November 22, 2022
Von Soligruppe F├╝r Gefangene
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Gefunden auf antimilitarismus.noblogs.org, die ├ťbersetzung ist von uns.


Appell: Tage der internationalen Solidarit├Ąt mit Deserteuren

Der Krieg in der Ukraine dauert an, mit allen negativen Folgen f├╝r einen Gro├čteil der Welt. Allerdings gibt es auch weiterhin Akte der Desertion und der Wehrdienstverweigerung, die, wenn sie weit verbreitet sind, zum Ende des Krieges f├╝hren k├Ânnten. Anarchistinnen und Anarchisten aus der mitteleurop├Ąischen Region ver├Âffentlichen daher diesen Aufruf, um aktive Unterst├╝tzung f├╝r Deserteure zu organisieren. Wo auch immer wir leben, lasst uns jeden Tag zu einem Tag der internationalen Solidarit├Ąt der Arbeiterklasse und des Widerstands gegen den Krieg machen. Lasst uns an den Arbeitspl├Ątzen, in den Schulen und auf den Stra├čen Aktionen durchf├╝hren, um den Einfluss der Desertion zu st├Ąrken. Lasst uns f├╝r menschenw├╝rdige Bedingungen f├╝r alle k├Ąmpfen, die sich weigern, als Kanonenfutter im innerimperialistischen Krieg zu dienen.

Mindestens 200.000 Menschen fliehen aus Russland, um Putins milit├Ąrischer Mobilisierung zu entgehen, und Zehntausende weitere entziehen sich der Mobilisierung in der Ukraine. Dennoch gibt es Stimmen, die behaupten, dass ÔÇ×die Zahl der Deserteure so verschwindend gering ist, dass es seltsam ist, ├╝berhaupt davon zu sprechenÔÇť. Diesen zynischen Versuchen, Menschen ÔÇ×unsichtbarÔÇť zu machen, die sich entscheiden, nicht in der Armee zu dienen, ├╝berzulaufen oder aus politischen Gr├╝nden zu emigrieren, muss entgegengetreten werden. Ihre Stimmen m├╝ssen geh├Ârt werden, und es muss praktische Hilfe geleistet werden.

Reden gegen den Krieg haben noch nicht die subversive Kraft, die n├Âtig ist, um den Krieg zu stoppen. Deshalb m├╝ssen Bedingungen geschaffen werden, die es anderen Menschen, die eine Desertion in Erw├Ągung ziehen, leichter machen, vom Nachdenken zum Handeln zu kommen. Es geht nicht darum, sich an die Frontlinie zwischen die Panzer beider Armeen zu stellen und zu glauben, dass dies die Soldaten dazu bringen wird, ihre Waffen niederzulegen. Es geht darum, auf internationaler Ebene die Voraussetzungen daf├╝r zu schaffen, dass Deserteure gefahrlos ├╝berlaufen und in einem anderen Land leben k├Ânnen, ohne dass ihnen Strafverfolgung und soziale Stigmatisierung drohen.

Derzeit k├Ânnen die Kriegsgegner in Russland und der Ukraine fast nirgendwo hin. Sie werden von ihren ÔÇ×eigenenÔÇť Regierungen zwischen den Landesgrenzen gefangen gehalten, w├Ąhrend die Nachbarl├Ąnder sich weigern, sie aufzunehmen und ihnen menschenw├╝rdige materielle Bedingungen zu bieten. Wenn sich die Wahlm├Âglichkeiten der Menschen weiterhin auf die Optionen beschr├Ąnken, ÔÇ×entweder zum Dienst in der Armee gezwungen zu werden oder sich der Verfolgung auszusetzenÔÇť, k├Ânnen wir kaum eine Zunahme der Desertionen erwarten. Es ist notwendig, die ├ľffnung der Grenzen nicht nur f├╝r zivile Fl├╝chtlinge, sondern auch f├╝r Deserteure aus den Armeen auf beiden Seiten der Kriegslinie zu erreichen. Genau das kann die Dynamik des Krieges erheblich schw├Ąchen.

Aber das wird niemals durch Verhandlungen mit den verschiedenen Regierungen geschehen, die nur die lokalen Lakaien des weltweiten kapitalistischen Staates sind, und auch nicht durch eine sozialdemokratische Aufforderung, ÔÇ×Zugest├Ąndnisse im Bereich der MigrationspolitikÔÇť zu machen. Unsere einzige Waffe, die uns, den Proletariern, zur Verf├╝gung steht, ist der Klassenkampf, die Mobilisierung auf der Stra├če, die Sabotage der ├ľkonomie und die direkte Aktion gegen den permanenten KriegÔÇŽ Erst dann, und nur dann, ist die ver├Ąngstigte herrschende Klasse gezwungen, loszulassen, was f├╝r uns niemals das Ziel des Kampfes sein wird, sondern nur ein Moment, von dem aus neue Offensiven gegen die gesamte Welt des Elends und des Krieges durchgef├╝hrt werden m├╝ssenÔÇŽ

Schlie├člich sind die Erkl├Ąrungen der Politiker, die die Aggression der russischen Armee kritisieren, ein Ausdruck von Heuchelei, w├Ąhrend sie sich weigern, die materiellen Bedingungen und Ressourcen mit den Menschen zu teilen, die sich weigern, in der Armee zu dienen. Und au├čerdem, warum und wie sollten sie anders handeln, diese ehrenwerten Vertreter der b├╝rgerlichen Ordnung!? Es ist notwendig, sich konsequent gegen Putins Aggressoren zu stellen, ebenso wie gegen die Staatsm├Ąnner anderer L├Ąnder, die durch ihre eigene Politik der Armee erlauben, ihr Kriegspotenzial beizubehalten. Es sind die Regierungen der L├Ąnder, in denen wir leben, die das Desertieren effektiv erschweren und damit zur Fortsetzung des Krieges beitragen.

Diejenigen, denen es um die Rettung von Menschenleben geht, sollten dar├╝ber nachdenken, wie die Kampfkraft der Armeen geschw├Ącht werden kann, wie man Soldaten von der Front abziehen kann, wie man sie zum Ungehorsam bewegen kann, wie man sie motivieren kann, ihre Waffen gegen diejenigen einzusetzen, die sie zwingen, in den Krieg zu ziehen. Lasst uns dar├╝ber nachdenken und direkte Aktionen organisieren, die diese ├ťberlegungen in konkrete Ergebnisse umwandeln.

EINIGE ANARCHISTINNEN UND ANARCHISTEN AUS DER MITTELEUROPÄISCHEN REGION (NOVEMBER 2022)




Quelle: Panopticon.blackblogs.org