Juli 17, 2021
Von FAU Jena
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Von dem ausstehenden Lohn, den eine Arbeiterin aus Nordhausen erfolglos von ihrem ehemaligen Arbeitgeber mĂŒndlich gefordert hatte, konnte sie mit UnterstĂŒtzung der Gewerkschaft FAU Jena durch Öffentlichkeitsarbeit und eine Klage zumindest einen Teilbetrag durchsetzen.

„Die Arbeiterin macht geltend, dass sie fĂŒr mehrere Stunden und Tage geleisteter Arbeit nicht bezahlt worden sei – darunter zwei Wochen Probearbeit. Nach geltendem Arbeitsrecht ist Probearbeit voll zu vergĂŒten!“, so die Gewerkschaft im Januar 2021.

Nach Öffentlichkeitsarbeit und Klagestellung am Arbeitsgericht durch die FAU Jena hat der Chef im FrĂŒhsommer 2021 eingelenkt. Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung und nach einer zusĂ€tzlichen Mahnung durch die Gewerkschaft zahlte er einen großen Teil der offenen Summe, die sich aus nicht-bezahlter Probearbeit ergab.

Lohnklau, falsche Interpretationen von Probearbeit oder EinfĂŒhlungsverhĂ€ltnissen, KĂŒndigungen, nicht bezahltes Urlaubsentgelt, nicht bezahlte Krankheitstage oder das Vorenthalten vertraglich festgehaltene PrĂ€mien – wie dieser und Berichte aus anderen Syndikaten in der Region zeigen, ist es wichtig, dass Arbeiter*innen ihre Rechte kennen, verteidigen und ihre AnsprĂŒche geltend machen. Chef*innen versuchen immer wieder, insbesondere in Pandemiezeiten, möglichst hohe Profite auf Kosten von Arbeitnehmer*innen zu ergattern.

Um strukturelle VerĂ€nderungen zu bezwecken, ist es wichtig sich zu organisieren und MissstĂ€nde gemeinsam und solidarisch anzugehen – die Basisgewerkschaft FAU ist dafĂŒr eine tolle Möglichkeit.

So zeigen es aktuelle ArbeitskĂ€mpfe aus anderen Syndikaten. Die FAU Leipzig hat in den letzten Monaten in einem mexikanischen Restaurant und bei Domino’s Pizza ausstehende Löhne eingetrieben. Die FAU Berlin hat einem gekĂŒndigten Mitglied beim Call-Center SYKES offene AnsprĂŒche aus Überstunden, Resturlaub und BonusprĂ€mien durchgesetzt. Zwischen der FAU Halle und dem Cafe „Roter Horizont“ gab es bislang keine Einigung in Bezug auf ein vermeintliches „EinfĂŒhlungsverhĂ€ltnis“ eines Angestellten – die FAU wird im nĂ€chsten Schritt vor Gericht beweisen, dass es ein ArbeitsverhĂ€ltnis gab, welches bezahlt werden muss! In Plauen hat die FAU einem Mitglied und BeschĂ€ftigten der BahnhofsbĂ€ckerei-Kette Scoom/Cuccis 5 Monate an vorenthaltenen Löhnen rausgeholt. Diese stand schon des öfteren fĂŒr die ausbeuterische BeschĂ€ftigung von Migrant:innen in der Kritik. Solidarische GrĂŒĂŸe an dieser Stelle an die Arbeiter:innen!




Quelle: Jena.fau.org