Juli 4, 2022
Von Indymedia
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Entsprechend heterogen war das Publikum, Tausende Menschen die Hoffnung geben, dass Griechenland mehr sein kann als eine US MilitĂ€rbasis mit Konzentrationslagern fĂŒr Migrant*innen. Die Stimmung auf dem Festival war jedoch ĂŒberwiegend entspannt, das anspruchsvolle Musikprogramm und Berge von Fressen wurden locker konsumiert. Eine Haltung, die im Widerspruch zu dem Massaker marokkanischer und spanischer Bullen vor einer Woche an den ZĂ€unen der Kolonie Melilla steht.

In diesem Rahmen, vielleicht war auch fĂŒr einige das von Nea Dimokratia anvisierte Terrain der UniversitĂ€ten ausschlaggebend, verließen in den ersten Minuten des Sonntags, 3. Juli, etwas ĂŒber hundert Militante das GelĂ€nde der UniversitĂ€t und begaben sich zur wenig entfernten YMET Zentrale in Kaisariani. Die dort zum Schutz abgestellten Einheiten der Bereitschaftspolizei waren natĂŒrlich nicht ĂŒberrascht, wurde doch bereits in der Nacht zuvor eine kleinere Polizeiwache in Zografou angegriffen. MAT konnte den Angriff mit Molotovs abwehren und rĂŒckte nun ihrerseits gegen das Tor des Uni Campus vor. Dort vergrĂ¶ĂŸerte sich die Menge der Militanten erheblich und es wurden auf der Kreuzung große Barrikaden angezĂŒndet. Die Sicht der ĂŒblichen Drohne wurde durch den Rauch brennender Reifen sicher beeintrĂ€chtigt.

Weitere Bulleneinheiten trafen ein und sorgten fĂŒr genau die Bilder, von denen die Regierung versprochen hat, sie abzuschaffen: vor dem Eingang zum „rechtlosen“ Raum der UniversitĂ€t bewarfen sich Polizei und Anarchist*innen mit dem ĂŒblichen Material. Die Marmor Verkleidung der Fassade verwandelte sich in einen Regen aus Steinen, Molotovs setzten Autos in Brand und MAT musste irgendwann ihre Granaten mit Gewehren verschießen um Distanz zu schaffen. Nach einer Stunde war der Spaß vorbei.

Videos: https://www.youtube.com/watch?v=V_z2ZNCFBX0

https://www.youtube.com/shorts/QFPhNi71tVk

Der verantwortliche PolizeifĂŒhrer an diesem Abend hatte genug Verstand, um seinen Einheiten das Eindringen auf den Campus zu untersagen, obwohl die rechtlichen Voraussetzungen dafĂŒr extra von ND geschaffen wurden. Das ganze spielte sich ab in einem großen Verkehrschaos, denn der Zustrom zum Festival ging stĂ€ndig weiter. Auch wenn die Veranstalter*innen nicht erfreut ĂŒber die Riots waren, lief das Programm mit Tausenden Feiernden ungestört bis in den frĂŒhen Morgen weiter. Es gab keine Verhaftungen, vier Bullen sollen angeblich im Krankenhaus sein. Die Presse spielt die Ereignisse herunter, wĂ€hrend die Exekution eines angeblich bewaffneten RĂ€ubers durch die Polizei im Zentrum Athens zur selben Zeit, mehr Beachtung findet.

Weiter geht: der Hungerstreik von Giannis Michailidis, die PlĂ€ne der Regierung die UniversitĂ€ten zum Stationierungsort von Bullen zu machen, das Morden der griechischen Polizei in den Straßen von Athen und an den Grenzen. Feel free to support the resistance!




Quelle: De.indymedia.org