April 13, 2021
Von Emrawi
132 ansichten


Der Kampf gegen die rassistische staatliche Abschiebemaschinerie verlĂ€uft dabei auf unterschiedlichen Ebenen, und nicht alle schaffen es dabei, Öffentlichkeit zu generieren. Rechtliche UnterstĂŒtzungsarbeit im Asylverfahren, selbstorganisierte KĂ€mpfe von GeflĂŒchteten gegen drohende Abschiebungen oder die Unterbringung in sogenannten „Ausreisezentren“ oder vielfĂ€ltige direkte Aktionen, um Betroffene zu unterstĂŒtzen, sind hier nur ein paar Beispiele.

Die gewaltsame Entrechtung, Isolierung und Abschiebung von Menschen ist ein wesentlicher Bestandteil des europÀischen Grenzregimes und die Zuspitzung rassistisch kapitalistischer VerhÀltnisse der Entmenschlichung.

WĂ€hrend in den 1970er Jahren noch Menschen fĂŒr den Niedriglohnsektor gebraucht wurden, fallen GeflĂŒchtete in Österreich heute komplett aus den formellen Wirtschaftssektoren heraus, unterliegen sie doch ohne ein positiv beschiedenes Asylverfahren einem weitgehenden Arbeitsverbot.

Nationales Ausschlussdenken ĂŒbersteigt dabei zum Teil sogar ökonomische Interessen, wie am Beispiel junger Menschen, die laut neoliberalen Stimmen als “gut genug integriert” oder “mit Steuergeldern ausgebildet” ein Recht auf Bleibe hĂ€tten, zu bemerken ist.

Gleichzeitig fungiert der Status der möglichen Abschiebbarkeit, in den viele Menschen zum Teil jahrelang gezwungen werden, auch als Mittel der Disziplinierung, nehmen doch viele der Betroffenen jede noch so schlecht bezahlte und wenig abgesicherte BeschÀftigung an, die ihre prekÀre Lage etwas verbessern kann. Dies bietet die Möglichkeit der massiven Ausbeutung von Menschen, denen kaum Teilhabe an politischen und sozialen Rechten zugestanden wird.

FĂŒr uns steht die Forderung nach globaler Bewegungs- und Bleibefreiheit unabhĂ€ngig von ökonomischen Interessen und kulturalistischen “Integrationsanforderungen”, mehr noch, wir wollen mit einer Logik brechen, die notwendigerweise Ausschluss und Entrechtung hervorbringt.

Wir wollen uns beim nĂ€chsten Antifa CafĂ© die Frage stellen, wie sich die KĂ€mpfe gegen Abschiebungen historisch entwickelten? Wie hat sich der rechtliche Rahmen des staatlich organisierten Ausschlusses von Menschen als “Fremde” entlang der kapitalistischen Nachfrage nach “billigen ArbeitskrĂ€ften” verĂ€ndert? Warum ist die gewaltsame Durchsetzung von Abschiebungen ein so zentraler Bestandteil repressiver Staatlichkeit? Welche möglichen Perspektiven ergeben sich daraus fĂŒr eine antirassistische Praxis? Wie kann eine langfristige und nachhaltige Organisierung gegen Abschiebungen und ihre gesellschaftlichen Vorraussetzungen aussehen? Und wie können die unertrĂ€glichen LebensrealitĂ€ten von GeflĂŒcheten schon von Beginn an durch eine gemeinsame politische Praxis bekĂ€mpft werden?

Dabei wollen wir auch unsere eigenen Protestformen kritisch hinterfragen und einer Reflektion unterziehen.

Es diskutieren:

- KĂŒbra Atasoy, Vorsitzende des Vereins „Asyl in Not“ und langjĂ€hrige antirassistische Aktivistin.

- Eine Person die sich seit Jahren in der Selbstorganisation von GeflĂŒchteten gegen Abschiebungen engagiert.

Link zum YouTube-Livestream: https://youtu.be/6Ag1geXH07s

***

Die Veranstaltung wird von der Plattform Radikale Linke in Kooperation mit dem Referat fĂŒr antirassistische Arbeit an der ÖH Uni Wien organisiert.




Quelle: Emrawi.org