MĂ€rz 11, 2021
Von Anarchistische Bibliothek
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Mit großer Ungeduld warten dieser Zeit so einige auf die erlösende Impfung. Immer wieder haben Politik und Pharmaunternehmen Verheißungen von einem kurz vor der „Zulassung“ stehenden Impfstoff laut werden lassen, immer wieder wurden die Erwartungen der Menschen getrĂŒbt. Nun ist es wieder einmal soweit. Ein Unternehmen namens BioNTech (ja, wer da an Gentechnik denken muss, liegt verdammt richtig) aus Mainz (nur falls sich jemand fĂŒr die genaue Adresse interessiert: An der Goldgrube 12, 55131 Mainz – man scheint dort ja big im Business zu sein 
) plant einen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt zu bringen. Das wĂ€re der erste mRNA-Impfstoff der in Europa zugelassen wird, aber es ist ja auch die erste Pandemie, die von dermaßen tiefgreifenden und staatlich forcierten sozialen UmwĂ€lzungen begleitet wird. Harte Zeiten erfordern eben harte Maßnahmen, so sagt man doch, oder?

Naja, und wĂ€hrend nun vielleicht einige, denen die soziale Einsamkeit der vergangenen Monate beinahe jede Kraft geraubt haben mag den erneuten Lockdown zu ĂŒberstehen, neuen Mut schöpfen ob dieser Verheißung, will ich ja gar nicht so sein und halte vorerst also meine Klappe dazu. Und um euch in eurem Warten dann immerhin ein wenig die Zeit totschlagen zu helfen, habe ich die Ketzerei gewagt, einige kurze Geschichten aufzuschreiben, die Impfungen in einem etwas anderen Lichte zeichnen, als in dem der großen Erlösung vor todbringender Krankheit 
 Man wird es ja wohl wenigstens erzĂ€hlen dĂŒrfen, oder nicht?

Robert Koch, die Segregation von Schwarzen und Weißen, die Schlafkrankheit und die Tropenmedizin

Der Protagonist meiner ersten Geschichte ist heute zumindest in Deutschland in aller Munde. Robert Koch. Nach ihm ist eben jenes Institut benannt, von dem wir spĂ€ter noch ganz andere Geschichten zu hören bekommen werden und das in den letzten Monaten vor allem dadurch von sich reden machte, dass es die Einsperrung der Menschen zum Schutz vor Corona-Infektionen empfahl/empfiehlt und wissenschaftlich zu untermauern sucht(e). Robert Koch, der Namensgeber dieses Instituts, wĂŒtete zwischen 1843 und 1910 nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in Kaiser-Wilhelms-Land (Eine deutsche Kolonie auf Neu-Guinea) und Deutsch-Ostafrika (umfasst heute Tansania, Burundi und Ruanda, sowie einen kleinen Teil von Mosambik) und Uganda. WĂ€hrend es zweifellos der Verdienst Robert Kochs genannt werden kann, die beiden FĂ€rbemittel Methylenblau und Vesuvin in die richtige Petrischale mit Tuberkulosebakterien gekippt zu haben, womit ihm der wissenschaftliche Nachweis des Tuberkulosebakteriums gelungen war, sind zumindest einige seiner anderen Verdienste von der Natur, die man in der Medizingeschichte am liebsten verschweigen wĂŒrde.

Als 1899 die Kolonialverwaltung von Kaiser-Wilhelms-Land angesichts zunehmender Malaria-Erkrankungen befĂŒrchtete, dass „bei so vielen Kranken [
] die Produktion wichtiger ExportgĂŒter wie Kupfer und Kautschuk behindert werden [könne] [
] vor allem aber [
] auch viele EuropĂ€er der Krankheit zum Opfer [fielen]“ , entsandte man Robert Koch dorthin, um eine medizinische Strategie fĂŒr dieses Problem zu finden. Robert Koch empfahl damals „Blutabnahmen und -tests auf breiter Basis“ zu organisieren, um „diejenigen ausfindig [zu machen], die zwar keine Krankheitssymptome zeigten, aber den Malaria-Erreger dennoch in sich trugen“ . Ein Verfahren, das Robert Kochs Nachfolger dieser Tage gerne zur Perfektion bringen wĂŒrden. Und auch wenn Malaria bis auf LaborunfĂ€lle und durch Bluttransfusionen eigentlich nur wĂ€hrend der Geburt von der Mutter auf das ungeborene Kind ĂŒbertragen werden kann, ging Robert Koch wohl davon aus, dass infizierte Menschen eine Bedrohung fĂŒr nicht infizierte darstellten. Seine Empfehlung, mit Malaria infizierte Personen von jenen fernzuhalten, die nicht mit Malaria infiziert seien, wurde durch Umsiedlungen in die Tat umgesetzt, die letztlich vor allem zu einer Segregation von Schwarzen und Weißen fĂŒhrte, unabhĂ€ngig davon, wer nun infiziert war und wer nicht.

