtet, nur im Labor erschaffen zu werden, weil es sich so jĂ€hrlich aufs Neue verkaufen lĂ€sst. Aber die neuere Genetik, die danach strebt, den Körper eines jeden Menschen zu erobern, sie verzichtet auf diese plumpe Art und Weise der Monetarisierung. Es ist ohnehin ein MilliardengeschĂ€ft, Impfstoffe zu verkaufen und die MutationsfĂ€higkeit von Viren garantiert schließlich auch im nĂ€chsten GeschĂ€ftsjahr ein boomendes GeschĂ€ft. Und der gesamte Planet wird zum Labor. Vorausgesetzt natĂŒrlich, die Staaten, Philantropen und NGOs, denn wer anders hĂ€tte Interesse daran, alle Menschen mit Impfstoffen zu vergiften, um die Volksgesundheit zu pflegen, werden jedes Jahr brav weiter das neueste Produkt bestellen und bezahlen. Aber das scheint kein Problem zu sein, hat doch der vermutlich weltweit grĂ¶ĂŸte Impf-Lobbyist seit Jahren all diese Akteure an einen gemeinsamen Tisch gebracht und ihnen seinen berĂŒhmten und nur deshalb, weil er so reich und mĂ€chtig ist, als schrullig betrachteten Hygienefimmel ins Ohr gesetzt. Nicht nur er und die Firmen in die er so viel Geld investiert hat, hat von den brutalen Zwangsimpfungen in Indien und auf dem afrikanischen Kontinent mĂ€chtig profitiert. Die gesamte globale Impfallianz, vom Impfkommunist bis hin zum Impfkapitalist, vom Impfhersteller bis zum sadistisch veranlagten, spritzenden Arzt, vom Virologen bis hin zum Politiker, sie alle waren doch begeistert davon, ihre feuchtesten TrĂ€ume im letzten Jahr Wirklichkeit werden zu lassen. Und nicht nur sie: Die gesamte Technokratenklasse, die dem Impf-Cheflobbyist mit dem seltsamen Hygienefimmel und viel zu viel Geld seit jeher besonders nahe steht, profitierte mit ihnen.

VIII

Der Patient ist das neue RevolutionĂ€re Subjekt, wie das weltweite Proletariat zu Zeiten der Industrialisierung. WĂ€re ich Marxist, ich mĂŒsste dieser Tage umgehend dem Sozialistischen Patientenkollektiv beitreten. Patienten dieser Welt, vereint euch im Kampf gegen die Ärzte! Wie hatte man das jemals ĂŒbersehen können? Waren es nicht die Mediziner und ihre Wissenschaftskollegen aus den nichtmedizinischen Disziplinen der Eugenik, die den Holocaust nicht nur wollten, sondern auch maßgeblich zu seiner Organisation beitrugen? Indem sie sich an der medizinischen Einteilung der Menschen in Rassen, sowie in wertes und unwertes Leben beteiligten, indem sie die Ermordung von Millionen durchfĂŒhrten und beaufsichtigten, indem sie die in ihren Praxen nach Hilfe suchenden Verfolgten denunzierten und nicht zuletzt indem sie das Lager in ein medizinisches Labor verwandelten, das nach ihren Vorgaben gefĂŒhrt wurde. Das Böse, es besticht nicht nur durch sein eichmannsches BĂŒrokratendasein, sondern auch und vor allem durch sein medizinisch-wissenschaftliches Heilsversprechen. “Nach Ausschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch”, schrieb einmal jemand, der den aufklĂ€rerischen Ärzten und ihren wissenschaftlichen Kollegen zeitlebens nur allzu verbunden blieb. Mit Barbarei habe ich kein Problem, denn Ausschwitz war entgegen anderslautender Mythen weder “Zivilisationsbruch”, noch irgendeine Art von “Dialektik der AufklĂ€rung”, nein, Auschwitz war Teil des gewaltsamen Vormarschs der AufklĂ€rung selbst. Aber sich nach Auschwitz freiwillig in die behandelnden HĂ€nde eines Arztes zu begeben, das betrachte ich als idiotisch, wenn nicht gar selbstzerstörerisch. Und nein, das ist kein Vergleich, keine Relativierung, nur eine Betrachtung der KontinuitĂ€ten.

IX

Um mich herum nehme ich eine zunehmende Verwirrung wahr. Sind die neuen Impfstoffe wirklich Gentechnik? Sind sie ein neues Ausmaß dieser Technologie oder altbewĂ€hrt? Sind die althergebrachten Kritiken an Gentechnik ĂŒberhaupt noch aktuell? Kann man wirklich etwas gegen diese Impfstoffe sagen, wenn sie doch die einzige Hoffnung im Krieg gegen das Virus sind und zudem mit dem Ziel entwickelt wurden, besser vertrĂ€glich zu sein, als herkömmliche Impfstoffe? Kann man etwas gegen die Atombombe sagen, wenn sie doch diplomatischen Wert beweist und den Frieden sichert?

