April 21, 2021
Von End Of Road
359 ansichten


Donnerstag, 22 April 2021 | 19:00 Uhr | kukoon Stream

Im November 2011 kam eine rechtsterroristische Mord- und Anschlagsserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ans Licht, die in ihrer Dimension neu war.

In den folgenden Untersuchungen formte sich ein erstes Bild des NSU-Komplexes. Dabei wurde deutlich, dass eine noch umfassendere juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung anstand. So beschlossen antifaschistische Initiativen und Einzelpersonen, die Arbeit am NSU-Komplex zu verstetigen, und grĂŒndeten »NSU-Watch«. Neun Jahre spĂ€ter ist die Aufarbeitung des NSU-Komplexes noch lange nicht abgeschlossen, die Gefahr des rechten Terrors bleibt schrecklich aktuell. NSU-Watch hat den NSU-Prozess beobachtet, jeden Tag protokolliert und der Öffentlichkeit zur VerfĂŒgung gestellt. DarĂŒber hinaus haben sich Landesprojekte gegrĂŒndet, die die parlamentarischen AufklĂ€rungsbemĂŒhungen begleiten. Das zentrale Anliegen des Buches von NSU-Watch ist, die rassistischen Strukturen, die den NSU hervorbrachten, ihn wissentlich oder unwissentlich unterstĂŒtzten und so zehn Morde, drei SprengstoffanschlĂ€ge und 15 RaubĂŒberfĂ€lle zwischen 1998 und 2011 möglich machten, entlang der Geschehnisse und Akteur*innen des NSU-Prozesses in MĂŒnchen aufzuzeigen. Trotz der vielen offen gebliebenen Fragen soll das Buch eine Zwischenbilanz bieten, die antifaschistischer Demokratieförderung zugrunde gelegt werden kann.

NSU-Watch
Das Autor*innen-Kollektiv NSU-WATCH besteht aus Mitgliedern der unabhĂ€ngigen Beobachtungsstelle NSU-Watch – AufklĂ€ren & Einmischen, die sich im Jahr 2012 gegrĂŒndet hat, um die AufklĂ€rungsbemĂŒhungen zum NSU-Komplex zu unterstĂŒtzen und kritisch zu begleiten. NSU-Watch wird von einem BĂŒndnis aus rund einem Dutzend antifaschistischer und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen aus dem ganzen Bundesgebiet getragen, die teilweise seit Jahrzehnten zum Themenkomplex Rechter Terror arbeiten. Kern der Arbeit von NSU-Watch war bzw. ist die Beobachtung des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht in MĂŒnchen sowie der diversen parlamentarischen UntersuchungsausschĂŒsse im Bundestag und in den LĂ€ndern.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit Partnerschaft fĂŒr Demokratie Bremen.




Quelle: Endofroad.blackblogs.org