Oktober 15, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Nach der Beisetzung eines Holocaust-Leugners auf der frĂŒheren GrabstĂ€tte des jĂŒdischstĂ€mmigen Wissenschaftlers Max Friedlaender wertet Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter das geplante Gedenken als richtigen Schritt. „Das finde ich durchaus gut und richtig“, sagte der Leiter der Fachstelle Antisemitismus, Peter SchĂŒler, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. Das sei ein wichtiger Beitrag. Er betonte aber: „Ungeschehen kann man es nicht machen.“

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Der Holocaust-Leugner war am 8. Oktober auf dem SĂŒdwestkirchhof Stahnsdorf im Beisein von AnhĂ€ngern auf der ehemaligen GrabstĂ€tte Friedlaenders beigesetzt worden. Das Grab des jĂŒdischstĂ€mmigen Protestanten (1852-1934) stand 1980 laut Evangelischer Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zur Wiederbelegung frei. Sein denkmalgeschĂŒtzter Grabstein steht dort noch.

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Bestattung sorgte fĂŒr Empörung

Die EKBO kam dem Wunsch des Holocaust-Leugners nach einer letzten RuhestĂ€tte nach. Die Friedhofsverwaltung wies den Wunsch einer zentralen GrabstĂ€tte zwar zurĂŒck, weil dort viele GrĂ€ber jĂŒdischer Verstorbener lĂ€gen. Sie wĂ€hlte aber das Grab Friedlaenders aus, der im Bestattungsregister mit evangelischer Konfession steht. Das löste Empörung aus.

Landesbischof Christian StĂ€blein hatte sich entschuldigt und eine PrĂŒfung angekĂŒndigt, ob die Urne des Holocaust-Leugners umgebettet oder der Grabstein Friedlaenders versetzt werden kann. Geplant ist in jedem Fall, das Andenken an den Musikwissenschaftler zu wahren.

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter bezeichnete die Beisetzung auf dem Grab des jĂŒdischstĂ€mmigen Wissenschaftlers als schwerwiegenden Fehler. „Es war keine bewusste Provokation, sondern eine NachlĂ€ssigkeit“, sagte SchĂŒler. Er verstehe aber nicht, warum man bei dem Namen Friedlaender nicht nĂ€her hingesehen habe. (dpa)




Quelle: Inforiot.de