MĂ€rz 27, 2021
Von Emrawi
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In ihrer Programmatik geht es auch schon lĂ€ngst nicht mehr um eine Kritik an den Folgen der Corona-Krise. Hinter ihrem Ruf nach „Frieden“ verbirgt sich ihr EinverstĂ€ndnis mit den herrschenden VerhĂ€ltnissen. Sie wollen nur zurĂŒck zu jenem tristen Alltagstrott aus Lohnarbeit, Freizeitbespaßung und Konsum, den sie schon immer als einzig mögliche aller Welten anerkannt haben. Ihre Forderung nach „Freiheit“ ist Ausdruck der Herrschaft der falschen Freiheit, die im Endeffekt Ohnmacht, Ausbeutung und Konkurrenz hervorbringt. Nicht ohne Grund schreiben sich gerade jene gerne das PrĂ€dikat „freiheitlich“ auf die Fahnen, die eigentlich das Individuum und IndividualitĂ€t dem vermeintlichen großen Ganzen aufopfern wollen – sei es nun Volk, Heimat oder Standort. Im Wunsch nach „SouverĂ€nitĂ€t“ drĂŒckt sich ein völkischer ErmĂ€chtigungswille aus, der eine noch ordentlichere Ordnung und nicht etwa die Abschaffung von Herrschaft als Ganzer zum Ziel hat. Kurzum handelt es sich hier um einen Personenkreis, von denen mensch nicht nur aus infektiologischen GrĂŒnden besser auf Abstand gehen sollte. Sie leisten keinen Widerstand, sie gehen mit Nazis Hand in Hand, und werden dabei noch von der Polizei freundlich hofiert.

Kein Wort hört mensch auf den Demonstrationen ĂŒber die vielfĂ€ltigen AusschlĂŒsse und BrutalitĂ€ten, die mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Corona einhergehen – etwa die dramatischen ZustĂ€nde in Refugee-Camps und GefĂ€ngnissen, die massive Zunahme hĂ€uslicher Gewalt oder den kapitalistisch ĂŒberformten Gesundheits- und Pflegesektor, die offensichtliche globale Ungleichheit im Zugang zu Impfungen. Kein Wort verlieren die konformistischen Corona-Rebell:innen ĂŒber die Profitlogik des Kapitalismus, die sichtlich ĂŒber Leichen geht, und das nicht erst seit Corona. Dabei zeigt die Pandemie und ihre gesellschaftliche Bearbeitung einmal mehr, dass Gesundheit und ein gutes Leben fĂŒr alle nur jenseits von Staat, Patriarchat und Kapital zu haben sind.

Am 10. April wollen wir als Antifaschist:innen nicht der extremen Rechten und ihren MitlĂ€ufer:innen die Straßen von Wien ĂŒberlassen. Deshalb rufen wir zu einer Kundgebung sowie einer anschließenden Fahrraddemo auf, um kollektiv, entschlossen und dynamisch dem Aufmarsch des Grauens zu begegnen. Der rechten ErzĂ€hlung setzen wir SolidaritĂ€t und die Möglichkeit eines Endes der organisierten Traurigkeit des Kapitalismus entgegen! Gemeinsam gegen Nazis, Staat und Kapital!




Quelle: Emrawi.org