WAR IS PEACE

FREEDOM IS SLAVERY

IGNORANCE IS STRENGTH

Wer ist hier der Verwirrte? Ich oder alle anderen? Es ist vielleicht auch egal. Vermutlich sind wir gerade alle verwirrt. Kein Wunder. Wenn einem Wasser fĂŒr Wein verkauft wird, dann mag das ja spĂ€testens dann auffallen, wenn der Rausch nach mehreren Litern noch nicht einsetzt, aber wenn einem das Heil als Gesundheit verkauft wird, dann muss das Resultat doch allgemeine Verwirrung sein. Ich schlage die Zeitung auf und ĂŒberall schreit sie mich an, die Kriegspropaganda des Virus.

Jeden Tag aufs neue wird in Radio, Fernsehen und in den gĂ€nzlich virtuellen Welten des Netzes die Zahl der Gefallenen verlesen. Zeitungen drucken Tag um Tag die Landkarte ab, darauf verzeichnet die tausendfachen Frontlinien des Virenkrieges. Um feindlichen Saboteuren das Handwerk zu legen, werden nĂ€chtliche Ausgangssperren verhĂ€ngt, wenn der Krieg einem Territorium zu nahe kommt. Massenhaft werden die Menschen in Bussen zu aus dem Boden gestampften Lagern, genannt Impf- und Testzentren gekarrt, um dort nicht nur auf Herz und Nieren getestet und vermessen zu werden, sondern auch, um sich bereitwillig die Spritze des Grauens geben zu lassen. Immerhin darf das Lager im Anschluss wieder verlassen werden. Es ist ja ohnehin viel effizienter, die Menschen in ihrem natĂŒrlichen Habitat des eigenen Heimes einzusperren und zu verwalten.

Im Virenkrieg wird ohnehin jeder zur Soldat*in. “Die beste Medizin ist Disziplin”. Eiserne Kreuze werden spĂ€ter, so verkĂŒnden die Heralde der Bundesregierung, allen verliehen werden, die nun zuhause vor dem Fernseher salutieren und ihrem Vaterland durch das LĂŒmmeln auf dem Sofa Dienst leisten. Satire darf alles, aber nur wenn sie nicht als Satire gemeint ist. Das stolze deutsche Volk, allesamt geistige Nachkommen des gar nicht allzu kritischen Kurt Tucholsky, es organisiert sich dieser Zeiten in Internet-Lynchmobs gegen all jene, die es wagen, die allzu bizarren EindrĂŒcke dieses Krieges alleine durch ihre Wiederholung zu verballhornen. Satire wird nun zur Chefsache des Reichspropagandaminis
, Ups, Entschuldigung, des Kanzleramts. Nie zuvor waren Politiker*innen grĂ¶ĂŸere Clowns als wenn sie heute mit ernster Mine vor eine Kamera treten, die Maske absetzen und in einem Tonfall des Weltuntergangs verkĂŒnden, zu welch neuen Schritten sie durch die UmstĂ€nde, sowie die Uneinsichtigkeit der Bevölkerung nun wieder gezwungen wĂ€ren. Es stimmt ja auch: Wer glaubt, das noch satirisch zuspitzen zu können, der muss scheitern! Aber deshalb gleich zum drastischsten Mittel der Online-Anprangerung, dem Shitstorm zu greifen, zeugt irgendwie auch von deutscher Humorlosigkeit.

X

Aber wo ist der Ausweg aus dieser allgemeinen Verwirrung? Braucht es ĂŒberhaupt einen solchen Ausweg? Verwirrung als Resultat von Chaos und Unordnung ist sicherlich der Verwirrung als Resultat von TĂ€uschung, Schwindel, Ablenkung und Zerstreuung vorzuziehen, aber gegen die Verwirrung selbst lĂ€sst sich eigentlich kaum etwas einwenden. Sind die neuen Impfstoffe als Heilsbringer nun zu begrĂŒĂŸen, obwohl die Disziplin, die sie hervorgebracht hat, von allen, die nicht der wissenschaftlichen Glaubensdoktrin anheim gefallen sind, als dem eigenen Leben feindselig gegenĂŒberstehend eingestuft werden muss? Man mag darĂŒber ja so verwirrt sein, wie eben nötig – immerhin ist diese Verwirrung eine althergebrachte Strategie des Fortschritts –, vielleicht ist diese Frage ja eben auch irrelevant. Ob ich etwas nun als Heilsbringer begrĂŒĂŸe oder nicht, viel wichtiger ist doch, dass ich mich dem Archon gegenĂŒber zu wehren weiß. Und der heißt offensichtlich Bill Gates, Elon Musk, Jeff Bezos, Google, Telekom, BioNTech, Bundesrepublik Deutschland, RKI, und hat noch sehr, sehr viele weitere Namen. Er kennzeichnet sich dadurch, dass er alle Menschen impfen, einsperren, verwalten, kontrollieren will, dass er die Menschheit nach seinem Bilde formen, weiterentwickeln, zu einer multiplanetaren Spezies oder schlicht zu einem Teil der Maschine machen will. Kurz gesagt: Er zeigt sein Gesicht immer dort, wo er ĂŒber andere Menschen herrschen will.

