April 17, 2021
Von Schwarze Ruhr-Uni
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Wir rufen dazu auf sich am anarchistischen Mai in Dortmund zu beteiligen. Dort ist um 16.00 Uhr eine Demo vom Westpark aus geplant. Informiert euch auf Grund der aktuellen verschĂ€rften Repression am Tag vor der Demo nochmal und seid vorbereitet, falls es zu Stress mit der Polizei kommt (lasst Handys etc. zu Hause lassen und bildet organisierte Bezugsgruppen).  Gemeinsam mit der anarchistischen Lebensmittelhilfe organisieren wir eine gemeinsame Anreise aus Bochum (in Kleingruppen mit AbstĂ€nden).  Treffpunkt ist um 15.10 Uhr vom Bochumer HBF (Innenstadtseite). Es können auch Menschen ohne Ticket auf Tickets von uns mitgenommen werden. Hier der Aufruf der Dortmunder Organisator*innen. (Kleiner inhaltlicher Hinweis: Wir rufen selbstverstĂ€ndlich ergĂ€nzend auch dazu auf gegen den Staat auf die Straße zu gehen).

Anarchistischer 1. Mai in Dortmund – wir sind wieder da!

Letztes Jahr musste durch die Corona-Pandemie die vierte anarchistische 1. Mai Demonstration in Dortmund abgesagt werden. Dieses Jahr werden wir uns nicht davon abbringen lassen. Dieses Jahr machen wir deutlich: Wir leben! Die anarchistische Bewegung lebt! KlassenkĂ€mpferisch und feministisch â€“ trotz und gerade wegen Corona!

Was sollen wir euch erzĂ€hlen? Wir alle wissen doch um die gesellschaftlichen ZustĂ€nde â€“ die fortschreitende Verelendung innerhalb dieses kapitalistischen Systems. Wir alle sind davon direkt betroffen, wenn auch in unterschiedlicher HĂ€rte.

Unsere Ohnmacht und die noch viel tiefere Ohnmacht der gesamten Gesellschaft macht uns fast wahnsinnigEs fĂŒhlt sich an, wie eine Gesellschaft ohne Opposition. Das, was sich da wĂ€hrend der Pandemie als Opposition auf der Straße darstellt, gibt mehr als nur falsche Antworten auf das Bestehende!

Na klar, es gab auch im Zeitraum der Pandemie vereinzelt gute AnsĂ€tze. Dazu gehören kleinere Schulstreiks oder “wilde Streiks” von denen, denen man fast nicht noch mehr nehmen kann, wie der der Feldarbeiter*innen in Bornheim bei Bonn. Aber angesichts dessen, was ĂŒber uns hereinbricht, ist die Gegenwehr der lohnabhĂ€ngigen Klasse ein schlechter Witz!

Das alles können wir aktuell nicht verĂ€ndern. NatĂŒrlich haben auch unsere Strukturen in Dortmund, genauso wie die in fast allen anderen StĂ€dten, unter der Pandemie gelitten. Ein weiterer Aufbau von neuen Strukturen war schwierig, vielmehr mussten wir uns darauf konzentrieren nicht das schon Aufgebaute zu verlieren.

Wenn es keine gesellschaftlichen KĂ€mpfe gibt und die eigene Verankerung innerhalb unserer Klasse zu schwach ist, dann kommt es eben dazu, dass wir als antiautoritĂ€re Linke, auf eine ohnehin schwierige Situation nur sehr schlecht reagieren können.

Doch damit muss Schluss sein! Es muss nun darum gehen sich wieder aufzurichten. Wir sind nicht stark genug, um grundsĂ€tzliches zu verĂ€ndern, aber wir können zeigen, dass wir noch da sind – und wir sind quicklebendig!

Das gilt sowohl nach Außen, wie auch nach Innen. Mit der 1. Mai Demonstration in Dortmund wollen wir dieses Jahr einerseits endlich wieder in einem grĂ¶ĂŸeren Rahmen in die Gesellschaft wirken und klare Akzente setzen. Klare Akzente speziell zu unserer Sichtweise auf die Corona Situation, aus einer klassenkĂ€mpferischen und feministischen Perspektive. Aber anderseits eben auch nach Innen gerichtet, an die anarchistische Bewegung und die antiautoritĂ€re Linke ein Signal setzen: Wir wollen uns endlich wieder in einem grĂ¶ĂŸeren Rahmen treffen und den Anstoß dafĂŒr geben, den revolutionĂ€ren Aufbauprozess nicht einzustellen, sondern mit neuer Entschlossenheit fortzufĂŒhren!

WĂ€hrend wir die zusĂ€tzliche Last dieser Krise zu Hause, auf der Arbeit und in den Bildungseinrichtungen ertragen mĂŒssen, profitiert die herrschende Klasse von dieser Situation nur noch mehr! Es muss uns darum gehen aufzuzeigen, dass, wĂ€hrend wir leiden, sie sich die Taschen weiter voll stopfen! Dass, wĂ€hrend wir um das Überleben kĂ€mpfen und auf unseren paar Quadratmetern eingesperrt sind, sie in ihren Villen ein gutes Leben fĂŒhren!

Mit allemwas uns zur VerfĂŒgung steht, mĂŒssen wir klar machen, dass die Pandemie gerade die Frage um die Klassenherrschaft aufwirft. Es geht dabei aber eben nicht um eine, im Hintergrund agierende und alles kontrollierende Elite, sondern benennbare Herrschaftsstrukturen. Einige wenige profitieren, wĂ€hrend die große Mehrheit leer ausgeht!

Versteht diesen ersten kleinen Aufruf nicht nur als AnkĂŒndigung, sondern auch als eine AufforderungSchließt euch unserer Initiative an! UnterstĂŒtzt unsere Demonstration am 1. Mai mit eurer Teilnahme, mit eurer KreativitĂ€t, euren Ideen, euren RedebeitrĂ€gen, eurer Mobilisierung, Aktionen am Rande der Demo, organisatorischer Beteiligung und noch vielem mehr!

Der 1. Mai ist unser Tag, der Tag der lohnabhĂ€ngigen Klasse! Der Tag einer kĂ€mpferischen Perspektive fĂŒr die Befreiung der Arbeiter*innen! Der Tag der anarchistischen Bewegung und aller anderen revolutionĂ€ren Akteur*innen!. Bringen wir an unserem Tag unsere Wut, unsere SolidaritĂ€t, und unseren Willen den Kampf weiter zu fĂŒhren, auf die Straße!




Quelle: Schwarzerub.blackblogs.org