Kurz nachdem Koch von dieser Expedition nach Deutschland zurĂŒckkehrte, machte Koch wieder von sich reden, als er 1890 mit Tuberkulin ein angebliches „Heilmittel“ gegen Tuberkulose prĂ€sentierte. Bis heute lĂ€sst sich nur schwer nachvollziehen, ob Koch dabei aus Profitinteressen ein Mittel in Umlauf brachte, das statt zu heilen eher SchĂ€den bei den Patient*innen verursachte und sogar TodesfĂ€lle hervorrief oder ob er dabei nicht eher Opfer seines eigenen wissenschaftlichen Pfuschs geworden ist. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem. Jedenfalls schien er sich einerseits Millionengewinne zu versprechen (entsprechend hielt er die Zusammensetzung seines Mittels auch geheim und konnte sich spĂ€ter auch selbst nicht so ganz entsinnen, was er da ĂŒberhaupt zusammengeschĂŒttet hatte) und andererseits um die (Neben-)wirkungen seines „Heilmittels“ gewusst zu haben: „Er rief wieder meine Opferwilligkeit und meinen Idealismus, indem er von dem Wert fĂŒr den Menschen sprach“, berichtete seine spĂ€tere Ehefrau Hedwig Freiberger, die Koch damals als 17-JĂ€hrige dazu ĂŒberredete, an ihr Versuche mit Tuberkulin durchfĂŒhren zu dĂŒrfen und fĂ€hrt dann fort: „Ich könne möglicherweise recht krank werden, aber allzu schlecht wĂŒrde es ja wahrscheinlich nicht kommen. Sterben wĂŒrde ich voraussichtlich nicht“. Hedwig Freiberger starb nicht, wohl aber zahlreiche Patient*innen, an denen das Mittel in der Folge getestet wurde. Als Koch aufgefordert wurde, die Meerschweinchen vorzuweisen, die er angeblich in Versuchen mit Tuberkulin geheilt haben wollte, konnte er dies ebenfalls nicht.

Doch einige Jahre spĂ€ter sollte Koch eine weitere Chance bekommen, seine Menschenversuche fortzusetzen. Wieder einmal fĂŒrchteten KolonialmĂ€chte um ihre ArbeitskrĂ€fte, als im britischen Protektorat Uganda eine Schlafkrankheitsepidemie in wenigen Jahren eine Viertelmillion Menschen tötete. FĂŒr Koch scheinbar ein ideales Testfeld, um den Einsatz von chemischen PrĂ€paraten an Menschen zu testen, nachdem seine ersten Bestrebungen diesbezĂŒglich in Deutschland auf erhebliche Kritik gestoßen waren. Auf einer der Sese-Inseln errichtete Koch mit seinen Mitstreitern 1906 ein Forschungslager, in dem er seine Experimente durchfĂŒhren wĂŒrde. Freilich könne nicht damit gerechnet werden „daß die Kranken sĂ€mtlich freiwillig kommen“, schreibt er spĂ€ter und schlussfolgerte „Sie mĂŒssen aufgesucht werden“ . Nun, das kennt man ja, wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, dann muss eben der Prophet zum Berg oder wie in diesem Fall der Arzt zu seinem Versuchsobjekt kommen. In Kochs Fachjargon nennt man diese Praxis eben das „Aufsuchen“ eines Kranken. Entsprechend kann man sich dann auch die „Behandlung“ der „Kranken“ in seinem Lager vorstellen: Sein Assistent Friedrich Karl Kleine erlĂ€uterte dazu, dass man diese in einer Liste fĂŒhrte und ihnen zu diesem Zweck allen „eine große auf Holz geschriebene Nummer um den Hals“ hĂ€ngte. Verabreicht wurde ihnen unter anderem Atoxyl, ein arsenhaltiges PrĂ€parat, das in den von Koch verabreichten Dosen zu schweren Nebenwirkungen fĂŒhrte. Koch selbst bemerkt dazu folgendes: „Nicht wenige Kranke entzogen sich sehr bald dieser stĂ€rkeren Behandlung [
] [sie war] zu schmerzlich und [verursachte] auch sonstige unangenehme Empfindungen [
], wie Übelkeit, SchwindelgefĂŒhl, kolikartige Schmerzen im Leibe“. Aber: „Da diese Beschwerden indessen nur vorĂŒbergehend waren, so wurde mit der Behandlung fortgefahren“. Nachdem Koch auf diese Weise eine ganze Reihe an PrĂ€paraten getestet hatte, auf deren Testung man in Deutschland bisher bewusst verzichtet hatte, kehrte er nach Deutschland zurĂŒck und verkĂŒndete dort seinen Plan zur EindĂ€mmung der Schlafkrankheit, der Aufschluss ĂŒber so einiges in seinem Denken gibt, das Virologen heute ĂŒbernommen zu haben scheinen:

Afrikaner mĂŒssten, so erlĂ€uterte er, aus solchen Regionen, in denen die Tsetse-Fliege vorkam, an fliegenfreie Orte umgesiedelt werden. Dort wĂŒrde eine Ansteckung untereinander unmöglich, und: „[D]ie infizierten Individuen wĂŒrden dann, da die Sterblichkeit ohne Behandlung eine absolute sei, ausnahmslos zugrunde gehen, damit werde dann die Seuche erlöschen. Die Gesunden könne man nach einer gewissen Zeit – bis die Fliegen ihre InfektionsfĂ€higkeit verloren hĂ€tten – wieder an ihren ursprĂŒnglichen Wohnsitz zurĂŒcklassen.“ („Sitzung“: 935). Koch ging es also nicht in erster Linie um eine Heilung von Kranken, sondern darum, diese von Gesunden fernzuhalten, sie gewissermaßen als Ansteckungsquellen zu „isolieren“.

