MĂ€rz 24, 2021
Von FAU Halle
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Keine Einigung zwischen dem CafĂ© „Roter Horizont“ und der Gewerkschaft FAU Halle vor Gericht

Am 18.03.2021 vertrat die Freie Arbeiter*innen-Union Halle (FAU) einen Angestellten des CafĂ©s „Roter Horizont“ vor dem Arbeitsgericht Halle. Im Arbeitsrechtsstreit mit der Handelshaus Hansen Connoisseur UG um ausstehende Lohnforderungen kam es bei dem GĂŒtetermin zu keiner Einigung. Die Kammerverhandlung soll nun Ende Juni stattfinden.

Üblich ist es, dass zum GĂŒtetermin eines Arbeitsrechtsstreits unter der Vermittlung eines Richters ein Vergleich angestrebt wird, der eine Gerichtsverhandlung unnötig macht. Dagegen wehrte sich aber der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Steffen Hansen, der nicht persönlich erschien. Über seinen Rechtsanwalt Johannes Menke, der auch im Stadtrat sitzt, ließ er verkĂŒnden, dass er einen Vergleich kategorisch ausschließe und wiederholte unablĂ€ssig, dass es lediglich ein „EinfĂŒhlungsverhĂ€ltnis“, kein ArbeitsverhĂ€ltnis gegeben habe.

Nepomuk Diener, Sprecher der FAU Halle, kommentierte die vor Gericht erstmals ausgesprochene Einordnung als „EinfĂŒhlungsverhĂ€ltnis“ als unhaltbar. Er erklĂ€rte weiter: „WĂ€hrend eines EinfĂŒhlungsverhĂ€ltnisses darf explizit keine Arbeitspflicht ĂŒbernommen werden. Auf Anweisung ein halbes Dutzend 50l-FĂ€sser durch enge Treppen in den Keller tragen, ist nicht Bestandteil einer solchen EinfĂŒhlung, sondern das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint: Arbeit, die bezahlt werden muss.“

Die FAU habe auf Wunsch des Vertretenen stets darauf hingewirkt, eine einvernehmliche Lösung zu finden.
„Da Herr Hansen an einem Vergleich nicht interessiert ist, werden wir nun vor Gericht beweisen, dass es ein ArbeitsverhĂ€ltnis gab.“, so Diener weiter. Der Klagewert steigt unterdessen in den mittleren vierstelligen Bereich.

Halle, den 24.03.2021




Quelle: Halle.fau.org