Februar 25, 2021
Von FAU Dresden
292 ansichten


Aufruf der SchĂŒler:innengewerkschaft Schwarze Rose zum 8. MĂ€rz

In der Schule sollen wir angeblich auf das Leben vorbereitet werden. Doch diese Vorbereitung bezieht sich in erster Linie auf unsere zukĂŒnftige Funktion als ArbeitskrĂ€fte. Gleichzeitig lernen wir in der Schule selten etwas, was fĂŒr unser persönliches Leben und im Umgang miteinander hilfreich sein könnte, z.B. unsere eigenen BedĂŒrfnisse und Grenzen zu erkennen und zu artikulieren. Stattdessen ist Schule ein Ort an dem unsere eigenen Grenzen oft verletzt werden, sei es der krankmachende Leistungsdruck, Übergriffe und Abwertung durch LehrkrĂ€fte und MitschĂŒler:innen oder wenn Wirtschaftsinteressen sowohl in der Klimakrise als auch in der Corona-Pandemie ĂŒber das Wohlergehen der jungen Generationen gestellt werden.
MĂ€dchen, Frauen und LSBTQIA+Âč Personen sind besonders davon betroffen. Ihnen wird beigebracht die BedĂŒrfnisse anderer ĂŒber die eigenen zu stellen. Außerdem stehen ihre Körper unter der stĂ€ndigen Bewertung, Sexualisierung und sogar staatlichen Kontrolle durch Gesetze wie das TSGÂČ oder den §218 StGBÂł. ZusĂ€tzlich sind gerade Sozial- und Pflegeberufe, die besonders hĂ€ufig von Frauen ergriffen werden, von Unterbezahlung und Überlastung gekennzeichnet. Dies zeichnet sich auch schon in den un(ter)bezahlten Ausbildungen ab.

Wir wollen nicht, dass es einfach so weiter geht.
Wir sagen: Das Private ist politisch und gehört in die Klassenzimmer! Deshalb rufen wir, die SchĂŒler:innengewerkschaft Schwarze Rose, am 8. MĂ€rz alle SchĂŒler:innen und Auszubildenden zum feministischen Streik auf.

Wir fordern:

  • regelmĂ€ĂŸigen emanzipatorischen AufklĂ€rungsunterricht durch schulexterne PĂ€dagog:innen zu Themen wie KrankheitsprĂ€vention, Safer Use, SexualitĂ€t, Geschlecht, Konsens
  • von LehrkrĂ€ften unabhĂ€ngige Anlaufstellen an Schulen bei sexuellen Übergriffen und Diskriminierung
  • PrĂ€ventionsmaßnahmen und Sensibilisierung zu Sexismus, Rassismus, Antisemititsmus, Queerfeindlichkeit, Klassismus, Behindertenfeindlichkeit und (sexualisierte) Übergriffen an Schulen
  • konsequente Aufarbeitung von Übergriffen an Schulen
  • regelmĂ€ĂŸige Weiterbildungen fĂŒr LehrkrĂ€fte zu trans Themen
  • kostenlose Hygieneartikel wie Tampons und Binden auf Schultoiletten
  • Recht auf Menstruationsurlaub
  • technische Ausstattung aller SchĂŒler:innen fĂŒr das Homeschooling
  • Aussetzung der PrĂ€senzpflicht in der Corona-Pandemie
  • DurchschnittsabschlĂŒsse im Jahr 2020/21 mit der Möglichkeit fĂŒr freiwillige PrĂŒfungen
  • Verstaatlichung aller beruflichen Privatschulen
  • Mindestlohn auch fĂŒr MinderjĂ€hrige, Praktikant:innen und Absolvent:innen sogenannter „Freiwilligendienste“
  • AusbildungsvergĂŒtung im Sozialwesen

8. MĂ€rz 2021
Feministischer Schulstreik: 
– 8:30-10:00 Uhr BSZ Karl-August-Lingner (Maxim-Gorki-Straße 39)
– 12:00-13:30 Uhr Semperschule (Bahnhof Neustadt)
Feministischer Streikposten:
– 14-17 Uhr am König*innenufer (FilmnĂ€chtegelĂ€nde)

FĂŒr mehr Informationen und Tipps wie ihr in den Streik treten könnt, folgt uns bei Twitter (@SchwarzeRoseFAU) und Instagram (@schwarze_rose_gewerkschaft).

Âč LSBTQIA+ steht fĂŒr lesbisch, schwul, bisexuell, trans, queer, inter, asexuell
ÂČ durch das TSG „Transsexuellengesetz“ bestimmen Behörden ĂŒber die Anerkennung von Namen und Geschlechtseintrag, was mit langwierigen, nervenaufreibenden und kostenspieligen Prozessen verbunden ist
Âł §218 StGB kriminalisiert SchwangerschaftsabbrĂŒche, so dass sie nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei sind. Sie sind jedoch weder legal noch aufgrund fehlender Ärzt:innen und Ausbildung flĂ€chendeckend zugĂ€nglich.




Quelle: Dd.fau.org