Dem Mediziner war bewusst, dass sein Plan undurchfĂŒhrbar sein wĂŒrde. Er hatte ihn lediglich als Utopie formuliert, um seine Zielsetzungen abzustecken. Als praktikablere Variante prĂ€sentierte er das Konzept der „Konzentrationslager“ („Sitzung“: 936). Er hatte diesen Begriff der britischen Praxis entlehnt: In SĂŒdafrika hatten die Briten sogenannte „concentration camps“ eingefĂŒhrt, um darin politische Gegner zu inhaftieren, und internierten darin jetzt Kranke. Koch empfahl, in Deutsch-Ostafrika Schlafkrankenlager zu errichten, in denen Infizierte fern von ihren Heimatorten dauerhaft untergebracht wĂŒrden. Hier sollten sie regelmĂ€ĂŸig mit Atoxyl behandelt werden. Offensichtlich zielte dieser Plan aber weniger auf eine Heilung der Kranken, als dass er derselben Idee folgte wie Kochs Vision großangelegter Umsiedlungen: Die Schlafkrankenlager sollten Kranke so lange von ihren Wohnorten fernhalten, „bis anzunehmen ist, daß an ihrem Wohnorte nach Entfernung aller TrypanosomentrĂ€ger [also aller Infizierten] die Glossinen frei von Infektionsstoff geworden sind.“ (Koch 1907: 1894). Schlafkrankenlager wurden von Koch also nicht in erster Linie als Behandlungs-, sondern als IsolierstĂ€tten entworfen – ein Konzept, das auch in Togo und Kamerun ĂŒbernommen wurde (Bauche 2005: 86-90; Eckart 1997: 345).

Nach Kochs Willen sollten die Lager aber noch eine zweite Funktion als ForschungsstĂ€tten erfĂŒllen. Der Mediziner scheute sich keineswegs, dies offen auszusprechen: „Da in den Konzentrationslagern eine genaue Beobachtung wĂ€hrend lĂ€ngerer Zeit möglich sei, könne man hier am besten den empfehlenswerten Modus der Atoxylbehandlung ausfindig machen und beispielsweise auch eine etappenmĂ€ĂŸige Therapie erproben“ („Sitzung“: 936). TatsĂ€chlich wurden nach Kochs Abreise im Oktober 1907 in Deutsch-Ostafrika drei Schlafkrankenlager errichtet, in Togo und Kamerun wurden insgesamt fĂŒnf solcher Anstalten geschaffen. In ihnen wurde an den Körpern von Afrikanern mit ĂŒber einem Dutzend verschiedener chemischer PrĂ€parate, mit unterschiedlichen Dosierungen und Verabreichungen experimentiert (Bauche 2005: 84, 90-103; Eckart 1997: 161-74, 346).

Auszug aus Manuela Bauche. Robert Koch, die Schlafkrankheit und Menschenexperimente im kolonialen Ostafrika.

Das Robert Koch Institut, die Suche nach einem Malariaimpfstoff und Menschenexperimente in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Der Protagonist meiner nĂ€chsten Geschichte ist ein SchĂŒler Robert Kochs, der sich nach einer Karriere als Kolonialarzt in Togo und Deutsch-Ostafrika ab 1905 als Direktor der tropenmedizinischen Abteilung am Robert Koch-Institut (damals noch Königlich Preußisches Institut fĂŒr Infektionskrankheiten, den Namen Robert-Koch-Institut erhĂ€lt das RKI erst 1942) herumtrieb. Sein Name ist Claus Karl Schilling. Manch einer*m mag dieser skrupellose Mediziner auch als „Blutschilling“ bekannt sein, wie ihn die Insass*innen des KZ Dachaus genannt haben sollen, als er zwischen Februar 1942 und April 1945 grausame Experimente an ihnen vollfĂŒhrte, in deren Folge zwischen 300 und 400 Menschen ums Leben kamen. Aber ich will von vorne beginnen.

Als Claus Schilling um 1920 das Angebot bekam, im faschistischen Italien Mussolinis an Insassen Psychiatrischer Kliniken in Volterra und San NiccolĂČ di Siena zu forschen, willigte er ein. Er beschĂ€ftigte sich dort mit Fragen der Immunisierung anhand von serologischen Experimenten. Warum der italienische Staat daran ein Interesse hatte, war klar. Im Abessinienkrieg und anderen kolonialen Vorhaben fĂŒrchtete man sich vor Malariainfektionen der Truppen und hoffte auf einen Impfstoff oder ein anderes Gegenmittel. Auch die nationalsozialistische Regierung Deutschlands finanzierte Claus Schillings Forschungen tatkrĂ€ftig.

1936 emeretierte Claus Schilling als Professor am heutigen Robert Koch-Institut, griff seine vorherigen Experimente jedoch im Februar 1942 im Auftrag Heinrich Himmlers und statt in Psychiatrien nun im KZ Dachau wieder auf. Mehr als 1000 HĂ€ftlinge infizierte er dort mithilfe von infizierten StechmĂŒcken oder der Verabreichung eines Extrakts aus ihren SpeicheldrĂŒsen mit Malaria, um an einem Impfstoff gegen Malaria zu forschen. Heinrich Wieland, eine Art Chemiewaffenforscher sagte 1945 ĂŒber Claus Schilling, „dass er [Schilling] als echter Forscher sein wissenschaftliches Ziel mit aller Leidenschaft verfolge. Er hat mir gegenĂŒber keinen Hehl daraus gemacht, dass fĂŒr ihn die Zusammenarbeit mit Instanzen der Partei, deren ausgesprochener Gegner er war, ein schweres Opfer bedeute, das er jedoch der Sache zuliebe bringen mĂŒsse.“ So scheint das mit der Medizin zu sein. Es geht um die Sache, aber um welche? Menschen zu heilen? Aber warum sie dann mit tödlichen Krankheiten infizieren? Ja, wenn ich das nur verstehen wĂŒrde 


