November 16, 2020
Von Kiez Kommune
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Gedenken in Neukölln

Am gestrigen Samstag fanden bei schönstem Sonnenschein in Neukölln und Wedding antifaschistische StadtspaziergÀnge zu Geschichte und Gegenwart der antifaschistischen Bewegung statt.

Wir haben diese SpaziergĂ€nge auch als Beitrag zur „Internationalen Woche der SolidaritĂ€t und des Widerstandes“ mit Nord- und Ostsyrien organisiert, um ihren großen Kampf gegen den Faschismus des tĂŒrkischen Staats und des IS mehr in das Bewusstsein von uns allen zu RĂŒcken.

Im Wedding fanden sich rund 60 Leute im Soldiner Kiez zusammen, sodass sich in drei Gruppen aufgeteilt werden konnte. Berichtet wurde vom aktionsreichen Widerstand der vergleichsweise großen und aktiven KPD Ortsgruppe rund um die Soldiner Straße und Koloniestraße. Auch besuchten wir ehemalige Adressen von Arbeiter*innenlokalen in der Prinzenallee 33 und Buttmannstraße 2, welche in den 30er Jahren durch faschistische SA Sturmgruppen ĂŒbernommen und anschließend als Folterkeller fĂŒr sozialistische Arbeiter*innen genutzt wurden. Um auch auf aktuelle antifaschistische Arbeit im Bezirk hinzuweisen wurde die „BroschĂŒre zu tĂŒrkischem Nationalismus im Wedding“ vorgestellt.
Entlang des Weges hielten wir eine Gedenkminute fĂŒr die Opfer des Hitler-Faschismus und fĂŒr die WiderstandskĂ€mpfer*innen ab, die sich heute wie damals ĂŒberall auf der Welt dem Faschismus entgegenstellen. An zwei Stolpersteinen legten wir weiße Rosen nieder und entzĂŒndeten Kerzen.

„Ich habe fĂŒr das Gerechte und Gute gekĂ€mpft, fĂŒr die
Verbesserung der Welt. Ich verspreche Dir, wenn ich jetzt
Abschied nehmen muß, daß ich Dir bis zum letzten Moment
keinen Grund geben werde, Dich meiner zu schĂ€men.“ (Olga Benario)

Auch in Neukölln haben wir verschiedenen WiderstandskĂ€mpfer*innen im Bezirk gedacht. Unter anderem in der Nansenstraße, der Fuldastraße und an der RĂŒtli-Schule. Auch hier wurden Kerzen entzĂŒndet, weiße Rosen niedergelegt und Infozettel angebracht. In Erinnerung haben wir gemeinsam das antifaschistische Lied „Auf Auf zum Kampf!“ angestimmt.
Ganz besonders haben wir die Widerstandskraft Olga Benarios ́ gegen faschistische Strukturen und ihr Beharren auf eine bessere Welt, die möglich ist, hervorgehoben. Sie erfĂ€hrt international große Anerkennung. In Brasilien hat sich 2011 das „Movimento de Mulheres – Olga Benario“ gegrĂŒndet. Sie verstehen sich als Teil einer breiten sĂŒdamerikanischen Frauenbewegung, die gegen die Ausbeutung von Frauen in kapitalistischen Gesellschaften kĂ€mpfen.
Auch wir Berliner*innen vergessen diese Antifaschistin nicht.

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Infoflyer aus Neukölln zum Download
Walter Grasse
RĂŒtli Gruppe
Olga Benario
Grete Walter




Quelle: Kiezkommune.noblogs.org