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Letztes Jahr erlebte Lara, eine trans*empowernde KĂŒnstlerin und Aktivistin aus MĂŒnchen, brutale trans-misogyne Polzeigewalt. Nach all den DemĂŒtigungen und Erniedrigungen, muss sie nun auch noch eine Geldstrafe bezahlen.

Um Lara finanziell unterstĂŒtzen zu können, sammelt das Queerfeministische Netzwerk MĂŒnchen Spenden.

Wir teilen die Spendenkampagne und rufen auf Lara zu unterstĂŒtzen! Ihr könnte ĂŒber die Plattform Leetchi oder auf das folgende Konto spenden:

DE65 5003 1000 1067 6430 00
Stichwort: not surrender to oppression

Und wir teilen das Gedicht „Ein Einzelfall – und doch kein Einzelfall“, das unsere Freund*innen vom Queerfeministischen Netzwerk geschrieben haben und das von Laras Erlebnissen erzĂ€hlt.

Hinweis zum Inhalt: Der folgende Text enthĂ€lt explizite Beschreibungen ĂŒber psychische und physische Gewalt.

Ein Einzelfall – und doch kein Einzelfall (for English version see below)
– Aufruf zu SolidaritĂ€t –

wo die Polizei Angst und Gewalt erzeugt,
statt Sicherheit.

wo die Regierung die Augen verschließt,
statt zu schĂŒtzen.

wo Urteile ohne Bedeutung bleiben,
weil sie dazu beitragen, Ungerechtigkeiten zu vertuschen.

manche Menschen sind von Triggern umgeben – ohne Warnung

und dies ist eine Warnung: vor Triggern

eine Warnung vor der Gewalt gegen marginalisierte Menschen,
vor dem Supermarkt in der Nachbarschaft und vor ihrer Polizei.

hast Du von der trans-misogynen Polizeigewalt gehört?
die Gewalt richtete sich gegen eine unserer Freund*innen
eine weitere trans* Frau.
vielleicht hast Du nicht gehört, dass sie ĂŒberlebt hat.
sie ist eine trans*-empowernde KĂŒnstlerin und Aktivistin.

ihr wirklicher Name ist anonymisiert.
Lara ging in einen Supermarkt
Lara hat zwei Dosen Limo geklaut
und teilte sie mit wem anderes
– auf der Straße direkt vor dem Supermarkt –
der das Geld dafĂŒr auch nicht hatte.

hast Du davon gehört, wie brutal die SicherheitskrĂ€fte sie zu Boden drĂŒckten?

und kannst Du glauben, dass

auch als die Polizei kam
sich niemand darum gekĂŒmmert hat, wie es Lara geht
niemand die misogyne Gewalt beendete.
die Polizei nutzte ihre institutionelle Macht
nur dafĂŒr die Gewalt zu verschĂ€rfen!

und kannst Du glauben, dass

sie wieder und wieder falsch gegendert wurde,
sie im Auto gegen die TĂŒr gestoßen wurde,
sie mit verbundenen Augen in die Polizeistation gebracht wurde;
stell es dir vor, als hatte sie eine Decke ĂŒber dem Kopf.

in eine Zelle gezwungen, wurde sie ausgezogen: ihr Körper entblĂ¶ĂŸt
eingesperrt – nackt
spÀter halbnackt
spÀter entlassen.

immer weiter gedemĂŒtigt und traumatisiert
verletzt und zu einer Geldstrafe verurteilt
fortwÀhrend bedroht
beim Überleben

glaubst du, bei dem Verdacht auf einen minimalen Diebstahl,
wĂŒrden Leute genauso behandelt, wenn sie nicht trans* sind
und nicht marginalisiert und diskrminiert werden?

das Risiko, in den Knast geworfen zu werden
das Risiko, aus dem Land geworfen zu werden
das Risiko, keinen weiteren Angriff zu ĂŒberleben

es ist eine Tatsache:
trans*feindliche Polizeigewalt passiert
immer und immer wieder.
sie ist RealitÀt.

es gibt keine Gerechtigkeit
doch es gibt Schmerz und Hoffnungen
auf Freiheit

kein Einzelfall
und doch kein Einzelfall

was bedeutet das?
und was bedeutet das fĂŒr Frauen?
fĂŒr trans* Menschen, fĂŒr trans* Frauen?
fĂŒr alle außerhalb der strengen Normen?
wo fĂŒhrt die Angst hin, auf solche Weise behandelt und bedroht zu werden?

und wie kann ein Mensch mit dieser Wut und dieser Angst umgehen?
lasst uns das Schweigen brechen
und niemals aufgeben gegen UnterdrĂŒckung
lasst uns einander wissen, dass wir uns gegenseitig unterstĂŒtzen,
um uns zu erheben
einzeln
und gemeinsam.

wir sehen keinen Sinn darin, Gerechtigkeit dort zu suchen, wo Korruption ihr Nest gebaut hat.
aber wir sehen Sinn darin, unsere SolidaritÀt zu stÀrken!

auch Du kannst solidarisch sein,
indem du Geld spendest
und damit die finanzielle Last erleichterst
und auch indem du deine Stimme nutzt
fĂŒr die UnterstĂŒtzung aller marginalisierten Menschen
gegen das Patriarchat
und Cis-HeteronormativitÀt.


Content note: The following text contains explicit descriptions about psychological and physical violence.

A single case – But not a single case
– call for building solidarity –

where police produces fear and violence,
instead of security

where government is blindfolded,
instead of protecting

where judgments remains indifferent,
while only trying to cover up injustice.

Some people are surrounded with triggers without warnings

and this is a trigger that is warning you

from the violence against the marginalised people
warning you from a neighborhood supermarket
and your police

have you heard about the trans-misogynist police violence?
it was against our friend
another trans woman
maybe you didn’t hear that she survived
she is a trans-empowering artist and activist.

her real name is anonymised
Lara was in a supermarket
Lara stole two cans of lemonade
and shared it with some person
on the street just in front of the supermarket
who also didn’t have that money

have you heard about how the securities pressed her on the ground, brutally

and can you believe that
when the police came
they don’t make sure that Lara is okay
they don’t end the misogynist violence
they take the charge using their institutional force
only to continue producing violence!

and can you believe that

she was misgendered again and again
she was pushed in the car against the door
she was brought into the police station with covered eyes,
imagine a blanket over her head.

forced in a cell, stripped naked, her body exposed
left there – naked
later half-naked
later released B
traumatised by repetitive humiliation
charged with penalty costs
hurt and judged
under constant threat
and surviving!

do you believe it would be the same treatment,
when it’s about a suspicion of a minimal theft
to someone who is not trans
and who is not marginalised and discriminated?

The risk of ending up in jail,
the risk of getting expelled,
the risk of not surviving any further damage

it is a fact
trans misogynist police violence is happening
over and over again
it’s reality

there is no justice
but still hurt and hopes
for freedom

a single case
but not a single case

what does it mean?
and what does it mean for women,
for trans folks, for trans women,
for all outside the strict norms?
what does the fear of being treated and threatened like that lead to?

and what can one do with the fear?
let’s break the silence
and not surrender to oppression
let each other know, that we will support each other.
to rise up
individually
and collectivly

we see no point in seeking justice where corruption builded a nest
but we see a point in building solidarity!

and you can join solidarity
by destroying finacial pressure
with money donations
and by being loud
in support of all marginalised people

against patriarchy!
and cis-heteronormativity




Quelle: Asam.noblogs.org