Claus Schillings Forschung an Impfstoffen in Konzentrationslagern war ĂŒbrigens keineswegs einzigartig. Unter Leitung des Hygiene-Instituts der Waffen SS – dessen Aufgabe es war, SeuchenausbrĂŒche in der Armee zu bekĂ€mpfen/verhindern – und unter Mitwirkung der heute beispielsweise im Unternehmen Bayer fortbestehenden IG Farben wurde auch im KZ Buchenwald, in Zusammenarbeit mit dem KZ-Arzt Joseph Mengele in Auschwitz, im KZ Mauthausen, im KZ Natzweiler-Struthof und im KZ Sachsenhausen zu Impfstoffen gegen Fleckfieber, Ruhr, Pocken, Typhus, Paratyphus A und B, Cholera, Diphtherie, Gelbfieber, Tetanus geforscht, bzw. bereits entwickelte PrĂ€parate auf ihre Nebenwirkungen getestet. In Buchenwald starben an diesen Tests 1100 Menschen, in Mauthausen sollen 1700 Menschen mit Paratyphus und Tetanus infiziert worden sein. Und wieder einmal mit dabei: Das RKI. Und zwar unter anderem vertreten durch Eugen Gildemeister, seinen damaligen PrĂ€sidenten, der zahlreiche dieser Experimente selbst mit plante, sowie Niels Eugen Haagen, Leiter der Abteilung fĂŒr experimentelle Zell- und Virusforschung am RKI, der unter anderem an Fleckfieberversuchen im KZ Natzweiler-Struthof beteiligt war.

Impfpflicht in der DDR

„Der Sozialismus ist die beste Prophylaxe“

Losung des DDR-Zwangsimpfungsprogramms

Den Zwang zur Impfung hat es seit 1853, als der Vaccination Act in Großbritannien eine Pockenimpfung fĂŒr alle Kinder innerhalb der ersten drei Lebensmonate vorschrieb, ĂŒberall auf der Welt immer mal wieder gegeben. Erst im MĂ€rz dieses Jahres (2020) hat auch die Bundesrepublik Deutschland wieder eine Impfpflicht eingefĂŒhrt. Impfpflicht, wie kann man einer solchen Verherrlichung des Zwangs nur etwas positives abgewinnen? Und das ist vermutlich auch der Grund, warum diejenigen, die diese „Pflicht“ dann aus der einen oder anderen autoritĂ€ren Sehnsucht heraus doch befĂŒrworten, dieses Wort so ungern in den Mund nehmen. Sogenannte Impfgegner*innen, die sich dagegen nicht scheuen, dieses Wort auszusprechen, weil sie eben jene ZwĂ€nge anprangern wollen, wurde und wird dann immer entgegengehalten: Zwangsimpfungen gibt es nicht. Aber seit kurzem stimmt das eben nicht einmal mehr in der BRD.

Propaganda damit zu betreiben, dass man Menschen zwangsweise (meist) ein Gemisch aus (lebendigen oder toten) Krankheitserregern und irgendwelchen Giften injiziert, auf diese Idee muss man erst einmal kommen und es bedarf einer enormen Vorarbeit durch die wissenschaftliche Propaganda, dass ĂŒberhaupt die Chance besteht, dass das Ganze von irgendjemandem geschluckt wird. Aber wenn man heute in Medizin- und Politikkreisen geneigt zu sein scheint, der Losung „der Sozialismus ist die beste Prophylaxe“ zuzustimmen, so ist das eben deshalb nicht verwunderlich, da man in eben jenen Kreisen auch nicht gerade das Individuum in den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellt und die Körper der Menschen vielmehr als eine Art Ressource betrachtet werden, mit denen man meint anstellen zu können, was man will. Wie in der DDR eben, wo die „Volksgesundheit“ vielleicht weniger in einem streng eugenischen Sinne, dafĂŒr mehr im Sinne der Ausrottung von Infektionskrankheiten dem nationalsozialistischen Vokabular entlehnt wurde. Und doch scheint die Betrachtungsweise menschlicher Körper nicht grundverschieden zu sein. WĂ€hrend die einen vor allem die „erbbiologische Reinheit“ des Volkes verfolgen, bei der die individuellen Körper diesem Ziel untergeordnet werden, verfolgen die anderen eben eine epidemeologische Reinheit des Volkes und in beiden FĂ€llen spielten Impfungen, die den Körpern verabreicht wurden, eine herausragende Rolle bei der Erreichung dieses Zieles.

Aber Parallelen ziehen kann man ja immer und vom Nationalsozialismus, dessen AnhĂ€nger vielleicht nicht ganz zufĂ€llig am hĂ€ufigsten aus der Berufsgruppe der Ärzte stammten, ist in dieser Sammlung von Geschichten sowieso zur GenĂŒge die Rede. Ich will mich hier also auf die Vorstellungen in der DDR unter gelegentlichen Querverweisen auf Praktiken in anderen sozialistischen Staaten beschrĂ€nken, die heute auch jenseits des Sozialismus eine Wiederbelebung zu erfahren scheinen.

