August 17, 2022
Von Soligruppe Für Gefangene
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Gefunden auf panfletos subversivos, die Übersetzung ist von uns. Mit diesen Text aus der argentinischen Region, setzten wir die Reihe – Textreihe Kritik an den Gewerkschaften/Syndikalismus – fort und vervollständigen diesen mit dem vorherigen aus dieser Region, bei der noch weitere Texte in Zukunft erscheinen werden.

Autonome Barrikaden, Feuer den Gewerkschaften/Syndikate!

Sonntag, 9. September 2012

In der letzten Ausgabe haben wir unsere Position gegen den Syndikalismus dargelegt (wenn du daran interessiert bist, schicke deine Anfrage bitte an die Mail), dies ist ein Teil dieser Debatte für die Praxis …

(Anmerkung des Blogs: Sie beziehen sich auf den Text „Position gegen Syndikalismus und für die Autonomie, Verbreitung und das Wachstum des antikapitalistischen Kampfes“, der bereits auf dieser Website veröffentlicht wurde.

Wir schlucken schon seit langem denselben Köder, solange er uns appetitlich erscheint: die elende kleine Gehaltserhöhung, und es ist immer mehr vom Gleichen, um am Ende an den Regeln festzuhalten, die von denselben alten Bastarden auferlegt werden: ihr Spiel, der Protest innerhalb der „gesetzlichen Schranken“, die Petitionen der Delegierten an die Hierarchen und Bosse, etc…. Was sind wir, die ewigen Wiederholer, die die Klasse nicht bestanden haben?! Es geht nicht darum, die Klasse zu bestehen, sondern darum, DIESE Schule zu verlassen, denn dort wirkt sich die Bedrohung durch die Repression aus. Wenn wir auf einen solchen Fall vorbereitet sind, der für uns von Bedeutung ist, wenn wir uns dem Weg des Kampfes stellen, bedeutet das nicht, „geschenkt“ in den Kampf zu gehen, sondern im Gegenteil, nach Strategien zu suchen, Selbstverteidigung zu schaffen und durch Angriffe Widerstand zu leisten.

Hier, in dieser Situation, unter dem gegenwärtigen demokratischen Totalitarismus, wird jeder, der aktiv und energisch protestiert oder Forderungen stellt, ohne auf den „versöhnlichen Ruf“ der Regierung zu hören und die syndikalistische Form zu überlaufen, egal wie „richtig“ sie sind, wie klein und „würdevoll“ diese Forderung auch sein mag, sie bricht den Sozialpakt, den sozialen Frieden, sie versaut das Wohlergehen der Ausbeuter, Herrscher und Bürokraten und schon die Sache verdient ihre Aufmerksamkeit und die Versetzung ihrer Hunde in die Konfliktzone: Das ist nichts Neues, es ist dasselbe wie immer: Verhandlung oder Unterdrückung, manchmal ein bisschen von beidem und manchmal weiß man nicht, wann sie dasselbe sind. Was ist oder was wäre der „Sieg“ für die Arbeiter, die Ausgebeuteten unter diesen Bedingungen? KEINE! Nicht einmal ein Unentschieden ist in Sicht; auch wenn die Mehrheit etwas anderes glaubt, ist die Rückkehr zur Normalität das Unschlagbare des Kapitalismus. Und die ökonomische Forderung allein ist die Isolationszelle eines jeden Kampfes, auch wenn sie diejenigen, die sonst nicht auf die Straße gehen würden (diejenigen, denen es nur um Geld geht, um mehr zu konsumieren), dazu bringt, auf die Straße zu gehen und zu fordern.

Es muss eine andere Möglichkeit geben; wir müssen unsere eigenen Methoden finden, uns auf eine andere Art und Weise organisieren, als die gleiche Formel zu wiederholen, die von den gleichen alten Draculas aufgesaugt wird; um sie zu überwinden. Abgesehen davon, dass man Barrikaden errichtet – die in der Regel von Streikposten errichtet werden, die auf eine „Antwort“ warten und meistens nicht darüber hinausgehen – sollten sie nicht nur das bleiben, sondern aktiv und autonom werden, d.h. ohne „Chefs“ oder „Anführer“, die sie je nach ihrer Zweckmäßigkeit oder ihren Ängsten aufhetzen oder beruhigen, und die Selbstverteidigungskräfte so schnell wie möglich auf die Repression vorzubereiten, die mit Sicherheit kommen wird, wenn sie die Brosamen nicht annehmen, muss diese Angelegenheit schon vorher geplant werden, – und jetzt ist der Moment – um nicht unvorbereitet zu sein, in dem man Kassen für „den Kampf“ oder für „den Streik“ zu organisieren oder unter einem anderen Namen, bis hin zu Plünderungen von Supermärkten und Enteignungen zu organisieren. Wichtig ist, dass sie sich an das halten, was sie sein müssen, um die Ausdauer des Kampfes zu unterstützen, Solidarität zu schaffen und für den Fall, dass es verhaftete Gefährtinnen und Gefährten gibt, für sie sofort zu kämpfen (materiell, rechtlich und mit Gegeninformationen) – ohne die Perspektive des Kampfes zu verlieren. Deshalb schlägt die Macht unsere Gefährtinnen und Gefährten, so dass wir die erste Ursache vergessen und uns im Kampf für ihre Freiheit aufreiben, die zur Hauptsache wird; sie wollen uns nicht nur bedrohen, sondern auch ablenken; das ist die Strategie, die die Terroristen des Staates und des Kapitals gegen uns anwenden. Wir müssen vorbereitet sein und uns dessen bewusst sein. Es ist immer an der Zeit, in die Offensive zu gehen, autonome Basiskerne zu schaffen, zu unterstützen und zu koordinieren, Räte von Arbeiterinnen und Arbeiter außerhalb und gegen Parteien und Gewerkschaften/Syndikate; Affinitätsgruppen, revolutionäre Zellen oder individuell, Feinde der „avantgardistischen“ Praktiken, ohne „aufgeklärte Besitzer der Vernunft“ über die anderen zu sein; genauso wenig widmen wir uns dem „Hinzufügen von Leuten, um Massen zu machen“ und schließen uns den (Anti-)Organisationen an, die das tun: Lasst uns das Beste aus der historischen Erfahrung des rebellischen Kampfes früherer Generationen retten, aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, uns im Hier und Jetzt verorten, wir sind in der Masse der Unterdrückten und Ausgebeuteten und wir wollen die soziale Revolution und die Anarchie; und dass wir antiautoritär sind, bedeutet nicht, dass wir Pazifisten mit einem schüchternen Willen sind, im Gegenteil, wir fördern Ungehorsam, Sabotage und direkte Aktionen gegen jeden oder alles, das uns unterjocht. Wenn wir unsere Köpfe angesichts der langsamen Guillotine der Ausbeutung senken und uns kampflos in die Klauen dieses Systems begeben, verachten wir das Leben und verurteilen die nächsten Generationen zu noch schlimmeren Bedingungen, denn der Fortschritt dieser Maschinerie führt nur zur Zerstörung.

# von den Anarchisten und Anarchistinnen von Puerto Deseado (südlich der argentinischen Region)

# entnommen aus ihrer Veröffentlichung „Esteparia“ nro2 vom Juli/August 2012, anzufordern bei: anarquia_puertodeseado[at]hotmail.com




Quelle: Panopticon.blackblogs.org