April 23, 2021
Von Indymedia
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Der Anarchist Vaggelis Stathopoulos wurde am 08.11.2019 von der Anti-Terror-Polizei zusammen mit zwei weiteren Personen verhaftet. Dionisis, gegen den die gleichen VorwĂŒrfe bestehen, sowie die GefĂ€hrtin M.S., die nun in einem weiterem Verfahren vor Gericht steht. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung wurden KĂŒchenmesser beschlagnahmt, diese sollen nun als „Verstoß gegen das Waffengesetz“ bestraft werden. Dimitris Chatzivasileiadis ist untergetaucht und wird seit der Verhaftung der anderen GefĂ€hrt*innen gesucht. Auch ihm wird Vorgeworfen Teil der Gruppe „RevolutionĂ€re-Selbstverteidigung“ zu sein. In den Wochen und Monaten nach den Razzien starteten die griechischen Bullen eine Operation zur Verfolgung des GefĂ€hrten Dimitris, bei dem sich der Staat auf die willige UnterstĂŒtzung der Medien verlassen konnte. Dazu gehörten zahlreiche Hausdurchsuchungen und EntfĂŒhrungen von GefĂ€hrt*innen der Bewegung.

 

Die Anklage wirft Vaggelis die Beteiligung an dem RaubĂŒberfall, auf ein OPAP (WettbĂŒro) in der Gegend von Cholargos und die Mitgliedschaft in der Organisation „RevolutionĂ€re-Selbstverteidigung“ vor. WĂ€hrend des besagten Überfalls wurde Dimitris, der sich unterdessen zum Überfall bekannt hat, durch einen Schuss ins Bein, verletzt.

 

Seit dem 8. November 2019 befindet sich Vaggelis aufgrund eines anonymen Telefonanrufs bei EL.AS (griechische Polizei) in Untersuchungshaft. Der Anruf ist unbekannter Herkunft und konnte nicht zurĂŒckverfolgt werden. Nun ist er gemeinsam mit den anderen nach dem griechischen Anti-Terror-Gesetz, 187A angeklagt (griechisches Pendant zum deutschen §129a). Er bestreitet seine Beteiligung an dem Überfall und seine Mitwirkung in der Organisation „RevolutionĂ€re-Selbstverteidigung“, wĂ€hrend er die Verantwortung dafĂŒr ĂŒbernimmt, dem verwundeten Dimitris aus GrĂŒnden der SolidaritĂ€t geholfen zu haben. Es ist nicht das erste Mal, dass Vaggelis im Visier des Staates ist. Im April 2010 wurde er wegen der Mitgliedschaft in der Organisation „RevolutionĂ€ren Kampf“ verhaftet und anklagt, im anschließenden Prozess wurden die VorwĂŒrfe dann jedoch fallen gelassen. Aber es ist seine langjĂ€hrige und aktive PrĂ€senz im anarchistischen Raum, die ihn sowohl damals als auch heute zum Ziel des Staates macht. Es ist das Dogma von “Recht und Ordnung”, unter dem jeder, der sich ihrem Elend und ihrer brutalen Nekropolitik widersetzt, verfolgt, unterdrĂŒckt und ausgerottet wird. Dieses totalitĂ€re Regime bleibt nicht bei der Verfolgung politischer Meinungen stehen, sondern verfolgt persönliche und politische Beziehungen – Beziehungen der SolidaritĂ€t.

 

Der Anarchist, Dimitris Chatzivasileiadis befindet sich im Untergrund und hat sich dem Staatsapparat erfolgreich entziehen können, daran konnte auch die folgende Operation, die dem Auffinden des GefĂ€hrten galt, nichts Ă€ndern. Am 22.11.2019 gab er eine ErklĂ€rung ab, in der er die politische und praktische Verantwortung fĂŒr den Überfall und die alleinige Verantwortung fĂŒr seine Verletzung ĂŒbernahm.

 

Bei der am 09.11.2019 folgenden Hausdurchsuchung konnten die Cops dann ein Waffendepot mit mehreren Sturmgewehren, Handgranaten, ZĂŒndern und weiteren Materialien finden und beschlagnahmen. Eines der gefundenen Sturmgewehre konnte dabei der Organisation „RevolutionĂ€re-Selbstverteidigung“ zugeordnet werden. In seiner ersten ErklĂ€rung legte Dimitris zudem seine Beziehung zu den beiden Verhafteten offen und erklĂ€rte, das Dionisis, in dessen Haus die Sachen gefunden wurden, ein alter Freund sei, der ihm Unterschlupf in einem schwierigem Moment gab und keinerlei Beziehung zu den Waffen, den Materialien oder irgendeiner Organisation bzw. illegaler AktivitĂ€t hat. Zu Vaggelis erklĂ€rte er, dass auch dieser nichts von den Waffen und Materialien wusste und er somit die ausschließliche Verantwortung fĂŒr all diese Sachen trage. Auch erklĂ€rte er, dass auch Vaggelis keinerlei Verantwortlichkeit fĂŒr die Organisation „RevolutionĂ€re-Selbstverteidigung“ hat. Zudem drĂŒckte er sein bedauern darĂŒber aus, dass die beiden nun zum Ziel der Repressionsorgane geworden sind und das einzig und allein dadurch, dass sie einem verwundetem GefĂ€hrten in einer Notsituation geholfen hatten.

Auch Dionisis, der ihn aufnahm und somit ein besonderes Maß an SolidaritĂ€t zeigte, sollte nun die UnterstĂŒtzung der Bewegung erfahren und nicht in den HĂ€nden des Staates vergessen oder als unpolitisch abgestempelt werden.

 

Wir sind und werden immer in SolidaritÀt mit denjenigen stehen, die gegen den Staat kÀmpfen!

Wir wĂŒnschen den Angeklagten viel Kraft und fordern die Freilassung der Gefangenen!

Solidarische GrĂŒĂŸe an Dimitris!

Niemand ist allein!

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Texte von Dimitris Chatzivasileiadis:

 

erstes Statement auf englisch:

https://athens.indymedia.org/post/1601299/

 

zweites Statement mit Auswertung und Vorschlag ebenfalls auf englisch:

 

https://www.athens.indymedia.org/post/1606087/

 

Statement zum jetzt stattfindenden Prozess, nur auf griechisch:

https://athens.indymedia.org/post/1611720/

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Quelle: De.indymedia.org