Als ein dem Kapitalismus in jeder Hinsicht ĂŒberlegenes System war es schon in der bolschewistischen Sowjetunion der frĂŒhen Jahre naheliegend, die damals weltweit grassierende Pest einfach fĂŒr nicht existent zu erklĂ€ren. Ganz nach dem Motto von Nikolai Smasko, der wider besseres Wissen 1919 erklĂ€rte, dass es „nicht einen einzigen Fall“ der Seuche im Land der Revolution gĂ€be . Und wenn es auch durchaus plausibel ist, dass Seuchen an den Grenzen der Zivilisation enden, so ist doch in keinerlei Hinsicht plausibel, dass diese an LĂ€ndergrenzen oder auch an der Grenze zum Sozialismus enden. So auch nicht die Pest: Offiziell leugnete man diese in der Sowjetunion, intern fĂŒhrte man Statistiken ĂŒber sie nur mit Codeworten, in diesem Fall „form 100“, um zu verhindern, dass Außenstehende diese verstanden und 1938 erklĂ€rte man die Pest fĂŒr ausgerottet, was diese freilich nicht daran hinderte, weiter zu wĂŒten. Und weil sich soetwas wie die Pest eben auch nicht ganz so leicht geheimhalten lĂ€sst, griff man gelegentlich eben noch zu ganz anderen Maßnahmen:

Der „Rat der Volkskommissare“ in Aserbaidschan reagierte auf eine Pestepidemie Anfang 1931 im Autonomen Gebiet Bergkarabach mit rigiden Anweisungen. Die Volkskommissare untersagten „der Post- und Telegrafenbehörde die Übermittlung von Telegrammen von Privatpersonen ĂŒber die Pest“. Mehr noch: Der Rat beschloss, die „Verbreiter böswilliger GerĂŒchte ĂŒber Epidemien“ zur Verantwortung zu ziehen. Wer ĂŒber die Pest redete, sollte im Zweifelsfall „Maßnahmen zur sozialen Verteidigung“ zu spĂŒren bekommen, „bis hin zur Erschießung“.

Ein eklatanter Widerspruch in einem Land, das die Gesundheit seiner BĂŒrger*innen so hoch hĂ€lt? Oder offenbart diese Haltung, sicherlich kein Einzelfall, nur worum es bei all dem Hygienewahn eigentlich ging? Vielleicht vielmehr um den Erhalt der Arbeitskraft und die Befriedung der Bevölkerung, als um das individuelle Wohlbefinden? Aber wenden wir uns wieder dem deutschen sozialistischen Bruderstaat zu. Kaum irgendwo wurde so fleißig geimpft. 17 Pflichtimpfungen galt es vor Vollendung des 18. Lebensjahres zu bekommen, zur BĂŒrgerpflicht wurde das Ganze erhoben, damit „auch die Uneinsichtigen und TrĂ€gen im Interesse der Allgemeinheit zur Schutzimpfung“ bewegt wĂŒrden . Jaja, der Impfkommunist hat die TrĂ€gen und Uneinsichtigen eben nicht so gerne 
 sie stehen seinem Fortschritt im Wege.

Bestimmt lassen sich auch aus der DDR abertausende Geschichten davon erzĂ€hlen, wie das einer Person ungefragt oder gegen ihren Willen per Injektion verabreichte Gift seinen Schaden anrichtete, aber ich will mich hier auf eine vielleicht schon bekannte Geschichte beschrĂ€nken, der wissentlichen Infektion von tausenden Schwangeren mit Hepatitis . Ursache: Kontaminierte Anti-D-Prophylaxe-Impfungen. Freilich wird der Körper gebĂ€rfĂ€higer Personen auch im real existierenden Sozialismus, in mancherlei Hinsicht vielleicht gerade dort, insbesondere im Falle einer Schwangerschaft ganz besonders als Eigentum des Staates betrachtet. Immerhin geht es nicht nur um kĂŒnftige Soldat*innen, sondern auch um Arbeiter*innen, die wichtigste Ressource jedes Staates, wobei sich die Staaten sozialistischer AusprĂ€gung dessen vielleicht noch ein wenig bewusster sind, als andere Staaten. Jedenfalls war die Anti-D-Prophylaxe-Impfung in der DDR eine Pflichtimpfung fĂŒr Folgeschwangere mit potentieller Rhesus-InkompatibilitĂ€t.

Zur Herstellung des Impfstoffes war Blutplasma mit entsprechenden D-Antikörpern erforderlich, das im Jahr 1978 besonders knapp war. Obwohl die LaborkrĂ€fte um Wolfgang Schubert wissen, dass eine Plasmaspende mit Hepatitisviren verseucht ist und dementsprechend nicht zur Herstellung des Impfstoffes verwendet werden darf, greifen sie angesichts eines Mangels an Ersatz dennoch darauf zurĂŒck. Ihre Versuche, dieses Plasma entsprechend zu verdĂŒnnen, um die Viren abzutöten, gelingen nicht. Die hergestellten Impfstoffe werden dann aber doch ausgeliefert. Mindestens 2000 Impfdosen werden Schwangeren verabreicht, die daraufhin teilweise in Lebensgefahr schweben. Aber damit nicht genug. Eine Untersuchung der VorfĂ€lle deckt zwar auf, dass Schubert auf Druck von seinen Vorgesetzten die infizierten Impfstoffe ausgeliefert und ihre Kontamination bewusst verschleiert habe, aber natĂŒrlich darf so etwas nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Stattdessen werden die in letzter Zeit Geimpften in die KrankenhĂ€user einbestellt, wo sie Bluttests unterzogen werden, ohne selbst nĂ€heres dazu zu erfahren, worauf sie hier ĂŒberhaupt getestet wĂŒrden. Wer als infiziert gilt, wird in QuarantĂ€ne gesteckt, teilweise fĂŒr mehr als vier Monate und das ebenfalls ohne genau zu wissen, was eigentlich los ist. Und die einzige Sorge der letztlich verantwortlichen Politik: Wie lĂ€sst sich vertuschen, dass rund 1400 Schwangere und 30 ihrer SĂ€uglinge gerade wissentlich mit einer neuen Hepatitisform infiziert wurden. Was wĂŒrde das auch fĂŒr ein Licht auf den sozialistischen Impfwahn werfen?

