April 21, 2021
Von SchwarzerPfeil
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SolidaritĂ€tserklĂ€rung mit dem multiethnischen revolutionĂ€ren Kampf in Myanmar gegen die MilitĂ€rdiktatur, ursprĂŒnglich veröffentlicht bei It’s Going Down.

„Wir, die vielen Menschen, die keine Position im Leben haben und ĂŒberall diskriminiert werden und keine gleichen Rechte haben, verlieren nichts, wenn wir in den Kampf ziehen. Das meiste, was wir zu verlieren haben, ist das Leben in der Sklaverei, in das wir gegenwĂ€rtig gefallen sind. Uns, die wir die wahren Besitzenden der Welt sind, wird es gelingen, die ganze Welt zurĂŒckzuerobern“. – „The Ogre“ -Thakin Po Hla Gyi, burmesischer revolutionĂ€rer antiimperialistischer Ölfeldarbeiter, 1938

An die RevolutionÀr_innen von Myanmar,

Wir wĂŒnschen euch ein revolutionĂ€res Thingyan und einen Ramadan der Befreiung fĂŒr unsere muslimischen GefĂ€hrt_innen, die Seite an Seite mit ihren buddhistischen, christlichen und hinduistischen Nachbar_innen gekĂ€mpft haben und gestorben sind. Wir stehen in SolidaritĂ€t mit der Volksrevolution, die gegen das faschistische Tatmadaw (Myanmar-MilitĂ€r) Regime stattfindet. Wir sehen mit Ehrfurcht zu, wie das Niveau der KreativitĂ€t und des militanten Widerstands tĂ€glich zu wachsen scheint. Unsere Herzen brechen bei den Videos der Eltern und Geschwister, die ĂŒber die blutgetrĂ€nkten Körper ihrer gefallenen Familienmitglieder trauern, die von schwer bewaffneten Soldat_innen ermordet wurden. Wir wissen, dass die Tatmadaw zu viel, viel Schlimmerem fĂ€hig ist; wir wissen auch, dass ihr, die RevolutionĂ€r_innen, niemals aufhören werdet zu kĂ€mpfen, bis zum Ende der Welt!

Diese Revolution hat sich in der gesamten Gesellschaft Myanmars ausgebreitet; von einem massiven landesweiten Generalstreik bis hin zu kleinen Dörfern, die sich zusammenschließen, um sich gegenseitig mit Molotows, Schwertern, Steinschleudern und alten Jagdgewehren zu verteidigen; dem sicheren Tod ins Auge blickend mit dem Ruf nach Freiheit und dem Wissen, dass das Leben unter der faschistischen Herrschaft auch nur fĂŒr einen Moment lĂ€nger völlig unhaltbar ist. Ärzt_innen und PflegekrĂ€fte riskieren ihr Leben, um Demonstrierende zu behandeln, wĂ€hrend einige von ihnen inhaftiert wurden, weil sie sich weigerten, die Familien der MilitĂ€rs zu behandeln. Gewöhnliche Menschen haben sich zusammengefunden, um autonome Nachbarschaftskomitees zu grĂŒnden, die gegenseitige Hilfe bei der Verteilung von Lebensmitteln und anderen GĂŒtern organisieren. Mutige KĂ€mpfer_innen haben versucht, Gefangene zu befreien, indem sie mit nichts als Messern und Schilden Angriffe gegen schwer bewaffnete Soldat_innen starteten. RevolutionĂ€re Studentenkomitees haben ihre SolidaritĂ€t mit den Rohingya und anderen ethnischen Minderheiten ausgedrĂŒckt, die Opfer von Terror und Genozid sowohl durch das MilitĂ€r als auch durch das sogenannte demokratische Regime geworden sind. Die Jugendlichen, egal ob sie Kachin, Karen, Bamar, Rohingya, Chines_innen, Inder_innen, Chin, Shan oder eine der anderen ĂŒber 100 ethnischen Minderheiten sind, greifen zu den Waffen, die sie haben und verteidigen sich gegenseitig bis zum Tod, wobei sie hoffentlich einige der verhassten Soldat_innen mitnehmen. Sie fordern auch ein Ende des Systems, das eine raciale Vorherrschaft der Bamar-Mehrheit fördert und aufrechterhĂ€lt und zeigen, vielleicht zum ersten Mal, spĂŒrbare SolidaritĂ€t ĂŒber raciale und ethnische Grenzen hinweg und kĂ€mpfen gemeinsam fĂŒr die Befreiung. Die Jugend hat in der MilitĂ€rjunta einen gemeinsamen Feind ausgemacht.

