Mai 8, 2021
Von InfoRiot
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KĂ€mme, Löffel, Ausweise, dazu Stahlhelme, Patronengurte und Stacheldraht – archĂ€ologische Funde erzĂ€hlen vom Leben in den nationalsozialistischen Zwangslagern. Zwischen 1933 und 1945 bildeten Lager, in denen Menschen inhaftiert oder zwangsweise untergebracht wurden, ein wichtiges Herrschaftsinstrument des NS-Regimes.  Dabei hatten Konzentrationslager, KZ-Außenlager, Lager fĂŒr zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen sowie Kriegsgefangenenlager verschiedene Funktionen im System der Zwangslager. Seit den 1990er Jahren werden an ehemaligen Lagerstandorten in Berlin und Brandenburg archĂ€ologische Grabungen durchgefĂŒhrt und Funde geborgen.

Persönlicher Besitz

Persönlicher Besitz wie KĂ€mme, Löffel und Schuhe, aber auch Stacheldraht, Namensschilder und Reste einstiger Innenausstattung förderten die ArchĂ€ologinnen und ArchĂ€ologen zutage. All diese Funde geben eine Vorstellung vom Leben in den nationalsozialistischen Zwangslagern, in welchen Menschen von 1933 bis 1945 inhaftiert oder untergebracht waren. Viele von ihnen ĂŒberlebten diesen Aufenthalt nicht. Die Ausstellung „Ausgeschlossen. ArchĂ€ologie der NS-Zwangslager“ zeigt viele dieser FundstĂŒcke zum ersten Mal. Über 300 Objekte in sieben Kapiteln geben einen Einblick in das komplexe System der Zwangslager, in ihre archĂ€ologische Überlieferung sowie die Arbeit der zeithistorischen ArchĂ€ologie.

Die Ausstellung – ein Gemeinschaftswerk

Die Ausstellung wurde vom Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und dem Brandenburgischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege und ArchĂ€ologischen Landesmuseum (BLDAM) in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin, der Stiftung Brandenburgische GedenkstĂ€tten und der UniversitĂ€t Wien erarbeitet. Da eine öffentliche Vernissage zurzeit nicht möglich ist, gibt es den Eröffnungsvortrag ab dem planmĂ€ĂŸigen Eröffnungstermin der Ausstellung am 8. Mai online auf dem Youtube-Kanal des ArchĂ€ologischen Landesmuseums Brandenburg: https://www.youtube.com/channel/UCSY7eFaQFGjhlLHxgtYg16A

Eröffnungsvortrag ist online

Zu Wort kommen Dr. Juliane Haubold-Stolle (Kuratorin Stiftung Berliner Mauer), Lena Sommerfeld (wissenschaftliche VolontĂ€rin Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit) und Dr. Thomas Kersting M.A. (Dezernatsleiter ArchĂ€ologische Denkmalpflege, BLDAM). Sie sprechen ĂŒber die Entstehung dieser Sonderausstellung, ĂŒber den Alltag in nationalsozialistischen Zwangslagern und die archĂ€ologische Arbeit an solchen StĂ€tten.

Zeit fĂŒr Besuche?

Wann die Ausstellung besucht werden kann, hÀngt vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. Mehr erfahren potentielle Besucher hier.

Zeit fĂŒr einen Besuch der Sonderausstellung im ArchĂ€ologischen Landesmuseum Brandenburg, NeustĂ€dtische Heidestraße 28, bleibt bis zum 03. Oktober 2021.




Quelle: Inforiot.de