Und so kommt es, dass einige Monate spĂ€ter noch einmal rund 1000 Schwangere mit demselben Hepatitisvirus infiziert werden. Man hatte zu ihrer Herstellung noch einmal ein Produkt aus dem ursprĂŒnglich kontaminierten Serum verwendet. Mit „vertretbarem Risiko hinsichtlich der Gefahr der Übertragung einer Hepatitis“.

Wie das Marburgvirus einmal im Labor der Behringwerke ausbrach

„Impfungen retten Leben“, behauptet die WHO. Manchmal kosten Impfungen aber auch Leben. Und damit meine ich an dieser Stelle gar nicht diejenigen, die an der fĂŒr ihren Körper eben falschen Dosierung von (abgetöteten) Erregern und sonstigen Giften erkranken und schließlich sterben. Es ist gar nicht so selten, dass Impfstoffe oder andere Medikamente andere Krankheitserreger als die gegen die sie wirken sollen, verbreiten und wie eine der nĂ€chsten Geschichten zeigen wird, ist das – wenig verwunderlich – auch nicht nur im Realsozialismus vorgekommen. Auch in dieser Geschichte geht es um die Verbreitung einer neuen Krankheit durch die Herstellung von Impfstoffen. Nur diesmal verließ diese Krankheit die Labore nicht als Impfstoff, sondern befiel die Labormitarbeiter*innen.

Es ist die Geschichte des Marburg-Virus, der 1967 in den Laboratorien des IG-Farben-Nachfolgekonzerns Behringwerke vermutlich von Äthiopischen GrĂŒnmeerkatzen auf Labormitarbeiter*innen ĂŒbertragen wurde. Die aus Uganda entfĂŒhrten Tiere wurden in Marburg zur Gewinnung von Masern- und Polio-Impfstoffen eingesetzt, in Frankfurt wurden diese Impfstoffe dann an ihren herausprĂ€parierten Nieren getestet.

Die Affen, die am 28. Juli 1967 zu den Marburger Behringwerken und zum Paul-Ehrlich-Institut in Frankfurt gebracht wurden, waren aber mit einem bis dahin unbekannten, besonders tödlichen (ĂŒber 25% der Infizierten sterben an den Folgen) Virus infiziert, das heute als Marburgvirus bekannt ist. Sowohl in Frankfurt, als auch in Marburg infizierten sich Labormitarbeiter*innen und Tierpfleger*innen, insgesamt 24 Personen erkrankten an dem Virus. Sieben von ihnen starben bis Ende des Jahres.

FĂŒr mehr als 600 Äthiopische GrĂŒnmeerkatzen, die in Laboren in Frankfurt, Marburg und Belgrad eingesperrt und versklavt wurden, nahm das Ganze ĂŒbrigens ebenfalls ein tödliches Ende. Sie wurden durch BlausĂ€ure ermordet.

Bewusste HIV-Infektionen durch Pharmakonzerne

In dieser Geschichte geht es nicht im engeren Sinne um Impfstoffe oder Impfungen, sondern um pharmazeutische Blutprodukte im Allgemeinen, von denen in den 80er-Jahren, nachdem das HI-Virus entdeckt wurde, zahlreiche damit kontaminierte Produkte wissentlich in LĂ€nder verkauft wurden, in denen entsprechende Regulierungen noch nicht galten. Da aus Blutprodukten hĂ€ufig auch Impfstoffe gewonnen werden und das Ganze Ausmaße angenommen hat, die eine genaue Nachverfolgung aller verkauften Blutprodukte unmöglich macht, scheint mir diese Geschichte in diesem Kontext durchaus passend. Immerhin lĂ€sst sich kaum ausschließen, dass dabei letztlich auch Impfstoffe aus HIV-kontaminierten Blutprodukten in Umlauf geraten sind.

NatĂŒrlich gab es schon vor Entdeckung von HIV zahlreiche Blutprodukte, die damit kontaminiert waren. Und ebenso besteht natĂŒrlich auch heute bei jedem Produkt, das aus Blutseren gewonnen wird und jedem Produkt, das andere Blutprodukte umfasst, die Möglichkeit, dass es bislang unbekannte Krankheitserreger enthĂ€lt. Denn was man nicht kennt, darauf kann man freilich auch nicht testen. Die folgenden Geschichten jedoch zeigen, dass auch wenn ein Erreger bekannt ist, es immer noch skrupellose Pharmaunternehmen gibt, die damit kontaminierte Produkte weiterverkaufen.

