April 17, 2021
Von Indymedia
179 ansichten


Als Internationalist*innen begreifen wir uns nicht als UnterstĂŒtzer*innen sondern als Teil des Kampfes. Doch in den kapitalistischen Metropolen haben wir gelernt reflexhaft mit kurz angelegten Kampagnen auf MissstĂ€nde zu reagieren. Leider sind wir dadurch berechenbar und unsere Aktionen behalten oft nur Symbolcharakter. Im Falle der Angriffe auf Kurdistan in den letzten Jahren, haben wir stets nur auf militĂ€rische Großoffensiven des TĂŒrkischen Staates reagiert: Den TĂŒrkischen Angriff auf den Kanton Afrin im Januar 2018 beantworteten wir mit der Fight4Afrin Kampagne (https://fight4afrin.noblogs.org/wenn-afrin-fallt-wird-es-zu-spat-gewesen-sein/ ), den Angriff auf die Kantone KobanĂȘ und CizĂźrĂȘ im Oktober 2019 mit der Riseup4Rojava (https://riseup4rojava.org/de/aufruf/ ) und Fight4Rojava Kampagne (https://fight4rojava.noblogs.org/aufruf/ ). WĂ€hrend der Kampagnen haben wir gezeigt wie kreativ und entschlossen wir gemeinsam im Herzen der Bestie sein können! Wir haben gezeigt, wie sehr wir die UnterstĂŒtzung des TĂŒrkischen Staates in seiner KriegsfĂŒhrung ablehnen und eigene Risiken in Kauf nehmen! Wir haben gezeigt, dass wir die Profiteure kennen, weitere benennen und bezahlen lassen können! Wir haben gezeigt, dass verschiedene Aktionsformen sich ergĂ€nzen und wir uns nicht spalten lassen!

Doch auch nach den Kampagnen hat die Parole „Deutsche Waffen, Deutsches Geldes morden mit in aller Welt!“ an AktualitĂ€t nichts verloren. Die Wirtschaft und die Politik im Herzen der Bestie schafft weiterhin die Bedingungen gegen welche unsere Freund*innen in Kurdistan kĂ€mpfen.

Wir denken, dass wir den Fokus nicht verlieren und stattdessen den Spieß umdrehen sollten: Die KontinuitĂ€t des Krieges und seiner UnterstĂŒtzung mit einer eigenen KontinuitĂ€t an Angriffen brechen um so die Profiteure des Krieges zu zermĂŒrben. Wir mĂŒssen mit der Kampagnenlogik brechen und strategisch diskutieren, wie wireine KontinuitĂ€t eines Angriffs unsererseits zusammen schaffen können.Unser jetziger Vorschlag lautet: Kampagnenartige Angriffe sollten durch kontinuierliche, asymmetrischeAngriffe ersetzt werden.Damit meinen wir: zu nicht vorhersehbaren Zeiten angreifen, an ĂŒberraschenden Orten, schlecht geschĂŒtzte Ziele, deren direkter Bezug zum Konflikt nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Wir dĂŒrfen unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren,auch wenn sie von der medialen Aufmerksamkeit in den Hintergrund geschoben werden.Wir möchten fokussiert bleibenauch in Zeiten, in denen andere Themen uns auf den ersten Blick aktueller erscheinen. Aktionen mit verschiedenen Zielstellungen sollten stets kombiniert werden (Sachschaden erzeugen, Öffentlichkeitswirksamkeit herstellen etc.). Der Kampf muss konstant auf den Straßen Europas bleiben, um den Kriegsprofiteuren zu zeigen, dass es fĂŒr sie kein ruhiges Hinterland gibt!

Wir haben in der Nacht vom 10. auf den 11.4.2021 einen LKW von DB Schenker in Berlin Lichtenberg in Brand gesetzt. Um ein Übergreifen des Feuers auf in der NĂ€he stehende andere Objekte zu vermeiden, startete unser ZĂŒndmittel im mittleren Bereich des Lastwagens und nicht ganz vorne unter Fahrerhaus und Motor. Darauf – und auf einen möglicherweise robusteren Bodenschutz der Fahrzeuge dieses Konzerns, fĂŒhren wir den geringeren Schaden zurĂŒck. Das Unternehmen DB Schenker verdient sein Geld unter anderem mit der Logistik fĂŒr NATO StreitkrĂ€fte und ist fĂŒr RĂŒstungstransporte an die TĂŒrkische Armee mitverantwortlich. (https://chronik.blackblogs.org/?p=8816)

Wir rufen dazu auf DB Schenker anzugreifen, was z.B. bedeuten kann das Unternehmen öffentlich bloß zu stellen oder die in den Straßen abgeparkten LKW zu finden und zu vernichten. Ein LKW bedeutet Sachschaden fĂŒr das Unternehmen, viele LKW könnten das Unternehmen dazu bewegen aus der RĂŒstungsindustrie aus zu steigen. Da DB Schenker international agiert, kann der Konzern auch an vielen Orten angegriffen werden.

Die Aktion widmen wir unserer Freundin Sarah Handelmann (ƞehĂźd Sara DorƟün), die uns vor zwei Jahren, am 7.4.2019, genommen wurde. Sie wurde von der TĂŒrkischen Luftwaffe in den Bergen SĂŒdkurdistans ermordet. Sara, du bist unsterblich und wirst in unserem Kampf und unseren Herzen immer bei uns bleiben!

Racheeinheit ƞehüd Sara DorƟün

 

 

Mehr Infos und Inspiration unter:

fight4afrin.noblogs.org

fight4rojava.noblogs.org

riseup4rojava.org

herzdeskrieges.blackblogs.org

chronik.blackblogs.org

 




Quelle: De.indymedia.org