Februar 15, 2021
Von Indymedia
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 Seit Beginn der Pandemie demonstrieren viele Coronaleugner*innen zusammen mit offenen Nazis und Rassisten. FĂŒr ihre Ziele sind ihnen alle BĂŒndnispartner recht. Als Ende August Nazis und ReichsbĂŒrger die Treppe des Reichstages stĂŒrmten, taten die Organisator*innen der Corona-Demos völlig ĂŒberrascht. Dabei ist ihnen sehr wohl bewusst, mit wem sie da bei ihren Demos gemeinsame Sache machen. Nicht anders ist es bei den „SchweigemĂ€rschen“ der Coronaleugner*innen. Faschisten werden hier geduldet. Das spricht sich rum. Und so verwundert es nicht, dass bei den letzten zwei Demos jedes Mal bekannte Rechte dabei waren. 

Folgende Rechte waren bisher beim Schweigemarsch willkommen:

Andreas Wild (AfD Steglitz-Zehlendorf)

FĂŒr Andreas Wild ist Deutsche*r nur „wer deutsche Eltern hat“. Und auch nur das gĂ€be das Anrecht auf einen deutschen Pass. Er fordert, dass Bezirke wie Neukölln „wieder deutsch“ werden. Außerdem will er GeflĂŒchtete in „Lagern aus Bauholz“ in „entlegenen Gegenden“ unterbringen.

Gunnar Lindemann (AfD, Abgeordnetenhaus, Marzahn)

Lindemann behauptet, es gĂ€be eine „Islamisierung“ Deutschlands und redet vom „Asyl-Irrsinn“. Den Ausbau von Infrastruktur und KameraĂŒberwachung will er durch die Abschiebung abgelehnter Asylsuchender finanzieren.

Uwe Meenen (NPD)

Meenen war gleich zweimal der Vorsitzende der NPD in Berlin. Meenen ist ein 100%iger Nazi und wurde bereits wegen Volksverhetzung verurteilt. Meenen steht heute dem “Dritten Weg” nahe, eine völkische Neonazi-Partei im Stile der NSDAP. Er ist regelmĂ€ĂŸiger Teilnehmer bei den Demos der Coronaleugner*innen. Zu den Demos bringt Meenen immer einen 10-jĂ€hrigen Jungen mit und hetzt ihn auf die Polizei. Als beide am Schweigemarsch im November teilnahmen, trug der Junge das Symbol vom „Dritten Weg“.

René Uttke (NazischlÀger, Marzahn)

Der Neonazi RenĂ© Uttke  organisierte vor allem 2013 bis 2016 zahlreiche Kundgebungen und Demos vor den Heimen von Asylbewerber*innen in Marzahn und Hellersdorf. Dabei ist er nicht nur der hetzende Maulheld, sondern greift auch selbst Migrant*innen an.
Solche Leute werden am 20. Februar Teil des Schweigemarsches sein und durch unseren Kiez laufen. Genau deshalb reden wir auch von einem rechten Schweigemarsch.

Dass manche Nazis, zum Teil auch mit Mundschutz, nicht zu erkennen sind, ist klar. Aber die Ausrede, keine Nazis auf der eigenen Demo gesehen zu haben, zieht bei bekannten AfD-Politikern wie Lindemann und Wild nicht. Die Coronaleugner*innen kennen beide von ihren Demos durch deren regelmĂ€ĂŸige Teilnahme. Beide ließen sich auf den SchweigemĂ€rschen in Berlin gezielt ohne Maske abfotografieren, um durch ihre Anwesenheit Parteiwerbung fĂŒr die AfD zu betreiben. Bei der Demo im Dezember trug Wild sogar das Banner der Demo.

Viele in der AfD sehen in den Coronaleugner*innen potentielle WĂ€hler im Wahljahr 2021. Denn „Querdenker“ kooperieren mit jedem, um ihre Ziele zu erreichen. Der Rassismus der AfD ist ihnen scheißegal. Die Anmelderin der SchweigemĂ€rsche Andrea Feuer behauptet, dass Maskenverweigerer in Deutschland „rassistisch“ diskriminiert wĂŒrden.Dies zeigt nur sehr deutlich, wie wenig viele dieser Leute von Rassismus verstehen, wie viele von ihnen keinen Rassismus am eigenen Leib erlebt haben.

Gegen die Corona-Krise! Aber ohne Nazis!

Die Pandemie trifft die Armen, Alten und Schwachen unserer Gesellschaft am hĂ€rtesten. Das Virus als „einfache Grippe“ zu verharmlosen gefĂ€hrdet die Gesundheit anderer und kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Wir wollen niemanden durch Corona leiden oder sterben sehen. Genau so wenig wollen wir die Zerstörung privater Existenzen. Denn wir sollen uns in der Freizeit weiter einschrĂ€nken, aber trotzdem in vollen U-Bahnen zur Arbeit fahren. Kleine LĂ€den gehen in der Coronakrise kaputt, wĂ€hrend die Großkonzerne weiter Gewinn machen. Wir sagen darum: Die Reichen sollen die Krise bezahlen und nicht wir!

Das schaffen wir nur, wenn wir die Gefahr des Virus ernst nehmen und zusammen kĂ€mpfen! Zusammen heißt fĂŒr uns auch zusammen. Wir machen keinen Unterschied aufgrund unserer Herkunft. Genau deswegen steht fĂŒr uns fest: Egal, wie hart die Corona-Krise noch werden wird, wir machen keine gemeinsame Sache mit Nazis! Wir gehen nicht mit ihnen demonstrieren. Wir dulden es nicht, dass sie durch unsere Viertel laufen. Am 20. Februar werden wir darum keine Ruhe geben, wenn sie durch Schöneberg laufen wollen. Wir werden sie hier lautstark empfangen und ihre ganze Demo entlang begleiten!

– Macht LĂ€rm mit Töpfen, Pfannen usw.!– Stellt eure Musikboxen an die Fenster!
– HĂ€ngt Transparente mit eurer Message auf!
– Begleitet den Aufmarsch!




Quelle: De.indymedia.org