Cutter zum Beispiel, ein Tochterunternehmen von Bayer, ersetzte 1984 HIV-kontaminierte Produkte auf dem US-Markt durch weniger infektiöse Alternativen. Aber eben nur auf dem US-Markt und in Europa. In andere LĂ€nder, darunter Hongkong und Taiwan, exportierte man noch mindestens ein Jahr lang wissentlich das kontaminierte Produkt. Und man wollte nicht nur noch schnell die Reste loswerden. Nein, mehrere Monate lang produzierte man das kontaminierte Produkt noch weiter. In Hongkong und Taiwan alleine wurden dabei mehr als 100 Bluterpatienten mit HIV infiziert. Viele starben daran. Verkauft wurde das „Medikament“ auch nach Malaysia, Singapur, Indonesien, Japan und Argentinien.

Noch eine Spur dreister ging man bei der österreichischen Firma Albovina GmbH vor. Zwischen 1993 und 1996 kaufte man dort – vermutlich weil es billig war – Blutkonserven, die mit HIV und Hepatitis kontaminiert waren, aus Afrika an. Zu Forschungszwecken, wie man betonte – ja wozu auch sonst kontaminiertes Blut kaufen?! Die „Forschung“ bestand dann aber darin, das Blut umzuetikettieren und weiterzuverkaufen. Und zwar unter anderem zur Herstellung von Medikamenten, die vor allem in Indien und China als „Albupan“ verkauft wurden.

BerĂŒhmt wurde auch der Verkauf von kontaminiertem Blut durch das Unternehmen Health Management Associates, das Blutspenden aus GefĂ€ngnissen nach einem Verkaufsverbot in den USA in andere LĂ€nder verkaufte. An diesem Beispiel zeigt sich auch, woher die Medizin so ihre „Rohstoffe“ nimmt. Gefangene und arme Menschen sind hĂ€ufig diejenigen, deren Blut die Profite der Pharmakonzerne ermöglicht.

Wiederholte Impfstoff-Feldversuche auf dem afrikanischen Kontinent und in Indien

Was Robert Koch einst vorgemacht hat, das hat sich bis heute nur wenig geĂ€ndert: Die Auswirkungen von Medikamenten, also auch Impfstoffen, auf den menschlichen Organismus mĂŒssen schließlich erforscht werden, bevor diese Medikamente zugelassen werden. Und nicht immer gelingt es da, an die Opferwilligkeit der*s eigenen Partner*in oder anderer Patient*innen zu appellieren. Also warum da nicht ausziehen zu einer Forschungs-Expedition in diese oder jene Kolonie, um das fragliche Mittelchen an den Körpern der Menschen dort zu testen. Ach so, die Kolonien gibt es nicht mehr? Macht nichts, der Kolonialismus ist uns schließlich in der einen oder anderen Form dann doch erhalten geblieben 


Und was wĂ€re die Bill und Melinda Gates Foundation fĂŒr eine Stiftung, wenn nicht auch sie hier immer wieder ihre Finger mit im Spiel hĂ€tte?

Und wĂ€hrend ich diese Geschichte aufschreibe, da stellt eine mediale Debatte ihre Brisanz unter Beweis: Sollte man einen eventuellen Corona-Impfstoff nicht vielleicht zuerst in „Afrika“ testen? Und wĂ€hrend sich die einen oder anderen BefĂŒrworter*innen von Corona-Impfstofftests in „Afrika“ nach Kritik nun mit Statements wie „Afrika sollte nicht vergessen oder von der Forschung ausgeschlossen werden, denn es ist eine globale Pandemie“ aus der Schlinge ziehen wollen, denke ich, dass die folgende(n) Geschichte(n) eigentlich alles sagen, was zu diesem Thema gesagt werden muss.

Es gibt so viele Geschichten, die davon erzĂ€hlen, wie die afrikanische Bevölkerung wie Laborratten behandelt wurde, um Medikamente und speziell Impfungen zu testen und doch sind die wenigsten von ihnen außerhalb des afrikanischen Kontinents bekannt oder besonders gewissenhaft dokumentiert. Und es hört einfach nicht auf. WHO, die Gates Foundation, die Rockerfeller Foundation, GAVI und viele andere Akteure leiern immer wieder Projekte an, bei denen die Bevölkerung verschiedener afrikanischer LĂ€nder gegen alle möglichen Krankheiten geimpft werden soll. So gut wie nie werden die Geimpften dabei ĂŒber mögliche Nebenwirkungen aufgeklĂ€rt – oft ja nicht einmal darĂŒber, was und warum ihnen da verabreicht wird –, wiederholt werden Impfstoffe erstmals an Menschen getestet (teilweise auch trotz ausreichd getesteter und gĂŒnstigerer Alternativen) und durch „Fehler“, die hier sicher keinem*r Ärzt*in unterlaufen wĂŒrden, wie das mehrmalige Verwenden von KanĂŒlen, werden mit vielen Impfungen andere Krankheiten ĂŒbertragen, ganz besonders HIV (die WHO behauptet, dass 2,5 Prozent der HIV-Infektionen in Afrika daher stammen, andere Studien schĂ€tzen diese Zahl eher auf 40 Prozent!). Hinzu kommt, dass immer wieder ans Licht kommt, dass – auch mit Impfstoffen – daran geforscht wird, die Bevölkerung zwangszusterilisieren. Jaja, was hierzulande grundsĂ€tzlich als Verschwörungstheorie abgetan wird (und ja, ich nenne hier absichtlich keine Quellen, weil ich es so witziger finde), fĂŒhrt immerhin dazu, dass Impfungen wegen des großen Misstrauens in der Bevölkerung immer wieder vom MilitĂ€r bewacht werden mĂŒssen – naja, scheinbar soll das ja in KĂŒrze auch in Deutschland so sein.