XI

Ein wichtiges Instrument dabei, das zeigt sich heute vielleicht deutlicher, als jemals zuvor, das ist die Moral. Was heute nicht alles meine Sache sein soll 
 Pfui ĂŒber den Egoisten, der immer nur an sich denkt! Pfui ĂŒber den PartygĂ€nger, Pfui ĂŒber denjenigen, der sich mit Freunden trifft, Pfui ĂŒber denjenigen, der keine Maske trĂ€gt, Pfui ĂŒber denjenigen, der sich nicht impfen lĂ€sst, Pfui ĂŒber alle Superspreader. Und das grĂ¶ĂŸte Problem scheint zu sein, dass den PartygĂ€nger, den Maskenverweigerer, den Impfgegner und den Superspreader allesamt zunehmend mehr zu einen scheint, dass sie dabei ein schlechtes Gewissen haben. Kaum einer stellt sich hin und verkĂŒndet selbstbewusst: NatĂŒrlich bin ich PartygĂ€nger, Maskenverweigerer, Impfgegner oder Superspreader, denn ich bin Egoist! Beinahe alle, verfallen sie in Rechtfertigungen, warum sie nun anders seien, als diese Verschwörungstheoretiker*innen, Impfleugner*innen, 5G-Gegner*innen, amoralischen Superspreader*innen. Das Schlimmste ist heutzutage nicht einmal mehr, wenn das Bier alle ist, sondern wenn man am nĂ€chsten Morgen erfĂ€hrt, dass sich irgendwer auf der Party mit Corona angesteckt hat. Eiskalt lĂ€uft einem dann der Schauer eines schlechten Gewissens den RĂŒcken hinab. Was wenn ich es war, immerhin hatte ich vor der Party doch ein Kratzen im Hals bemerkt 


Diese Fragen und noch ganz andere tragen das ihre zur allgemeinen Verwirrung bei. Und bald schon wird es keinerlei Polizei mehr bedĂŒrfen, um Parties aufzulösen oder um die Einhaltung irgendwelcher Biokontroll-Hygiene-Konzepte zu kontrollieren. Party mit Corona-App und Impfpass – Nichts klingt absurd genug, als dass es nicht berteits von der Fusion praktiziert werden wĂŒrde, aber was erwartet man von einem linken Festival mit eigener (Grenz)polizei. Ob es dann auch irgendwelche neuen Ansteckerlein geben wird, mit denen man seine eigene Corona-Awareness bekunden kann? Etwa eine kleine Spritze? Oder doch eher wie bei dem berĂŒhmten roten Schleifchen, dessen Vorbild die Gelbe Schleife war, mit der die US-Amerikaner*innen im Golfkrieg die SolidaritĂ€t zu den US-Truppen ausdrĂŒckten? Vielleicht ein kleines Eisernes Kreuzchen?

XII

Was es in der einen oder anderen Form auf jeden Fall geben wird, das ist irgendeine Abart von digitalem Impfpass. Nachdem die koloniale Philantropenorganisation GAVI ein solches Projekt jahrelang auf dem afrikanischen Kontinent getestet hat, scheint das Konzept nun reif zu sein, in die Metropolen der westlichen Welt gebracht zu werden. Freiheiten, und seien es nur die lĂ€cherlichen gestrigen Freiheiten der BĂŒrgerrechte, wird es nur noch gegen Kooperation mit dem Impfregime geben. Wer sich weigert, sich impfen oder testen zu lassen, der wird nicht nur seine Arbeit verlieren (ein Prozess, der lĂ€ngst begonnen hat), sondern auch die Freiheit das eigene Heim zu verlassen, bzw. man muss eher sagen, dass er diese “Freiheiten” nicht zurĂŒckbekommen wird. Und weltweit einheitlich und ĂŒberall abrufbar wird ein digitaler Impfpass den Behörden ermöglichen, das zu kontrollieren. Impfen macht Frei. Ein angesichts der RealitĂ€t zunehmend an Geschmacklosigkeit einbĂŒĂŸender Vergleich. Und damals wie heute ist diese Phrase nichts als eine LĂŒge, wie der Geimpfte nur allzu schnell feststellen wird.