„Anarchist_innen und Antifaschist_innen in Myanmar waren einige der Wenigen, die dem Anti-Rohingya-Hass trotzten und sich dem Genozid in Myanmar entgegenstellten, und sie sind da draußen und trotzen auch der MilitĂ€rdiktatur. Frieden und Gerechtigkeit sind nur möglich, wenn alle Menschen frei sind.“

https://t.co/yk86ElJD8K

Wir freuen uns ĂŒber die Nachrichten der Ethnischen Bewaffneten Organisationen (EAOs), die mit der Revolution gemeinsame Sache gemacht haben und den RevolutionĂ€r_innen, die vor der Repression fliehen, einen sicheren Unterschlupf bieten, sowie Angriffe auf die Tatmadaw in ihren Gebieten starten. Die Tatmadaw hat einen brutalen Krieg des Terrors und der ethnischen SĂ€uberung gegen diese Minderheiten in Myanmar gefĂŒhrt, seit das Land seine UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien erlangt hat. Die RevolutionĂ€r_innen fordern ein Ende des BĂŒrgerkriegs gegen die ethnischen Minderheiten und fĂŒr eine Zukunft der racialen, ethnischen und religiösen Gleichheit. SolidaritĂ€t an alle EAOs, die Ihr Volk verteidigen, die Tatmadaw angreifen und den Vertriebenen und ehemaligen Soldat_innen einen sicheren Hafen bieten.

Wir grĂŒĂŸen die ehemaligen Polizist_innen und Soldat_innen, die ihre Posten aufgegeben haben und sich der Revolution angeschlossen haben. Nur durch die Ablehnung deines Postens und die Hingabe an die Revolution kannst du deine Menschlichkeit zurĂŒckgewinnen. Schließt euch der Revolution an! Richtet eure Waffen auf die GenerĂ€le!

Wir ehren die Hunderte von Azani (burmesisches Wort fĂŒr MĂ€rtyrer_in), die fĂŒr ihre GefĂ€hrt_innen, ihre Familie und fĂŒr die Geburt einer neuen Welt starben, einer Welt ohne Faschist_innen und MilitĂ€rherrschaft. Lass die Geister der 10.000 von der Tatmadaw im Aufstand von 1988 Ermordeten und der unzĂ€hligen Hunderttausenden, die in den Bergen und auf dem Land „gesĂ€ubert“ wurden, zusammenkommen, um den jugendlichen KĂ€mpfer_innen auf den Straßen heute Kraft und Entschlossenheit zu geben, die diese Faschist_innen, diese Feind_innen des Volkes, endlich besiegen werden.

https://mobile.twitter.com/th1an1/status/1377221318853197827

„Aufopferung, Zielstrebigkeit, Entschlossenheit, Wissen: das sind die Eigenschaften, die die MĂ€rtyrer_innen im politischen Denken Myanmars definieren. Sie tauchen im öffentlichen Diskurs immer wieder auf, wenn die jĂ€hrlichen Ehrungen am Mausoleum der MĂ€rtyrer_innen stattfinden. Aung San hat sein Leben fĂŒr die Nation geopfert – so der Gedanke – aber der Tod allein ist nicht genug. Ein_e Zuschauende_r, der_die von einer Bombe getötet wird, ist kein Azani; man muss bewusst den Zusammenfluss von Politik und Opfer suchen. Ein azani muss einen politischen Weg wĂ€hlen, wohl wissend, dass er_sie damit alles riskiert. Ein azani ist auch jemand, der_die kĂŒhn und schnell „das Richtige vom Unrichtigen unterscheiden kann“, er_sie ist im Wesentlichen „eine Person, die weiß“.

-Aus dem Pali janiya, oder auf burmesisch, zaniya von Geoff Aung, 2021″

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen haben die faschistischen GenerĂ€le der Tatmadaw seit dem Putsch im Februar ĂŒber 600 Demonstrierende getötet und Tausende inhaftiert und gefoltert. Sie haben wahllos die Dörfer und HĂ€user ethnischer Minderheitengruppen bombardiert und dabei viele getötet und Tausende zur Flucht gezwungen. Soldat_innen stĂŒrmen HĂ€user und schießen auf Familien, töten Babys und Großeltern. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass es bei dieser Bewegung um Revolution oder Tod geht, um nichts weniger.

Fuck the Police von Minneapolis bis Mandalay!

Niemals Vergeben, niemals Vergessen!

Lang lebe der Generalstreik!

Tod der Tatmadaw!
Tod dem Faschismus von Appalachia bis Bago!
Lang leben die DorfrevolutionÀr_innen!
Freiheit fĂŒr alle Verhafteten und Gefangenen!

Alle Macht dem Volk!
Wir werden niemals aufhören, bis zum Ende der Welt!

Revolution oder Tod!

-einige Antifaschist_innen in den Bergen

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Quelle: Schwarzerpfeil.de