Auch in Indien nehmen medizinische Tests auf Kosten der Bevölkerung dramatisch zu, seit die Regierung die Bestimmungen fĂŒr Arzneimitteltests gelockert hat, um Pharmakonzerne anzulocken. Die freuen sich nicht nur darĂŒber, dass sie in Indien die Zulassungsstudien fĂŒr viele Medikamente zu einem Bruchteil der Kosten durchfĂŒhren können, sondern vor allem auch darĂŒber, dass viele Inder*innen, die sich – wenn ĂŒberhaupt – freiwillig zur Teilnahme an den Studien melden, zuvor noch nie medikamentös behandelt wurden. Optimale Bedingungen fĂŒr eine Studie – zumindest aus Sicht der Medizin.

Und auch in Indien wĂŒten die vielen Stiftungen mit Fetisch fĂŒr Impfungen. Die Bill Gates Foundation – ja, wieder einmal, diesmal mit der Tarnorganisation Path – beispielsweise hat erst 2009 24.000 MĂ€dchen an Schulen gegen GebĂ€rmutterhalskrebs impfen lassen. Ohne EinverstĂ€ndnis ihrer Eltern. Sieben der geimpften MĂ€dchen starben. Ob an der Impfung, wie wenigstens ein Fall, in dem die Todesursache Malaria diagnostiziert wurde, nahelegt, das ließ sich als Monate nach ihrem Tod ĂŒberhaupt bekannt wurde, dass sie geimpft wurden, nicht mehr wirklich seriös nachvollziehen. Aber daran ist der indischen Regierung ja auch ebensowenig gelegen, wie Path und der Gates Stiftung. Wer das heute behauptet, du hast es erraten, Verschwörungstheoretiker. Aber auch wenn vielleicht durchaus interessant wĂ€re, wie viele tausende Menschen durch medizinische Experimente in Indien und Afrika bereits gestorben sind, ist das doch gar nicht so sehr die relevante Frage, sondern vielmehr: Wie kommt es, dass sich irgendwelche superreichen Arschlöcher immer wieder anmaßen, irgendwelche Leute (zwangs)impfen zu lassen und dabei nicht nur widerliche (sozial-) Experimente betreiben, sondern vor allem den Pharmafirmen, an denen sie – sicher zufĂ€llig – auch selbst gewisse Anteile haben, millionen- und milliardenschwere AuftrĂ€ge zuschachern?!

Und? Schon Impfgegner*in?

Warum erzĂ€hle ich all diese Geschichten? Ich denke sie alle zeugen von einer gewissen KontinuitĂ€t. Einer KontinuitĂ€t, in der die Epidemeologie, Impfungen und Medikamente als ihre Werkzeuge ihren autoritĂ€ren Charakter preisgeben. Wie so oft in der Medizin geht es in diesen Geschichten nicht um die Heilung von Menschen, sondern wenn schon um die Ausbeutung ihrer Körper zu Zwecken der Entwicklung von Heilmitteln fĂŒr die Körper einiger Privilegierter, um den Erhalt ihrer Arbeitskraft, um Profitinteressen oder um die Verfolgung ganz anderer sozialer Effekte. Diese KontinuitĂ€ten einfach auszublenden und die Medizin oder gar einzelne Zweige wie die Epidemeologie als AutoritĂ€ten zu begreifen, die irgendwelche Lösungen fĂŒr medizinisch-soziale Probleme zu bieten hĂ€tten, empfinde ich bestenfalls als zynisch. Ob ein Impfstoff gegen Covid-19 am Ende Leben retten wird, ob er Leben kosten wird, oder ob er nur zu einer neuen Verteilung der TodesfĂ€lle innerhalb der sozialen Schichten beitragen wird, das steht fĂŒr mich ebenso in den Sternen, wie die Frage danach, ob ein Impfstoff in irgendeiner Form zur Aufhebung unserer neuen Gefangenschaft beitragen wird.

In diesem Sinne:

FĂŒr die Zerstörung der Medizin und der Zivilisation, die sie nötig gemacht hat.

[1] Manuela Bauche. Robert Koch, die Schlafkrankheit und Menschenexperimente im kolonialen Ostafrika.

[1] Manuela Bauche. Robert Koch, die Schlafkrankheit und Menschenexperimente im kolonialen Ostafrika.

[1] Manuela Bauche. Robert Koch, die Schlafkrankheit und Menschenexperimente im kolonialen Ostafrika.

[1] Manuela Bauche. Robert Koch, die Schlafkrankheit und Menschenexperimente im kolonialen Ostafrika.

[2] Josef M. Schmitdt. Geschichte der Tuberkulin-Therapie. in Pneumologie 10.

[3] Matthias Braun. Schwarzer Tod, Rote Hygiene.

[3] Matthias Braun. Schwarzer Tod, Rote Hygiene.

[4] Malte Thiessen. Vorsorge als Ordnung des Sozialen.

[5] Nur eine Spritze.

[6] https://www.nytimes.com/2003/05/22/business/2-paths-of-bayer-drug-in-80-s-riskier-one-steered-overseas.html




Quelle: Anarchistischebibliothek.org