Mai 17, 2022
Von Emrawi
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Weil die Vortragenden auch Reisekosten zu decken haben, gibt es einen Spendenvorschlag von 5 Euro!

Mit ihr wird fĂŒr Zahnpasta und Banken geworben, der Trachtenhandel erzielt Umsatzrekorde und das provinzielle KostĂŒm enthemmt seine TrĂ€ger/innen. Ein »Volks-RockÂŽnÂŽRoller« fĂŒllt große Arenen mit jungem Publikum, die Bild-Zeitung ehrt sie mit einer kostenlosen Sonderausgabe, die QualitĂ€tsmedien mit Features und Debatten-Serien. Zeitschriften, die das richtige Anlegen von Rosenbeeten lehren, sind der Renner auf dem Medienmarkt.

GrĂŒne plakatieren ihr zur Ehre, Sozialdemokraten melden Ă€ltere BesitzansprĂŒche an, und beneiden die Christdemokraten um die Idee mit dem Ministerium. Nazis verkĂŒnden, die Liebe zur ihr sei kein Verbrechen, und wer sie nicht liebe, sei aus ihr zu entfernen. Linke kontern knallhart: ihre Liebe zu Region und Gebietskörperschaft sei noch viel tiefer, echter und unverbrĂŒchlicher.

Die staatlichen Programme zur Förderung solcher GefĂŒhle sind satt budgetiert, und je trostloser das Kaff, desto hymnischer hat der Song zu sein, der seinen Liebreiz besingt. Der deutsche Pop folgt diesem Credo, unsubventioniert und in Privatinitiative. Hauptsache es wird gefĂŒhlt. Und das heißt immer: Allem zersetzenden Denken und kritischer Reflexion wird die Stirn geboten.

So fĂŒhlt man sich schonmal wie ein Baum, also tief verwurzelt und unumtopfbar, weil sonst Psyche und IdentitĂ€t Schaden erlitten. Manche schnuppern auch an BratwĂŒrsten und behaupten, dann spĂŒrten sie Heimat. Vor allem rein und unbefleckt soll sie sein, von ihren MĂ€nnern beschĂŒtzt und verteidigt.

Im Namen von Idyll, Harmonie, Tradition, Brauchtum, Familie und weiterer Höllen wird gegen die Fremden und das Fremde zu Felde gezogen. Was man bereits ohne Meinungsforschung erkennen konnte, wurde mittlerweile auch empirisch belegt: Je mehr Heimatliebe, desto ausgeprÀgter die rassistische Gesinnung.

Unbeeindruckt davon, stets dem Konstruktiven verpflichtet, bastelt die Zivilgesellschaft an ,alternativen‘ Heimatbegriffen. Und wo noch ein Restwissen oder eine Ahnung vorhanden ist, ĂŒber die Geschichte dieses rechten Kampfbegriffs, der oft nur ein anderes Wort fĂŒr ,Blut und Boden‘ war, zitiert man das letzte Wort aus »Prinzip Hoffnung« des marxistischen Philosophen Ernst Bloch: »Heimat« – und verschafft sich so gutes Gewissen.

Das und vieles mehr – das Absurde und das GefĂ€hrliche – wird an diesem Abend auf BĂŒhne und Leinwand besichtigt und vorgefĂŒhrt, nachgespielt und kommentiert, analysiert und in die Tonne getreten. Stets parteiisch auf der Seite der historischen und zukĂŒnftigen Opfer der Heimat.

Wer das fĂŒr Nestbeschmutzung hĂ€lt, versteht uns richtig.

Es gilt die 2G Regel, testet euch nach Möglichkeit auch noch zusĂ€tzlich vorher. Außerdem bitten wir euch wĂ€hrend der Veranstaltung Maske zu tragen und vor Ort aufeinander zu achten.




Quelle: Emrawi.org