XIII

Mir reicht’s! Ich will nicht lĂ€nger zusehen, wie nach und nach noch den letzten selbst denkenden Menschen das Gehirn gewaschen wird, weil sie schlicht unter der ReizĂŒberflutung der Propaganda im Kriegsmodus einbrechen. Und schon gar nicht will ich zusehen, wie die Menschen reihenweise wie die KĂ€lber zur Schlachtbank, pardon, ins Impfzentrum gefĂŒhrt werden, in der bestĂ€ndigen Sorge, selbst als nĂ€chstes an der Reihe sein zu können. “Der Worte sind genug gewechselt 
” denn auch wenn derzeit sicher keiner von sich behaupten kann, restlos zu verstehen, wie die schöne neue Welt um ihn herum funktioniert, auch wenn ich selbst einrĂ€umen muss, mich noch immer im Stadium der Verwirrung zu befinden, so steht doch kaum zu befĂŒrchten, dass die ein oder andere Rauchschwade den Nebel undurchdinglicher machen wird, als er ohnehin schon ist. Und so richtet sich mein Zorn eben gegen das unmittelbar Naheliegende: Testzentren, in denen Tag um Tag die wissenschaftlich legitimierte Inzidenz produziert wird, die als rationale Legitimation unserer Einsperrung dienen soll; Impfzentren, in denen die Menschen in der Logik einer industriellen Massenabfertigung und teils unter militĂ€rischer Betreuung im Akkord jenes Gentech-Gift gespritzt bekommen, das die Pharmakonzerne auf den Markt werfen und die – obgleich formell derzeit noch freiwillig – im Zweifelsfall jederzeit jene Infrastruktur bereitstellen, die notwendig ist, um Impfunwillige auch zwangsweise zu verstĂŒmmeln; Gentech-Labore und -Forschungsinstitute, sowie universitĂ€re FakultĂ€ten und staatlich-politische Institute wie das RKI, in denen das Gift sowohl erforscht wird, als auch mithilfe wohldurchdachter, wissenschaftlich-psychologisch-pĂ€dagogisch begleiteten PR-Kampagnen, in denen Schritt um Schritt ausgelotet wird, wie weit man momentan gehen kann und welche Akteure mit welchen Argumenten zufriedengestellt und bestenfalls sogar in Verfechter*innen der eigenen Programmatik verwandelt werden können, wĂ€hrend diejenigen, die sich nicht befrieden lassen, diskursiv ebenso wie mithilfe von juristischen Repressionsstrategien isoliert und marginalisiert werden können; die Presse, sowie das vielfach kybernetischere Instrument der Meinungsmache, das Internet, die eine zentrale Rolle darin einnehmen, die Impfpropaganda zu verbreiten, Kritik daran in unschĂ€dliche Bahnen zu kanalisieren oder mithilfe von Zensur schlicht stummzuschalten und – insbesondere letzteres – auch die Grundlage fĂŒr das recht reibungslose Funktionieren der hĂ€uslichen Einsperrung liefert; schließlich jede staatliche Behörde und jedes in ihrem Auftrag Teilaufgaben ĂŒbernehmende Unternehmen, die das ihre zur Durchsetzung der Maßnahmen kollektiver Einsperrung beitragen, allen voran die Polizei, zunehmend im öffentlichen Raum patroullierende Sicherheitsdienste, OrdnungsĂ€mter, die Justiz, aber auch medizinische Labore, in denen sich teilweise Proben weiter Teile der Bevölkerung stapeln, aus denen jederzeit DNA-Proben entnommen werden könnten, die Bundeswehr, die so verwickelt in die Umsetzung der Maßnahmen ist, dass sie derzeit von der Politik um einen “Heimatschutz” ausgebaut wird, weil zu wenige Soldat*innen zur VerfĂŒgung stĂŒnden, und auch jede*r Politiker*in, die doch allesamt tatsĂ€chlich zu glauben scheinen, dass sie nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hĂ€tten, die gesamte Welt in ein einziges kybernetisches Lager zu verwandeln, in dem das Interesse des Individuums einem neuen, faschistischen, hygienischen, gesunden Gemeinwohl unterworfen werden mĂŒsse.

Möge es der Feuerschein dieser brennenden schönen neuen Welt sein, der den Nebel lichtet und der sich in den Herzen aller ausbreitet, die wenigstens noch den Funken eines unbÀndigen Drangs nach Freiheit in sich tragen.




Quelle: Anarchistischebibliothek.org