Februar 19, 2021
Von FAU Flensburg
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In mehreren spanischen StĂ€dten sind am Dienstag abend Tausende gegen die Inhaftierung des linken Rappers Pablo HasĂ©l auf die Straße gegangen. HasĂ©l, der unter anderem wegen »Verherrlichung des Terrorismus« und »Beleidigung der spanischen Krone sowie staatlicher Institutionen« verurteilt ist, war zuvor in einem GebĂ€ude der UniversitĂ€t seiner Heimatstadt Lleida festgenommen worden. Mehrere Dutzend katalanische PolizeikrĂ€fte in Kampfmontur waren nötig, um den dort mit solidarischen Menschen verbarrikadierten KĂŒnstler abzufĂŒhren. Bevor er in ein Polizeiauto gesteckt wurde, rief HasĂ©l: »Tod dem faschistischen Staat!«

Eigentlich hÀtte Hasél bereits am vergangenen Freitag eine neunmonatige GefÀngnisstrafe antreten sollen. Wegen der Regionalwahlen am Sonntag war der Haftantritt jedoch kurzfristig verschoben worden. Es ist anzunehmen, dass vor der Abstimmung in Katalonien negative Schlagzeilen verhindert werden sollten.

Derweil haben Hunderte Persönlichkeiten aus Kultur und Journalismus eine Petition gegen die Verhaftung HasĂ©ls sowie fĂŒr Meinungs- und kĂŒnstlerische Freiheit unterzeichnet. In dem unter anderem vom bekannten Regisseur Pedro AlmodĂłvar und dem Schauspieler Javier Bardem unterschriebenen Manifest heißt es, Spanien stelle sich mit der Verhaftung von HasĂ©l auf eine Stufe mit LĂ€ndern wie der TĂŒrkei oder Marokko. »Damit steht der spanische Staat nun an der Spitze der Liste der LĂ€nder, die die meisten KĂŒnstler wegen der Inhalte ihrer Lieder unterdrĂŒckt haben.«

Nach offiziellen Angaben sind seit EinfĂŒhrung des aktuellen Strafgesetzes 1995 mehr als 150 KĂŒnstler, aber auch Journalisten wegen MeinungsĂ€ußerungen verurteilt worden, die als »Verunglimpfung« der Monarchie oder staatlicher Institutionen ausgelegt wurden. Der Artikel 578 des spanischen Strafgesetzbuches, der den Straftatbestand »Verherrlichung des Terrorismus« sowie »Erniedrigung der Opfer des Terrorismus« definiert, wird vor allem gegen Linke angewendet. Die Leugnung des Holocaust oder die Verherrlichung der faschistischen Diktatur unter Francisco Franco stellen hingegen in Spanien keine Straftat dar.

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Quelle: Fau-fl.org